Was bleibt vom KI-Hype? Ein Blick in den Verlagsalltag 2026

Was bleibt vom KI-Hype? Ein Blick in den Verlagsalltag 2026

Was bleibt vom KI-Hype? Ein Blick in den Verlagsalltag 2026

Klappentexte, die eine KI vorschlägt, Manuskripte, die sie vorsortiert, Kampagnen, die sie mitplant: Was vor zwei Jahren noch Ausnahme war, ist 2026 in vielen Verlagen Alltag geworden. Wie weit verbreitet und wie unterschiedlich intensiv das tatsächlich ist, zeigt die zweite KI-Studie der IG Digital im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. 196 Fach- und Führungskräfte aus Verlagen unterschiedlicher Größe haben Auskunft gegeben, wofür sie Künstliche Intelligenz einsetzen, wie ernst sie das Thema strategisch nehmen und wo es noch hakt. Passend dazu trägt die Studie den programmatischen Titel „Vom Experiment zum Standard“.

Die Studie im Überblick

Die Erhebung lief als offene, anonymisierte Online-Umfrage zwischen Dezember 2025 und Januar 2026. Durchgeführt hat sie die IG Digital des Börsenvereins gemeinsam mit der Unternehmensberatung Highberg, in Kooperation mit dem Börsenblatt. Am Ende kamen 196 vollständige Datensätze zusammen, gegenüber 139 im Vorjahr. Bemerkenswert an der Stichprobe: 2026 haben deutlich mehr kleine und mittlere Verlage teilgenommen, dafür weniger Häuser mit mehr als 10 Millionen Euro Umsatz. Es ist bereits die zweite Auflage der Studie, wodurch sich erstmals ein Vergleich zum Vorjahr ziehen lässt.

Sprung bei der Relevanz: von 9 auf 31 Prozent

Der auffälligste Wert der Studie ist zugleich der einfachste: 2025 hielten neun Prozent der Befragten Künstliche Intelligenz für hoch oder sehr hoch relevant für ihr Geschäft. Ein Jahr später sind es 31 Prozent, mehr als eine Verdreifachung innerhalb von zwölf Monaten. Für die Zukunft rechnen die Verlage mit noch mehr Gewicht: 83 Prozent erwarten, dass KI bis 2031 hohe oder sehr hohe Relevanz für sie haben wird.

Wofür KI in Verlagen eingesetzt wird

Im Schnitt nutzt ein Verlag KI bereits für 3,7 unterschiedliche Anwendungsfälle. An der Spitze steht mit 69 Prozent die Erstellung und Bearbeitung von Inhalten, dicht gefolgt von Brainstorming und Recherche (66 Prozent) sowie der Aufbereitung und Aggregation von Inhalten (56 Prozent). Auch Marketing und Vertrieb (rund 49 Prozent) sowie Prozessoptimierung (42 Prozent) gehören längst zum Alltag. Weiter hinten liegen rechtliche Prüfungen und Lizenzfragen (29 Prozent), Produktentwicklung und neue Formate (24 Prozent), Backoffice-Aufgaben (18 Prozent) und der Kundenservice (14 Prozent). Technisch läuft der Großteil davon über reguläre Firmen- oder Einzellizenzen (62 Prozent). Rund 20 Prozent arbeiten dagegen mit selbstgebauten oder „unklaren“ Lösungen.

Strategie bleibt die Ausnahme

So verbreitet der praktische Einsatz ist, so selten ist die strategische Einbettung: Nur 31 Prozent der Verlage haben bereits eine dokumentierte KI-Strategie umgesetzt, ein weiteres Drittel plant das erst. Kompetenzen werden vor allem informell aufgebaut: über internen Austausch (61 Prozent), Schulungen und Weiterbildung (55 Prozent) sowie den Austausch innerhalb der Branche (49 Prozent). Gezielt KI-erfahrenes Personal rekrutieren dagegen nur 6 Prozent.

Großer Verlag, kleiner Verlag: zwei sehr unterschiedliche Risikobilder

Die Studie zeigt eine wachsende Kluft zwischen großen und kleinen Häusern. Bei Verlagen mit weniger als 1 Million Euro Umsatz sagen mittlerweile 33 Prozent, die Risiken von KI überwögen die Chancen; 2025 waren es erst 10 Prozent. Bei Verlagen mit mehr als 100 Millionen Euro Umsatz ist es umgekehrt: Dort sehen 53 Prozent die Chancen klar im Vorteil, nach 39 Prozent im Vorjahr. Auch bei der Einschätzung konkreter Chancen (Skala 1 bis 5) liegen große Verlage in jeder Kategorie deutlich vorn: bei Prozesseffizienz (4,2 zu 3,3), Markt- und Trendanalysen (3,9 zu 2,7), Mitarbeiterproduktivität (4,0 zu 3,1) und Personalisierung des Angebots (3,8 zu 2,7).

