Urheberrechtsreform und digitale Verlagsstrategien

Urheberrechtsreform und digitale Verlagsstrategien

Urheberrechtsreform und digitale Verlagsstrategien

Wer digitale Produkte im Verlag betreut, erlebt oft genau diesen Widerspruch: Technisch ist vieles möglich, strategisch einiges geplant, aber rechtlich bleiben Fragen offen. Fach- und Wissenschaftsverlage, die langfristige Programme, Reihen oder digitale Plattformmodelle entwickeln, stehen vor entscheidenden Fragen. Können neue Angebote reibungslos wachsen oder entstehen rechtliche Stolpersteine?

Digitale Geschäftsmodelle sind heute ein zentraler Bestandteil der Verlagsstrategie. Inhalte werden modularer, Plattformangebote weiterentwickelt und neue Ausspielwege ergänzen klassische Print- und E-Book-Formate. In diesem Umfeld spielt das Urheberrecht eine aktive Rolle, weil es direkt beeinflusst, wie Produkte gestaltet, genutzt und wirtschaftlich verwertet werden können.

BEG IV bringt Orientierung für digitale Modelle

Seit Januar 2025 sorgt das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz (BEG IV) für mehr Klarheit in der Praxis. Ziel war es nicht, das Urheberrecht neu zu ordnen, sondern bestehende Regelungen klarer zu fassen und rechtliche Unsicherheiten abzubauen. Die Reform zeigt, dass frühere Unklarheiten im Urhebervertragsrecht unnötige Hürden erzeugt haben.

Für Verlage bedeutet dies vor allem, dass sie ihre Vertragswerke aktiv an die Realität digitaler Geschäftsmodelle anpassen müssen, statt sich auf alte Muster zu verlassen.

Urheberrecht als strategischer Faktor

Digitale Angebote entstehen selten als fertiges Produkt. Sie entwickeln sich iterativ, werden erweitert, modularisiert und technisch ausdifferenziert. An dieser Schnittstelle zeigt sich die strategische Bedeutung des Urheberrechts. Es beeinflusst direkt, wie flexibel ein Verlag neue Digitalstrategien rechtlich absichern kann.

Die Reform legt nahe, dass ein enger Dialog zwischen Produktentwicklung und Rechtsabteilung notwendig ist. Andernfalls entstehen Risiken, die die Einführung neuer Modelle verzögern könnten.

31a UrhG regelt unbekannte Nutzungsarten

31a UrhG behandelt Nutzungsarten, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch nicht absehbar waren. Besonders relevant sind modulare Wissensbausteine, neue Plattformfunktionen oder Schnittstellen-Ausspielungen. Viele Verträge aus 2023 und 2024 sind für solche Szenarien nicht ausreichend geregelt.

Wenn ein Verlag modulare Inhalte auf einer Plattform einführt, zeigt sich erst bei der Umsetzung, ob die Vertragsregelungen ausreichen oder eine Anpassung notwendig ist. Neue Nutzungen müssen bewusst und vertraglich sauber geregelt werden.

40 UrhG für Reihen und Serien

40 UrhG regelt Verträge über künftige Werke und ist besonders wichtig für fortlaufende Formate. Schriftform bleibt verpflichtend, außerdem gilt ein Kündigungsrecht nach fünf Jahren. Verzögerungen einzelner Bände betreffen nicht nur Printprodukte, sondern auch digitale Pakete, Plattformangebote und institutionelle Lizenzmodelle.

Ein Beispiel aus der Praxis: Wird ein Band einer Serie verspätet geliefert, kann ohne klare vertragliche Regelungen ein digitales Paket nicht veröffentlicht werden. Solche Situationen zeigen, wie entscheidend rechtlich saubere Vereinbarungen sind.

32c UrhG berücksichtigt wirtschaftliche Dynamik

Digitale Produkte entfalten oft erst im Betrieb ihr volles wirtschaftliches Potenzial, zum Beispiel Plattformangebote oder institutionelle Lizenzen. §32c UrhG erlaubt eine Zusatzvergütung, wenn unerwarteter wirtschaftlicher Erfolg eintritt. Für Verlage wird dies relevant, sobald neue digitale Nutzungen erfolgreich etabliert werden und ihr wirtschaftlicher Wert erst im laufenden Betrieb sichtbar wird.