Größte Hürden: Recht, Datenqualität, Output-Qualität

Nach den größten Hindernissen gefragt, nennen 56 Prozent der Verlage rechtliche Unsicherheiten, allen voran Urheberrechtsfragen, als Haupthürde, 45 Prozent Probleme mit der eigenen Datenqualität und 38 Prozent Zweifel an der Qualität der KI-generierten Ergebnisse selbst. Bei der Transparenz gegenüber Leser:innen ist noch viel Luft nach oben: Erst 28 Prozent kennzeichnen KI-Einsatz im Impressum, in Produkten oder auf der Website, und 37 Prozent haben den Rechtevorbehalt gegen KI-Training an den eigenen Werken (TDM-Opt-out) noch nicht umgesetzt (mehr Infos dazu finden Sie im ElephantPark-Artikel zum EU AI Act vom 20.06.2026)

Gegenbewegung: Das Label „Ohne KI“ von Loewe

Wie unterschiedlich Verlage mit der neuen Unsicherheit umgehen, zeigt ein Beispiel aus der Praxis: Der Kinder- und Jugendbuchverlag Loewe hat im Februar 2026 das Label „Ohne KI“ eingeführt. Es bescheinigt, dass ein Buch vollständig von Menschen geschrieben, illustriert und lektoriert wurde, abgesichert über vertragliche Vereinbarungen und interne Prüfprozesse, und erscheint auf den Cover-Abbildungen in Online-Shops. Der Hintergrund: Loewe rechnet damit, dass die gesetzliche Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte aus dem EU AI Act, inzwischen auf den 2. Dezember 2026 verschoben, in der Praxis so uneinheitlich durchgesetzt wird wie heute schon die Impressumspflicht bei vielen Self-Publishing-Angeboten. Der Verlag setzt deshalb auf ein eigenes, freiwilliges Gütesiegel statt auf die gesetzliche Vorgabe zu warten. Autor Markus Orths unterstützt die Initiative ausdrücklich: Wenn man der Verbreitung von KI-Inhalten nicht entgegenwirke, fehle es bald an Autor:innen und Verlagen.

Was bedeutet das für Verlage?

Die Studie zeichnet ein zweigeteiltes Bild. Auf der einen Seite ist KI 2026 in der Breite angekommen: Die Anwendungsfälle sind vielfältig, die Relevanz hat sich verdreifacht, und praktisch jeder Verlag nutzt die Technologie bereits in irgendeiner Form. Auf der anderen Seite hinken Strategie, Dokumentation und Kennzeichnung deutlich hinterher, ausgerechnet die Punkte, die der EU AI Act ab Dezember 2026 verbindlich einfordert. Wer heute schon eine KI-Strategie dokumentiert, Kennzeichnung mitdenkt und den Rechtevorbehalt sauber umsetzt, ist nicht nur rechtlich auf der sicheren Seite, sondern auch im Vergleich zu den 69 Prozent, die das bislang nicht tun, klar im Vorteil.

Für kleinere Verlage lohnt sich außerdem ein Blick auf die wachsende Kluft zur Größenklasse: Wo große Häuser eigene Kompetenzteams aufbauen, brauchen kleinere Verlage vor allem praktikable, klar begrenzte Einstiege statt umfassender Strategiepapiere: etwa über den meistgenannten Weg, den informellen Austausch mit anderen Verlagen. Und Initiativen wie das „Ohne KI“-Label von Loewe zeigen: Transparenz beim Thema KI lässt sich auch offensiv als Differenzierungsmerkmal nutzen, nicht nur als lästige Pflichtübung.

Vom Experiment zum Standard: noch nicht überall

Der Titel der Studie trifft den Kern: Aus dem Experiment mit einzelnen KI-Tools ist in vielen Verlagen ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags geworden. Zum Standard im eigentlichen Sinn, mit Strategie, klaren Regeln und Kennzeichnung, hat es sich bislang aber nur bei einer Minderheit entwickelt. Genau in dieser Lücke zwischen Praxis und Struktur liegt für die Buchbranche in den kommenden Jahren die eigentliche Aufgabe.

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Der EU AI Act

Was die neue KI-Verordnung für Verlage bedeutet

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Der EU AI Act

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Der EU AI Act

Was die neue KI-Verordnung für Verlage bedeutet

Künstliche Intelligenz schreibt Klappentexte, schlägt Titel vor, sortiert Manuskripte und beantwortet Leserfragen. Was vor wenigen Jahren noch Experiment war, gehört in vielen Verlagen längst zum Alltag. Mit dem EU AI Act gibt es jetzt zum ersten Mal einen umfassenden Rechtsrahmen für genau diese Technologie. Wir schauen uns an, was dahintersteckt und was die Verordnung für die Buchbranche heißt.

Was ist der EU AI Act?

Der European Artificial Intelligence Act ist der weltweit erste umfassende Rechtsrahmen für künstliche Intelligenz. Sein Ziel klingt erst einmal abstrakt, ist aber wichtig: KI soll in Europa vertrauenswürdig, sicher und menschenzentriert eingesetzt werden. Statt jede Anwendung gleich zu behandeln, ordnet die Verordnung KI-Systeme nach ihrem Risiko ein. Je größer die möglichen Folgen für Menschen, desto strenger die Anforderungen.

In Kraft ist das Gesetz bereits seit dem 1. August 2024. Seine Pflichten greifen aber nicht auf einen Schlag, sondern nach einem gestaffelten Zeitplan über mehrere Jahre.

Was verboten ist

Einige Anwendungsmöglichkeiten werden im gesamten ausgeschlossen. Dazu gehören bestimmte Formen biometrischer Überwachung, das sogenannte Social Scoring, also das Bewerten von Menschen nach ihrem Verhalten, sowie KI-Systeme, die Menschen gezielt manipulieren. Diese Verbote gelten bereits. Zuletzt kam ein gezieltes Verbot von KI hinzu, die intime Inhalte ohne Einwilligung der abgebildeten Person erzeugt.

Urheberrecht und Trainingsdaten

Für Verlage ist ein anderer Punkt mindestens genauso spannend. Anbieter großer KI-Modelle müssen das europäische Urheberrecht einhalten. Konkret heißt das: Rechteinhaber dürfen der Nutzung ihrer Werke für das Training von KI widersprechen. Wer seine Inhalte schützen möchte, kann das also aktiv festlegen, und die Anbieter müssen Mechanismen einrichten, um diesen Vorbehalt zu respektieren.

Dazu kommt eine Pflicht zur Offenlegung. Anbieter müssen zusammenfassen und veröffentlichen, mit welchen Inhalten ihre Modelle trainiert wurden. Für eine Branche, deren Kapital aus Texten besteht, ist das ein wichtiges Detail. Zum ersten Mal entsteht eine rechtliche Grundlage, um nachzuvollziehen und mitzubestimmen, ob die eigenen Werke in KI-Systemen landen.

 

Der Zeitplan und was ab 2026 gilt

Das Herzstück des Zeitplans ist der 2. August 2026. Nach aktueller Rechtslage greift dann der Großteil der Verordnung. Dazu gehören die Transparenzpflichten, etwa die Kennzeichnung von KI-erzeugten Inhalten, die Anforderungen an sogenannte Hochrisiko-Systeme, eine öffentliche Registrierungsdatenbank und die Durchsetzungsbefugnisse der Behörden. Wer gegen die Regeln verstößt, riskiert empfindliche Strafen von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Der Zeitplan hat sich inzwischen geändert. Mit dem sogenannten „Digital Omnibus“ haben EU-Parlament und Rat einen Teil der Pflichten offiziell verschoben. Das Parlament stimmte am 16. Juni 2026 zu, der Rat nahm den Text am 29. Juni 2026 final an. Die strengen Anforderungen an Hochrisiko-Systeme greifen damit erst zum 2. Dezember 2027, für in Produkte eingebettete Systeme erst im August 2028. Die Veröffentlichung im EU-Amtsblatt wird für Juli 2026 erwartet.

Für Verlage heißt das vor allem eins: Die neu gewonnene Zeit ist kein Grund, die Vorbereitung zu pausieren.

 

Was bedeutet das für Verlage?

Unterm Strich verschiebt der EU AI Act einiges zugunsten der Inhalteanbieter. Verlage bekommen mehr Kontrolle über ihre eigenen Werke und ihr Urheberrecht. Gleichzeitig sind neue Konflikte mit KI-Anbietern absehbar, etwa dann, wenn unklar bleibt, welche Inhalte tatsächlich für das Training verwendet wurden.

Auf der Pflichtenseite kommt die Kennzeichnung hinzu. Wo KI im Spiel ist, müssen Texte, Metadaten und Inhalte als solche erkennbar sein. Und schließlich lohnt es sich, frühzeitig interne Strukturen aufzubauen, also festzulegen, wer KI-Nutzung dokumentiert, prüft und verantwortet. Was nach Bürokratie klingt, ist in der Praxis vor allem eine Frage der Übersicht.

 

Werkzeug, kein Selbstläufer

Der EU AI Act macht deutlich, was wir an anderer Stelle schon beim Thema KI gesehen haben: Die Technologie bleibt ein Werkzeug, das Regeln und menschliche Aufsicht braucht. Für die Buchbranche ist die Verordnung dabei weniger Bedrohung als Chance, die eigenen Inhalte bewusster zu schützen und den Umgang mit KI auf eine klare Grundlage zu stellen. Wer den Zeitplan im Blick behält, ist gut vorbereitet, unabhängig davon wie die letzten Details ausgehen.

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Nachhaltigkeit im Fachverlag wird zur Führungsaufgabe

Nachhaltigkeit im Fachverlag wird zur Führungsaufgabe

Nachhaltigkeit im Fachverlag wird zur Führungsaufgabe

Nachhaltigkeit hat sich im Fachverlagswesen zu einem handfesten Steuerungsthema entwickelt. Sie betrifft längst nicht nur ökologische Aspekte der Produktion. Regulatorische Vorgaben, erweiterte Berichtspflichten und steigende Erwartungen institutioneller Kunden wirken direkt auf Geschäftsmodelle und Prozesse.

Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hat die Europäische Union die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung deutlich erweitert. Große und kapitalmarktorientierte Unternehmen müssen strukturiert offenlegen, wie sie mit Umwelt- und Sozialthemen umgehen und welche Risiken damit verbunden sind. Die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) konkretisieren, welche Informationen erhoben und in welcher Form sie dokumentiert werden müssen.