Übergangsvorschriften und Formanforderungen

132 UrhG legt fest, wann neue Formanforderungen auf bestehende Verträge angewendet werden. Schriftform, elektronische Form und Textform müssen klar unterschieden werden (§126 BGB, §126a BGB, §126b BGB).

Besondere Vorsicht ist bei digitalen Vertragsprozessen geboten. Erleichterungen für Verwertungsgesellschaften gelten nicht für klassische Verlagsverträge. Andernfalls riskieren Verlage, dass Vereinbarungen rechtlich unwirksam sind.

Handlungsempfehlungen für Verlage

Die Reform schafft Orientierung, ersetzt jedoch nicht die aktive Prüfung bestehender Strukturen. Für eine solide Umsetzung empfiehlt es sich:

Praktische Schritte:
• Vertragsbestände der letzten Jahre sichten und digitale Nutzungen prüfen
• Neue digitale Nutzungsarten klar definieren (§31a UrhG)
• Reihen- und Serienverträge sorgfältig analysieren und zeitgerecht sichern (§40 UrhG)
• Vergütungsmodelle an digitale Wachstumsdynamik anpassen (§32c UrhG)

Mit dieser Vorgehensweise gewinnen Verlage nicht nur Rechtssicherheit, sondern auch strategische Flexibilität. Die Reform eröffnet die Möglichkeit, digitale Produkte bewusst weiterzuentwickeln, Programme langfristig zu planen und flexibel auf Veränderungen im Markt zu reagieren.

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Von der Leserschaft zur Community

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Von der Leserschaft zur Community

Wie Fachverlage Nähe und Bindung aufbauen

Fachverlage begleiten Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich in ihren Themen weiterentwickeln wollen. Sie bieten Orientierung, halten Wissen aktuell und schaffen Zugänge zu komplexen Fachfragen. Lange geschah das vor allem über Zeitschriften, Bücher, Newsletter oder Tagungen. Heute sieht das anders aus. Wissen entsteht immer häufiger dort, wo Menschen miteinander sprechen und sich austauschen – nicht nur dort, wo Inhalte erscheinen.

Viele Verlage reagieren darauf und öffnen digitale Räume, in denen Fachleute Themen gemeinsam weiterdenken können. Die Fachpresse-Statistik 2024 zeigt deutlich, dass digitale Produkte und Veranstaltungsformate wachsen. Fachmedienhäuser nutzen sie, um näher an ihre Zielgruppen zu rücken und Austausch sichtbarer zu machen.

Community meint in diesem Kontext keinen Massenandrang. Es geht vielmehr um Orte, an denen Personen mit ähnlichen Herausforderungen miteinander ins Gespräch kommen und von den Erfahrungen anderer profitieren. Fachverlage bringen dafür viel mit: redaktionelle Kompetenz, Nähe zu ihren Themenfeldern und gewachsene Beziehungen in ihre Branchen. Auch die Rolle der Redaktion verändert sich. Sie bleibt kuratierend, tritt aber stärker in den Dialog. Aus Publikation wird Beziehung.

Von der Publikation zur Beziehung

Wie Informationen heutzutage gefunden werden, hat sich spürbar verändert. Inhalte werden nicht mehr nur aktiv gesucht, sondern erscheinen in Feeds, Messengerkanälen und anderen digitalen Umgebungen oft von selbst. Gleichzeitig bleibt die gezielte Suche ein zentraler Einstiegspunkt. Die ARD-ZDF-Onlinestudie 2023 zeigt, dass vier von fünf Menschen mindestens einmal pro Woche Suchfunktionen nutzen. Für viele sind digitale Wege damit der selbstverständliche Einstieg in Fach- und Nachrichtenthemen.

Damit wächst der Wunsch nach Einordnung: Was bedeutet eine Entwicklung für meinen Alltag, mein Team oder meine Branche? Wie gehen andere damit um? Welche Fragen stellen sie? Solche Orientierung entsteht nicht durch das reine Lesen eines Artikels. Sie entsteht im Austausch und in der Begegnung.

Die Mainzer Langzeitstudie Medienvertrauen macht deutlich, dass Menschen redaktionell verantworteten Medien deutlich mehr vertrauen als Informationen aus sozialen Netzwerken. Das spricht dafür, dass redaktionell betreute Räume mehr Glaubwürdigkeit vermitteln als unmoderierte Onlineumgebungen.

Ein fiktives Beispiel zeigt, wie das in der Praxis aussehen kann: Ein technischer Fachverlag bot ursprünglich eine reine Informationssprechstunde an. Doch die Gespräche entwickelten sich weiter. Die Redaktion griff Beiträge auf, stellte Fragen zurück und stellte Verbindungen zwischen Sichtweisen her. Aus einem Informationsangebot entstand ein gemeinsamer Denkraum – ein Ort, an dem sich Menschen fachlich austauschen konnten und sich ernst genommen fühlten.

Was Fach-Communities auszeichnet

Fach-Communities wachsen dort, wo Menschen über längere Zeit in Kontakt bleiben und ein gemeinsames Thema verbindet. Drei Dinge sind dabei besonders wichtig:

Eine sichtbare Redaktion

Sie setzt Impulse, schafft Orientierung und hält den Rahmen.

Regelmäßige Austauschformate

Wenn ein Treffen immer wieder stattfindet, entsteht Verlässlichkeit und die Beteiligung wächst.

Ein leichter Zugang

Je einfacher es ist mitzumachen, desto eher entsteht Beteiligung.

Die Forschung bestätigt, wie wertvoll solche Räume sein können. Zum Beispiel beschreibt das PrEval-Projekt der HSFK, dass Austauschstrukturen den das Teilen von Wissen verbessern und gemeinsame Lösungsansätze fördern können. Und eine aktuelle Studie zu Communities of Practice weist darauf hin, dass solche Gemeinschaften das organisationale Lernen sichtbar stärken.

Damit ist klar: Community entsteht nicht über Nacht. Sie wächst mit den Themen, mit den Menschen und mit der Zeit.

Moderation als Beziehungsarbeit

Moderation stellt das Herzstück redaktioneller Community-Arbeit dar. Sie macht sichtbar, dass Beiträge gehört werden und dass Gespräche weitergeführt werden sollen. Untersuchungen der Universität Mainz zeigen, dass Vertrauen auch damit zusammenhängt, wie respektvoll und sachlich öffentliche Diskussionen erlebt werden. Das ist ein starkes Argument für redaktionell betreute Räume.

Moderation heißt nicht, Diskussionen eng zu führen. Im Gegenteil: Es geht darum, zuzuhören, präsent zu sein, zu spiegeln und Impulse zu geben, die Gespräche bereichern. Fachverlage haben dafür ideale Voraussetzungen. Ihre redaktionelle Kompetenz und die Kontinuität ihrer Arbeit schaffen Vertrauen, das sich in digitalen Räumen direkt auswirkt. Wer Moderation als Teil der publizistischen Arbeit versteht, schafft Bindung.

Community-Strategie für Fachverlage ab 2026

Community sollte man nicht als Projekt mit Start und Enddatum handhaben. Vielmehr bedarf es Pflege, Aufmerksamkeit und einer klaren Haltung. Vier Punkte unterstützen diesen Prozess:

  • Erfolg zeigt sich daran, dass Menschen wiederkommen
  • Offene Plattformen schaffen Zugang, eigene Räume vertiefen Bindung
  • Klare Zuständigkeiten machen Community-Arbeit wirksam
  • Redaktionelle Qualität stärkt Loyalität und Vertrauen

Der BDZV Trendbericht 2024 unterstreicht dies. Achtundachtzig Prozent der befragten Verlage sind überzeugt, dass höhere redaktionelle Qualität die Bindung zu Leser:innen erhöht.

Community-Arbeit ist also nicht als Zusatzaufgabe abzutun, sondern als Weiterentwicklung redaktioneller Arbeit wahrzunehmen.