Parallel dazu entsteht mit der Green Claims Directive ein Rechtsrahmen, der Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen stärker überprüfbar machen soll. Ökologische Versprechen müssen wissenschaftlich fundiert und nachvollziehbar belegt sein.

Für Fachverlage entsteht daraus eine strategische Aufgabe. Nachhaltigkeit wirkt in Programmplanung, Produktionssteuerung, Datenmanagement, Controlling und Kommunikation hinein. Besonders Häuser mit hybriden Angeboten, regelmäßig aktualisierten Werken oder datenbankgestützten Informationssystemen stehen vor der Herausforderung, bestehende Strukturen an neue Anforderungen anzupassen.

Wo die Umweltbilanz tatsächlich entsteht

In der öffentlichen Diskussion steht häufig das Papier im Mittelpunkt. Die Herstellung von Papier verursacht entlang der gesamten Wertschöpfungskette relevante Umweltwirkungen. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Recyclingpapier beim Energieverbrauch, beim Wasserbedarf und bei Treibhausgasemissionen günstiger abschneidet als Papier aus Frischfasern.

Für Fachverlage entscheidet sich die ökologische Bilanz jedoch an mehreren Stellen im operativen Alltag. Eine Rolle spielen insbesondere:

  • die Höhe der Auflage
    • die Qualität der Absatzprognose
    • die Remissionsquote
    • Lagerdauer und Distributionswege
    • Aktualisierungszyklen bei periodischen Werken

Diese Faktoren beeinflussen Ressourcenverbrauch und Emissionen unmittelbar. Realistische Prognosen, flexible Produktionsmodelle und eine präzise Steuerung reduzieren Überbestände und vermeiden unnötige Transporte. Das wirkt sich auf Umweltkennzahlen ebenso aus wie auf die Kostenstruktur.

Nachhaltigkeit beginnt daher bei der Abstimmung zwischen Programmplanung und tatsächlicher Nachfrage.

Print und Digital im Zusammenspiel

Die Frage nach der nachhaltigeren Publikationsform wird häufig verkürzt diskutiert. Gedruckte Produkte benötigen Rohstoffe und physische Logistik. Digitale Angebote erfordern Rechenzentren, Netzinfrastruktur und Endgeräte, deren Herstellung und Betrieb ebenfalls Energie verbrauchen.

Die Umweltwirkung hängt stark vom Nutzungskontext ab. Nutzungsdauer, Aktualisierungshäufigkeit und technische Infrastruktur beeinflussen die Gesamtbilanz erheblich. Für Fachverlage ergibt sich daraus eine Gestaltungsaufgabe: Print- und Digitalangebote müssen strategisch aufeinander abgestimmt werden. Digitale Aktualisierungen können Druckauflagen reduzieren. Eine präzise gesteuerte Printproduktion senkt Lagerbestände und Remissionen.

Nachhaltigkeit entsteht durch abgestimmte Prozesse und realistische Planungsannahmen.

ESG als Steuerungsinstrument

Die Europäische Kommission betont im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung die Bedeutung standardisierter, vergleichbarer und prüfbarer Daten. Nachhaltigkeitsinformationen werden Teil der regulären Unternehmensberichterstattung und unterliegen klaren Qualitätsanforderungen.

Internationale Rahmenwerke wie die Global Reporting Initiative (GRI) unterstützen diese Entwicklung durch etablierte Berichtsstandards.

Für Fachverlage bedeutet das konkret, Emissionsdaten, Energieverbräuche, Materialeinsätze und Informationen zur Lieferkette strukturiert zu erfassen und konsistent auszuwerten. Ohne integrierte Systeme steigt der Abstimmungsaufwand erheblich. Klare Prozesse und definierte Verantwortlichkeiten erhöhen die Transparenz und verbessern die Steuerungsfähigkeit.

Datenqualität entwickelt sich damit zu einem strategischen Faktor.

Datenarchitektur und organisatorische Realität

In vielen Fachverlagen liegen relevante Informationen in unterschiedlichen Systemen. Produktionsdaten befinden sich bei Druckereien, Logistikkennzahlen bei Dienstleistern, Energiedaten im Facility Management und Vertriebszahlen im ERP-System. Diese historisch gewachsenen Strukturen erschweren eine konsolidierte Sicht.

Wer Daten systematisch zusammenführt, erfüllt regulatorische Anforderungen und gewinnt zugleich ein klareres Verständnis der eigenen Prozesse. ESG-Daten liefern Impulse für Investitionsentscheidungen, Produktionsplanung und Risikobewertung.

Glaubwürdigkeit und Marktvertrauen

Mit der geplanten Green Claims Directive werden Aussagen zur Nachhaltigkeit stärker überprüfbar. Umweltbezogene Kommunikation muss transparent dokumentiert und nachvollziehbar begründet sein.

Gerade Fachverlage, die mit öffentlichen Einrichtungen, Kanzleien, Unternehmen oder wissenschaftlichen Institutionen zusammenarbeiten, stehen hier unter besonderer Beobachtung. Glaubwürdigkeit entsteht dort, wo Aussagen mit belastbaren Daten hinterlegt sind.