Fazit

Community entsteht dort, wo Leute miteinander sprechen, sich einbringen und Resonanz erfahren. Sie lebt von Vertrauen, Kontinuität und echter Zuwendung zu Themen und Menschen. Fachverlage bringen alles mit, was solche Räume brauchen: kuratorische Kompetenz, Themenkenntnis und redaktionelle Integrität.

Wer Community als kontinuierliche Praxis versteht, gewinnt nicht nur Nähe und Bindung, sondern stärkt auch langfristig die Zukunft seines Hauses. Denn dort, wo miteinander gedacht und sich ausgetauscht wird, entstehen neue Sichtweisen, frühere Trendindikatoren und eine stärkere fachliche Reputation.

Wissen entsteht heute also nicht nur durch Publikation. Sie entsteht im Gespräch und im gemeinsamen Weiterdenken.

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So sichern Fachverlage ihren Erfolg zwischen Print und Online

Fast jeder zweite Euro in der Fachpresse wird heute digital verdient! Fachverlage stehen vor einem entscheidenden Wandel. Klassische Zeitschriften-Auflagen stagnieren oder sinken, während digitale Formate wie E-Learning-Angebote, spezialisierte Datenbanken und Online-Events zweistellige Wachstumsraten erzielen. Wer seine Geschäftsmodelle jetzt anpasst, kann neue Wachstumsfelder erschließen und seine Marktposition sichern.

Die Fachpresse-Statistik 2024 zeigt: Der Gesamtumsatz der Fachmedienhäuser lag bei 8,55 Milliarden Euro – davon 3,93 Milliarden Euro (46 Prozent) aus digitalen Angeboten. Print sank um 5 Prozent, digitale Produkte wuchsen um 6,7 Prozent. Besonders E-Learning, Datenbanken und Online-Events legten zu. Laut dem MVFP (Medienverband der freien Presse) erzielen inzwischen 60 Prozent der Fachverlage Umsätze mit digitalen oder hybriden Angeboten.

Fachverlage müssen ihre Stärken – Expertise, Vertrauen und Fachwissen – mit digitalen Formaten verbinden, um relevant zu bleiben. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf eine Auswahl der wichtigsten Handlungsfelder, die den digitalen Wandel konkret unterstützen.

1. Zielgruppen wirklich verstehen

Digitale Angebote wirken nur, wenn sie zielgerichtet entwickelt werden. Wer seine Leserschaft genau kennt, trifft bessere Entscheidungen zu Formaten, Preismodellen und Kanälen.

Das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) betont: Nutzer erwarten personalisierte und adaptive Informationsangebote.

Praktische Maßnahmen für Fachverlage:

  • Analysieren Sie, welche Themen in Fachartikeln oder Datenbanken am häufigsten genutzt oder heruntergeladen werden. 
  • Prüfen Sie, ob Webinare und Online-Events den Weiterbildungserfolg und aktive Teilnehmerzahlen fördern. 
  • Werten Sie Kennzahlen wie Verweildauer, Downloads oder aktive Teilnahme aus, um echten Mehrwert zu erkennen.

Sobald die Zielgruppe klar definiert ist, gilt es, die richtigen technischen Grundlagen zu schaffen, damit Inhalte effizient ausgespielt werden.

2. CMS und Mobile: Effizienz sichern

Ein modernes CMS (Content-Management-System) ist das Rückgrat digitaler Prozesse. Headless-CMS-Lösungen ermöglichen zentrale Verwaltung und Ausspielung auf Website, App, Newsletter oder Partnerplattformen.

Der Bitkom Digital Office Index 2024 zeigt: Unternehmen mit gut integrierten Systemen arbeiten effizienter und flexibler.

Checkliste CMS für Fachverlage:

  • Inhalte automatisch auf Website, App und Newsletter ausspielen
  • Schnittstellen zu Fachportalen oder Bibliotheksplattformen nutzen 

Ladezeiten und Benutzerfreundlichkeit auf Smartphones prüfen (StatCounter)

3. KI und Automatisierung: Mehr Zeit für Inhalte

Künstliche Intelligenz hilft bei Strukturierung, Metadatenvergabe, Recherche und Themenanalyse. So gewinnen Redakteur:innen Zeit für anspruchsvolle Inhalte und die kontinuierliche Pflege von Expertenwissen.

Über 70 Prozent der Fachverlage nutzen bereits KI-Tools für Themenanalyse, SEO und Personalisierung (Fachpresse-Statistik 2024).

4. Geschäftsmodelle entwickeln

Digitale Geschäftsmodelle funktionieren selten mit nur einem Erlösstrom. Fachverlage kombinieren:

  • Abos
  • Lizenzen und Paywalls
  • Memberships
  • Micropayments
  • Unternehmenslösungen

Besonders erfolgreich sind hybride Modelle, die Webinare mit Fachprüfungen verbinden, Unternehmenslizenzen für Datenbanken anbieten oder Tools für Workflow-Optimierung bereitstellen.

Tipp: Kommunizieren Sie klar, welchen Mehrwert Ihre digitalen Produkte liefern, und nutzen Sie zusätzliche Erlösquellen aktiv. Mit den richtigen Geschäftsmodellen wird Produktmanagement anschließend zum Motor für schnelle Tests und Skalierung.

5. Produktmanagement: Ideen schneller testen

Gutes Produktmanagement beschleunigt die digitale Transformation. Die Studie „Produktmanagement 2.0 für Fachverlage“ zeigt: Innovationszyklen werden kürzer, datenbasierte Entscheidungen wichtiger.

Praxisbeispiele:

  • Wöchentliche Nutzungsstatistiken auswerten
  • Feedbackrunden nach Webinaren durchführen
  • Pilotreihen für neue digitale Formate testen

So entsteht ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, bevor Inhalte, Preise oder Kanäle vollständig ausgerollt werden.

Herausforderungen erkennen und meistern

Digitale Transformation ist kein Selbstläufer. Fachverlage stehen vor steigenden Kosten, sinkenden Werbeerlösen und teurer IT. Fachkräftemangel in Digital Marketing und Datenanalyse verschärft die Situation.

Investitionen in digitale Kompetenzen und Infrastruktur sind entscheidend. Starten Sie mit kleinen Projekten, wie etwa einem E-Learning-Kurs oder einer Mini-Subscription für eine Datenbank. Definieren Sie klare KPIs, wie zum Beispiel Nutzerzahlen, Abonnentenwachstum oder Event-Teilnahmen. Testen Sie kontinuierlich neue Formate und sammeln Sie Feedback. So werden Risiken minimiert und innovative Angebote gleichzeitig gefördert.

Fazit: Chancen aktiv gestalten

Digitale Transformation bedeutet, Stärken neu zu denken. Fachverlage verfügen über Expertise, Vertrauen und Inhalte, von denen Menschen wirklich profitieren können. Wenn diese Qualitäten mit moderner Technologie, Datenkompetenz und vielfältigen Erlösmodellen kombiniert werden, entsteht Zukunftsfähigkeit.

Wer heute investiert – in Systeme, Wissen und Menschen – kann in den nächsten Jahren wachsen. Digitalisierung ist als dauerhafter Prozess zu sehen und erfordert Mut, Ausdauer und Neugier. Fachverlage, die diesen Weg bewusst gehen, stellen sich auch langfristig sicher auf.

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Paid Content, der funktioniert

So sichern Verlage ihre Zukunft

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Paid Content, der funktioniert

Paid Content, der funktioniert

Paid Content, der funktioniert:

So sichern Verlage ihre Zukunft

Wann haben Sie das letzte Mal einen gedruckten Fachartikel gekauft? Vermutlich ist das schon etwas länger her. Deshalb reden wir heute über Paid Content und wie Verlage damit nicht nur überleben, sondern auch wachsen können.

Print hält sich noch irgendwie, aber digital muss jeder Euro sitzen. Die Anzeigenmärkte schrumpfen, die Kosten steigen und gleichzeitig erwarten Leser:innen exzellente Online-Inhalte. Paid Content ist deswegen nicht als nettes Extra zu betrachten, sondern als wichtiger Baustein für ein stabiles digitales Geschäftsmodell.