Nachhaltigkeit und langfristige Stabilität

Im Rahmen der EU-Strategie für Sustainable Finance wird Nachhaltigkeitsberichterstattung mit langfristiger Stabilität und verantwortungsvoller Kapitalallokation verknüpft.

Für Fachverlage bedeutet das, Nachhaltigkeit in strategische Entscheidungen einzubeziehen. Sie beeinflusst Investitionsplanung, Partnerschaften, Finanzierungsmöglichkeiten und Marktpositionierung.

Im Kern geht es um Klarheit. Klarheit über Prozesse, Daten und Verantwortung.

Dort entfaltet Nachhaltigkeit im Fachverlag ihre strategische Wirkung.

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Urheberrechtsreform und digitale Verlagsstrategien

Urheberrechtsreform und digitale Verlagsstrategien

Urheberrechtsreform und digitale Verlagsstrategien

Wer digitale Produkte im Verlag betreut, erlebt oft genau diesen Widerspruch: Technisch ist vieles möglich, strategisch einiges geplant, aber rechtlich bleiben Fragen offen. Fach- und Wissenschaftsverlage, die langfristige Programme, Reihen oder digitale Plattformmodelle entwickeln, stehen vor entscheidenden Fragen. Können neue Angebote reibungslos wachsen oder entstehen rechtliche Stolpersteine?

Digitale Geschäftsmodelle sind heute ein zentraler Bestandteil der Verlagsstrategie. Inhalte werden modularer, Plattformangebote weiterentwickelt und neue Ausspielwege ergänzen klassische Print- und E-Book-Formate. In diesem Umfeld spielt das Urheberrecht eine aktive Rolle, weil es direkt beeinflusst, wie Produkte gestaltet, genutzt und wirtschaftlich verwertet werden können.

BEG IV bringt Orientierung für digitale Modelle

Seit Januar 2025 sorgt das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz (BEG IV) für mehr Klarheit in der Praxis. Ziel war es nicht, das Urheberrecht neu zu ordnen, sondern bestehende Regelungen klarer zu fassen und rechtliche Unsicherheiten abzubauen. Die Reform zeigt, dass frühere Unklarheiten im Urhebervertragsrecht unnötige Hürden erzeugt haben.

Für Verlage bedeutet dies vor allem, dass sie ihre Vertragswerke aktiv an die Realität digitaler Geschäftsmodelle anpassen müssen, statt sich auf alte Muster zu verlassen.

Urheberrecht als strategischer Faktor

Digitale Angebote entstehen selten als fertiges Produkt. Sie entwickeln sich iterativ, werden erweitert, modularisiert und technisch ausdifferenziert. An dieser Schnittstelle zeigt sich die strategische Bedeutung des Urheberrechts. Es beeinflusst direkt, wie flexibel ein Verlag neue Digitalstrategien rechtlich absichern kann.

Die Reform legt nahe, dass ein enger Dialog zwischen Produktentwicklung und Rechtsabteilung notwendig ist. Andernfalls entstehen Risiken, die die Einführung neuer Modelle verzögern könnten.

31a UrhG regelt unbekannte Nutzungsarten

31a UrhG behandelt Nutzungsarten, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch nicht absehbar waren. Besonders relevant sind modulare Wissensbausteine, neue Plattformfunktionen oder Schnittstellen-Ausspielungen. Viele Verträge aus 2023 und 2024 sind für solche Szenarien nicht ausreichend geregelt.

Wenn ein Verlag modulare Inhalte auf einer Plattform einführt, zeigt sich erst bei der Umsetzung, ob die Vertragsregelungen ausreichen oder eine Anpassung notwendig ist. Neue Nutzungen müssen bewusst und vertraglich sauber geregelt werden.

40 UrhG für Reihen und Serien

40 UrhG regelt Verträge über künftige Werke und ist besonders wichtig für fortlaufende Formate. Schriftform bleibt verpflichtend, außerdem gilt ein Kündigungsrecht nach fünf Jahren. Verzögerungen einzelner Bände betreffen nicht nur Printprodukte, sondern auch digitale Pakete, Plattformangebote und institutionelle Lizenzmodelle.

Ein Beispiel aus der Praxis: Wird ein Band einer Serie verspätet geliefert, kann ohne klare vertragliche Regelungen ein digitales Paket nicht veröffentlicht werden. Solche Situationen zeigen, wie entscheidend rechtlich saubere Vereinbarungen sind.

32c UrhG berücksichtigt wirtschaftliche Dynamik

Digitale Produkte entfalten oft erst im Betrieb ihr volles wirtschaftliches Potenzial, zum Beispiel Plattformangebote oder institutionelle Lizenzen. §32c UrhG erlaubt eine Zusatzvergütung, wenn unerwarteter wirtschaftlicher Erfolg eintritt. Für Verlage wird dies relevant, sobald neue digitale Nutzungen erfolgreich etabliert werden und ihr wirtschaftlicher Wert erst im laufenden Betrieb sichtbar wird.