Immerhin zeigt der Digital News Report 2025 deutlich: Menschen sind weiterhin bereit, für hochwertige Inhalte zu bezahlen. Gleichzeitig ist der Printmarkt eingebrochen: In den USA zum Beispiel fielen die Umsätze von rund 50 Milliarden Dollar im Jahr 2000 auf weniger als 20 Milliarden Dollar (U.S. Census Bureau).

Paid Content können Sie sich vorstellen wie ein digitales Buffet. Ihre Leser:innen nehmen sich das, was für sie relevant ist, während Sie sich damit eine verlässliche Einnahmequelle schaffen.

Welche Paid-Content-Modelle bringen wirklich Umsatz?

Das Fundament bilden Abos. Diese bringen planbare Einnahmen, binden Kund:innen und ermöglichen Prognosen. Besonders beliebt sind sogenannte All-you-can-read-Modelle. Das bedeutet, dass Abonnent:innen für einen festen Preis Zugriff auf alle Inhalte erhalten. Das bietet Komfort pur und einen klaren Mehrwert.

Micropayments klingen verlockend, weil sie den Kauf einzelner Artikel ermöglichen. Die Realität sieht jedoch anders aus: Laut einer Analyse des Digital News Report 2023 gaben weltweit weniger als 3 % der Konsument:innen an, ein solches Einmalzahlungssystem genutzt zu haben.

Paywalls sind das Werkzeug, mit dem Sie Inhalte steuern. Eine harte Paywall bedeutet: Alles hinter der Bezahlschranke ist exklusiv. Metered Paywalls lassen Gelegenheitsleser:innen ein paar Artikel kostenlos lesen, bevor eine Zahlung nötig wird.

Freemium-Modelle kombinieren kostenlose Inhalte mit Premium-Artikeln. Als erprobte Strategie gilt es, einen Artikel pro Woche kostenlos anzubieten und danach die Paywall zu aktivieren. So testen Sie die Zahlungsbereitschaft Ihrer Zielgruppe.

Preismodelle clever gestalten

Wie viel ist ein Fachartikel wert? Mehr, als viele Verlage denken. Eine Studie im Fachjournal Journalism zeigt: Die Zahlungsbereitschaft steigt, wenn Inhalte exklusiv und relevant sind.

Drei Stellschrauben für den Preis sind:

  • Wertbetonung: Machen Sie klar, warum der Inhalt unverzichtbar ist.
  • Bundle-Strategie: Thematische Pakete erhöhen den wahrgenommenen Nutzen.
  • Dynamische Modelle: Preise variieren nach Nutzung oder Zielgruppe.

Ein einfacher Test hilft: Würde jemand zahlen, wenn der Artikel nur bei Ihnen verfügbar wäre? Wenn ja, sind Sie auf dem richtigen Weg.

Checkout und Technik: Der unsichtbare Umsatzkiller

Der Bezahlprozess ist der Moment der Wahrheit. Laut Baymard scheitern bis zu 70 Prozent der Käufe an komplizierten Abläufen. Das ist, als würden Sie einen Coffee-to-go bestellen und der Barista verlangt, dass Sie dafür ein Kundenkonto mit Passwort und Sicherheitsfragen anlegen.

Was funktioniert?

  • Mobile-optimierte Seiten
  • One-Click-Payment (Bezahlen mit nur einem Klick)
  • Gast-Checkouts, bei denen kein Account nötig ist
  • Klare, transparente Preise

Auch eine optimierte Nutzerführung kann die Conversion-Rate, also die Zahl der Käufe, um bis zu 35 Prozent steigern (Baymard Research).

Technisch setzen viele Verlage auf Zahlungsanbieter wie Stripe oder Adyen, Abo-Management-Systeme wie Piano oder Chargebee und Single Sign-On für institutionelle Kund:innen.

Leserbindung: Beziehung statt Reichweite

Der Kauf ist erst der Anfang. Wer langfristig Leser:innen halten will, muss Beziehungen aufbauen.

Newsletter sind hier unschlagbar: Sie bringen im Schnitt 36 Dollar pro investiertem Dollar (OptinMonster). Auch Landing Pages steigern die Conversion, vor allem wenn sie durch A/B-Tests optimiert werden.

Noch besser:

  • Webinare
  • Fachforen
  • Exklusive Events

Das alles schafft Communities, und diese sind mehr wert als reine Reichweite. Wichtig ist jedoch: Die meisten Abos entstehen nicht beim ersten Kontakt. Mehrere Berührungspunkte sind die Regel.

Trends: KI, Personalisierung und Audioformate

Die Zukunft ist digital, personalisiert und multimedial. Untersuchungen zeigen: 81 Prozent ignorieren irrelevante Inhalte und 96 Prozent kaufen eher, wenn Botschaften personalisiert sind (BusinessWire).

Was kommt auf Verlage zu?

  • KI-basierte Empfehlungen für Inhalte und dynamische Preise

  • Thematische Bundles für zusätzlichen Nutzen

  • Audio-Formate: Podcasts boomen. Der globale Podcast-Werbemarkt knackt 2025 die 5-Milliarden-Dollar-Marke (Inside Audio Marketing).

Stellen Sie sich Ihr Fachjournal als Podcast-Serie vor, ergänzt durch KI-gesteuerte Empfehlungen und Ihre Leser:innen hören Sie beim Joggen. Das mag futuristisch klingen, ist aber bereits problemlos umsetzbar.

Fazit: Paid Content ist Teamarbeit

Erfolg entsteht, wenn alles zusammen spielt: Inhalte, Technik, Marketing und Community. Verlage, die ihre Leser:innen in den Mittelpunkt stellen und intensiv testen, gewinnen Vertrauen und Umsatz.

Als wichtigste Punkte hierbei sind zu beachten:

  • Hochwertige Inhalte sind Ihr stärkster Differenzierungsfaktor.

  • Ein einfacher, sicherer Checkout entscheidet über Kauf oder Abbruch.

  • Marketing bedeutet nicht nur Werbedruck, sondern Beziehungspflege.

  • Events, Webinare und Communities schaffen Loyalität.

  • KI, Audio und flexible Preismodelle eröffnen neue Chancen.

Wer diese Bausteine kombiniert, macht in puncto Paid Content keine wahllosen Experimente, sondern kreiert ein solides Geschäftsmodell..

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So bestehen Verlage im KI-Zeitalter

Früher war das Internet in folgender Hinsicht einfach gestrickt: Man hat bei Google nach etwas gesucht, auf eine Medienseite geklickt, gelesen, fertig. Und heute? Da fragen viele lieber gleich ChatGPT oder lassen sich von Perplexity eine knackige Antwort auswerfen. Oder man bekommt alles Wichtige direkt in den Google-Suchergebnissen serviert, ohne überhaupt erst eine Website anzuklicken.

Diese bequeme Praxis nennt sich „Zero-Click-Suche“. Klingt erstmal praktisch. Für Verlage ist das allerdings alles andere als effizient. Denn ohne Klicks gibt es weder Leserzahlen noch Sichtbarkeit und irgendwann auch keine solide Einnahmebasis mehr.

Wie groß ist der Verlust?

Laut einer Analyse von Ahrefs bringt die Einführung von KI-Antworten durch Google spürbare Folgen mit sich. Die Klickrate auf organische Suchergebnisse sinkt, je nach Branche, um 20 bis 40 Prozent. Spezialisierte Seiten aus Nischenbereichen müssen sogar mit Verlusten von bis zu 90 Prozent rechnen!

Konkret bedeutet das: Selbst wenn Ihr Artikel unter den ersten Treffern auftaucht, geht der Klick häufig an die KI-Zusammenfassung und nicht an Sie. Das kann weh tun, gerade wenn viel Mühe im Text steckt.

Dazu kommt: Oft geben Systeme wie ChatGPT oder Perplexity Infos weiter, ohne klar zu sagen, woher diese stammen. Die Inhalte werden aufbereitet und als neutrale Fakten weiterverwendet, ohne dabei Kontext, Autor oder Quelle nachvollziehbar zu machen – und das Ganze manchmal sogar ohne rechtliche Grundlage.