Übergangsvorschriften und Formanforderungen

132 UrhG legt fest, wann neue Formanforderungen auf bestehende Verträge angewendet werden. Schriftform, elektronische Form und Textform müssen klar unterschieden werden (§126 BGB, §126a BGB, §126b BGB).

Besondere Vorsicht ist bei digitalen Vertragsprozessen geboten. Erleichterungen für Verwertungsgesellschaften gelten nicht für klassische Verlagsverträge. Andernfalls riskieren Verlage, dass Vereinbarungen rechtlich unwirksam sind.

Handlungsempfehlungen für Verlage

Die Reform schafft Orientierung, ersetzt jedoch nicht die aktive Prüfung bestehender Strukturen. Für eine solide Umsetzung empfiehlt es sich:

Praktische Schritte:
• Vertragsbestände der letzten Jahre sichten und digitale Nutzungen prüfen
• Neue digitale Nutzungsarten klar definieren (§31a UrhG)
• Reihen- und Serienverträge sorgfältig analysieren und zeitgerecht sichern (§40 UrhG)
• Vergütungsmodelle an digitale Wachstumsdynamik anpassen (§32c UrhG)

Mit dieser Vorgehensweise gewinnen Verlage nicht nur Rechtssicherheit, sondern auch strategische Flexibilität. Die Reform eröffnet die Möglichkeit, digitale Produkte bewusst weiterzuentwickeln, Programme langfristig zu planen und flexibel auf Veränderungen im Markt zu reagieren.

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Von der Leserschaft zur Community

Von der Leserschaft zur Community

Von der Leserschaft zur Community

Wie Fachverlage Nähe und Bindung aufbauen

Fachverlage begleiten Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich in ihren Themen weiterentwickeln wollen. Sie bieten Orientierung, halten Wissen aktuell und schaffen Zugänge zu komplexen Fachfragen. Lange geschah das vor allem über Zeitschriften, Bücher, Newsletter oder Tagungen. Heute sieht das anders aus. Wissen entsteht immer häufiger dort, wo Menschen miteinander sprechen und sich austauschen – nicht nur dort, wo Inhalte erscheinen.

Viele Verlage reagieren darauf und öffnen digitale Räume, in denen Fachleute Themen gemeinsam weiterdenken können. Die Fachpresse-Statistik 2024 zeigt deutlich, dass digitale Produkte und Veranstaltungsformate wachsen. Fachmedienhäuser nutzen sie, um näher an ihre Zielgruppen zu rücken und Austausch sichtbarer zu machen.

Community meint in diesem Kontext keinen Massenandrang. Es geht vielmehr um Orte, an denen Personen mit ähnlichen Herausforderungen miteinander ins Gespräch kommen und von den Erfahrungen anderer profitieren. Fachverlage bringen dafür viel mit: redaktionelle Kompetenz, Nähe zu ihren Themenfeldern und gewachsene Beziehungen in ihre Branchen. Auch die Rolle der Redaktion verändert sich. Sie bleibt kuratierend, tritt aber stärker in den Dialog. Aus Publikation wird Beziehung.

Von der Publikation zur Beziehung

Wie Informationen heutzutage gefunden werden, hat sich spürbar verändert. Inhalte werden nicht mehr nur aktiv gesucht, sondern erscheinen in Feeds, Messengerkanälen und anderen digitalen Umgebungen oft von selbst. Gleichzeitig bleibt die gezielte Suche ein zentraler Einstiegspunkt. Die ARD-ZDF-Onlinestudie 2023 zeigt, dass vier von fünf Menschen mindestens einmal pro Woche Suchfunktionen nutzen. Für viele sind digitale Wege damit der selbstverständliche Einstieg in Fach- und Nachrichtenthemen.

Damit wächst der Wunsch nach Einordnung: Was bedeutet eine Entwicklung für meinen Alltag, mein Team oder meine Branche? Wie gehen andere damit um? Welche Fragen stellen sie? Solche Orientierung entsteht nicht durch das reine Lesen eines Artikels. Sie entsteht im Austausch und in der Begegnung.

Die Mainzer Langzeitstudie Medienvertrauen macht deutlich, dass Menschen redaktionell verantworteten Medien deutlich mehr vertrauen als Informationen aus sozialen Netzwerken. Das spricht dafür, dass redaktionell betreute Räume mehr Glaubwürdigkeit vermitteln als unmoderierte Onlineumgebungen.

Ein fiktives Beispiel zeigt, wie das in der Praxis aussehen kann: Ein technischer Fachverlag bot ursprünglich eine reine Informationssprechstunde an. Doch die Gespräche entwickelten sich weiter. Die Redaktion griff Beiträge auf, stellte Fragen zurück und stellte Verbindungen zwischen Sichtweisen her. Aus einem Informationsangebot entstand ein gemeinsamer Denkraum – ein Ort, an dem sich Menschen fachlich austauschen konnten und sich ernst genommen fühlten.

Was Fach-Communities auszeichnet

Fach-Communities wachsen dort, wo Menschen über längere Zeit in Kontakt bleiben und ein gemeinsames Thema verbindet. Drei Dinge sind dabei besonders wichtig:

Eine sichtbare Redaktion

Sie setzt Impulse, schafft Orientierung und hält den Rahmen.

Regelmäßige Austauschformate

Wenn ein Treffen immer wieder stattfindet, entsteht Verlässlichkeit und die Beteiligung wächst.

Ein leichter Zugang

Je einfacher es ist mitzumachen, desto eher entsteht Beteiligung.

Die Forschung bestätigt, wie wertvoll solche Räume sein können. Zum Beispiel beschreibt das PrEval-Projekt der HSFK, dass Austauschstrukturen den das Teilen von Wissen verbessern und gemeinsame Lösungsansätze fördern können. Und eine aktuelle Studie zu Communities of Practice weist darauf hin, dass solche Gemeinschaften das organisationale Lernen sichtbar stärken.

Damit ist klar: Community entsteht nicht über Nacht. Sie wächst mit den Themen, mit den Menschen und mit der Zeit.

Moderation als Beziehungsarbeit

Moderation stellt das Herzstück redaktioneller Community-Arbeit dar. Sie macht sichtbar, dass Beiträge gehört werden und dass Gespräche weitergeführt werden sollen. Untersuchungen der Universität Mainz zeigen, dass Vertrauen auch damit zusammenhängt, wie respektvoll und sachlich öffentliche Diskussionen erlebt werden. Das ist ein starkes Argument für redaktionell betreute Räume.

Moderation heißt nicht, Diskussionen eng zu führen. Im Gegenteil: Es geht darum, zuzuhören, präsent zu sein, zu spiegeln und Impulse zu geben, die Gespräche bereichern. Fachverlage haben dafür ideale Voraussetzungen. Ihre redaktionelle Kompetenz und die Kontinuität ihrer Arbeit schaffen Vertrauen, das sich in digitalen Räumen direkt auswirkt. Wer Moderation als Teil der publizistischen Arbeit versteht, schafft Bindung.

Community-Strategie für Fachverlage ab 2026

Community sollte man nicht als Projekt mit Start und Enddatum handhaben. Vielmehr bedarf es Pflege, Aufmerksamkeit und einer klaren Haltung. Vier Punkte unterstützen diesen Prozess:

  • Erfolg zeigt sich daran, dass Menschen wiederkommen
  • Offene Plattformen schaffen Zugang, eigene Räume vertiefen Bindung
  • Klare Zuständigkeiten machen Community-Arbeit wirksam
  • Redaktionelle Qualität stärkt Loyalität und Vertrauen

Der BDZV Trendbericht 2024 unterstreicht dies. Achtundachtzig Prozent der befragten Verlage sind überzeugt, dass höhere redaktionelle Qualität die Bindung zu Leser:innen erhöht.

Community-Arbeit ist also nicht als Zusatzaufgabe abzutun, sondern als Weiterentwicklung redaktioneller Arbeit wahrzunehmen.

Fazit

Community entsteht dort, wo Leute miteinander sprechen, sich einbringen und Resonanz erfahren. Sie lebt von Vertrauen, Kontinuität und echter Zuwendung zu Themen und Menschen. Fachverlage bringen alles mit, was solche Räume brauchen: kuratorische Kompetenz, Themenkenntnis und redaktionelle Integrität.

Wer Community als kontinuierliche Praxis versteht, gewinnt nicht nur Nähe und Bindung, sondern stärkt auch langfristig die Zukunft seines Hauses. Denn dort, wo miteinander gedacht und sich ausgetauscht wird, entstehen neue Sichtweisen, frühere Trendindikatoren und eine stärkere fachliche Reputation.

Wissen entsteht heute also nicht nur durch Publikation. Sie entsteht im Gespräch und im gemeinsamen Weiterdenken.

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So sichern Fachverlage ihren Erfolg zwischen Print und Online

Fast jeder zweite Euro in der Fachpresse wird heute digital verdient! Fachverlage stehen vor einem entscheidenden Wandel. Klassische Zeitschriften-Auflagen stagnieren oder sinken, während digitale Formate wie E-Learning-Angebote, spezialisierte Datenbanken und Online-Events zweistellige Wachstumsraten erzielen. Wer seine Geschäftsmodelle jetzt anpasst, kann neue Wachstumsfelder erschließen und seine Marktposition sichern.

Die Fachpresse-Statistik 2024 zeigt: Der Gesamtumsatz der Fachmedienhäuser lag bei 8,55 Milliarden Euro – davon 3,93 Milliarden Euro (46 Prozent) aus digitalen Angeboten. Print sank um 5 Prozent, digitale Produkte wuchsen um 6,7 Prozent. Besonders E-Learning, Datenbanken und Online-Events legten zu. Laut dem MVFP (Medienverband der freien Presse) erzielen inzwischen 60 Prozent der Fachverlage Umsätze mit digitalen oder hybriden Angeboten.

Fachverlage müssen ihre Stärken – Expertise, Vertrauen und Fachwissen – mit digitalen Formaten verbinden, um relevant zu bleiben. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf eine Auswahl der wichtigsten Handlungsfelder, die den digitalen Wandel konkret unterstützen.

1. Zielgruppen wirklich verstehen

Digitale Angebote wirken nur, wenn sie zielgerichtet entwickelt werden. Wer seine Leserschaft genau kennt, trifft bessere Entscheidungen zu Formaten, Preismodellen und Kanälen.

Das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) betont: Nutzer erwarten personalisierte und adaptive Informationsangebote.

Praktische Maßnahmen für Fachverlage:

  • Analysieren Sie, welche Themen in Fachartikeln oder Datenbanken am häufigsten genutzt oder heruntergeladen werden. 
  • Prüfen Sie, ob Webinare und Online-Events den Weiterbildungserfolg und aktive Teilnehmerzahlen fördern. 
  • Werten Sie Kennzahlen wie Verweildauer, Downloads oder aktive Teilnahme aus, um echten Mehrwert zu erkennen.

Sobald die Zielgruppe klar definiert ist, gilt es, die richtigen technischen Grundlagen zu schaffen, damit Inhalte effizient ausgespielt werden.

2. CMS und Mobile: Effizienz sichern

Ein modernes CMS (Content-Management-System) ist das Rückgrat digitaler Prozesse. Headless-CMS-Lösungen ermöglichen zentrale Verwaltung und Ausspielung auf Website, App, Newsletter oder Partnerplattformen.

Der Bitkom Digital Office Index 2024 zeigt: Unternehmen mit gut integrierten Systemen arbeiten effizienter und flexibler.

Checkliste CMS für Fachverlage:

  • Inhalte automatisch auf Website, App und Newsletter ausspielen
  • Schnittstellen zu Fachportalen oder Bibliotheksplattformen nutzen 

Ladezeiten und Benutzerfreundlichkeit auf Smartphones prüfen (StatCounter)

3. KI und Automatisierung: Mehr Zeit für Inhalte

Künstliche Intelligenz hilft bei Strukturierung, Metadatenvergabe, Recherche und Themenanalyse. So gewinnen Redakteur:innen Zeit für anspruchsvolle Inhalte und die kontinuierliche Pflege von Expertenwissen.

Über 70 Prozent der Fachverlage nutzen bereits KI-Tools für Themenanalyse, SEO und Personalisierung (Fachpresse-Statistik 2024).

4. Geschäftsmodelle entwickeln

Digitale Geschäftsmodelle funktionieren selten mit nur einem Erlösstrom. Fachverlage kombinieren:

  • Abos
  • Lizenzen und Paywalls
  • Memberships
  • Micropayments
  • Unternehmenslösungen

Besonders erfolgreich sind hybride Modelle, die Webinare mit Fachprüfungen verbinden, Unternehmenslizenzen für Datenbanken anbieten oder Tools für Workflow-Optimierung bereitstellen.

Tipp: Kommunizieren Sie klar, welchen Mehrwert Ihre digitalen Produkte liefern, und nutzen Sie zusätzliche Erlösquellen aktiv. Mit den richtigen Geschäftsmodellen wird Produktmanagement anschließend zum Motor für schnelle Tests und Skalierung.

5. Produktmanagement: Ideen schneller testen

Gutes Produktmanagement beschleunigt die digitale Transformation. Die Studie „Produktmanagement 2.0 für Fachverlage“ zeigt: Innovationszyklen werden kürzer, datenbasierte Entscheidungen wichtiger.

Praxisbeispiele:

  • Wöchentliche Nutzungsstatistiken auswerten
  • Feedbackrunden nach Webinaren durchführen
  • Pilotreihen für neue digitale Formate testen

So entsteht ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, bevor Inhalte, Preise oder Kanäle vollständig ausgerollt werden.

Herausforderungen erkennen und meistern

Digitale Transformation ist kein Selbstläufer. Fachverlage stehen vor steigenden Kosten, sinkenden Werbeerlösen und teurer IT. Fachkräftemangel in Digital Marketing und Datenanalyse verschärft die Situation.

Investitionen in digitale Kompetenzen und Infrastruktur sind entscheidend. Starten Sie mit kleinen Projekten, wie etwa einem E-Learning-Kurs oder einer Mini-Subscription für eine Datenbank. Definieren Sie klare KPIs, wie zum Beispiel Nutzerzahlen, Abonnentenwachstum oder Event-Teilnahmen. Testen Sie kontinuierlich neue Formate und sammeln Sie Feedback. So werden Risiken minimiert und innovative Angebote gleichzeitig gefördert.

Fazit: Chancen aktiv gestalten

Digitale Transformation bedeutet, Stärken neu zu denken. Fachverlage verfügen über Expertise, Vertrauen und Inhalte, von denen Menschen wirklich profitieren können. Wenn diese Qualitäten mit moderner Technologie, Datenkompetenz und vielfältigen Erlösmodellen kombiniert werden, entsteht Zukunftsfähigkeit.

Wer heute investiert – in Systeme, Wissen und Menschen – kann in den nächsten Jahren wachsen. Digitalisierung ist als dauerhafter Prozess zu sehen und erfordert Mut, Ausdauer und Neugier. Fachverlage, die diesen Weg bewusst gehen, stellen sich auch langfristig sicher auf.

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