Sichtbar bleiben oder Inhalte schützen?

Das ist die große Frage: Sollen Sie Ihre Inhalte offen zugänglich machen, um im Netz sichtbar zu bleiben? Oder lieber schützen und dabei das Risiko eingehen, von KI-Systemen gar nicht mehr beachtet zu werden?

Die Strategien der Medienhäuser gehen aktuell in ganz unterschiedliche Richtungen:

  • Das Medienunternehmen Axel Springer hat sich zum Beispiel für eine Zusammenarbeit entschieden und mit OpenAI ein Lizenzmodell abgeschlossen. KI darf Inhalte aus Medien wie Bild und Welt nutzen und im Gegenzug gibt es Geld und Quellenangaben.
  • Die New York Times hingegen geht den juristischen Weg. Sie hat OpenAI verklagt, weil Inhalte ohne Genehmigung zum Training verwendet wurden. Dies wurde zu einem international beachteten Fall, der die Rahmenbedingungen für Verlagsinhalte neu definieren könnte.

Auch in Deutschland wird heftig diskutiert. Einige Häuser setzen auf technische Barrieren wie die Datei „robots.txt“. Andere führen Gespräche mit KI-Plattformen oder entwickeln freiwillige Lizenzmodelle.

Neue Wege: Inhalte sichern und monetarisieren

Es gibt spannende Ideen, wie sich Verlagsinhalte in einer Welt voller KI nicht nur schützen, sondern vielleicht sogar neu verwerten lassen:

  • Eine Idee ist der Einsatz von Bezahlschranken, speziell für KI-Zugriffe. Hierbei lesen menschliche Besucher:innen die Inhalte kostenfrei, während Maschinen zahlen müssen. 
  • Eine weitere Möglichkeit sind verlagseigene Suchplattformen, die Inhalte kuratieren und auffindbar machen. 
  • Man könnte auf Lizenzmodelle setzen, die gezielt auf redaktionelle Inhalte zugeschnitten sind. 
  • Infrage kämen auch Datenpools, aus denen Inhalte gezielt und nur mit klaren Regeln fürs Training freigegeben werden.

Noch sind das größtenteils Konzepte. Aber sie zeigen, dass es Alternativen zum bloßen Zuschauen gibt.

Kleine Zwischenfrage: Wissen Sie eigentlich, ob Ihre Inhalte aktuell von einer KI gelesen oder verarbeitet werden? Viele Verlage wissen das gar nicht so genau. Tools wie GPT-Bot-Checker oder ein Blick in die Logfiles können erste Hinweise geben.

Struktur schlägt Reichweite: So werden Inhalte KI-freundlich

Gute Texte zu schreiben reicht heute nicht mehr. Sie müssen auch für Maschinen lesbar sein. Nur dann werden sie korrekt verarbeitet und zugeordnet, egal ob von Suchmaschinen oder KIs.

Ein paar praktische Empfehlungen:

  • Strukturierte Daten verwenden, zum Beispiel über Schema.org oder JSON-LD 
  • Eindeutige Metadaten pflegen wie Erscheinungsdatum, Autor, Thema 
  • Eine einheitliche digitale Publisher-Identität aufbauen, etwa über Domain Authority 
  • Konsistenz über Kanäle hinweg: Website, RSS-Feed, Social Media 

Das zahlt nicht nur auf Ihre KI-Sichtbarkeit ein, sondern auch auf Ihr SEO-Ranking. Die Anforderungen der KI und der Suchmaschinen liegen gar nicht so weit auseinander. 

Redaktionen im Wandel: Neue Rollen, neue Produkte

KI verändert nicht nur Technik und Sichtbarkeit, sondern auch die redaktionelle Arbeit. Viele Medienhäuser haben längst neue Rollen geschaffen. Da gibt es heute KI-Redakteur:innen, Prompt-Spezialist:innen und Datenkuratierende. Immerhin setzen heutzutage laut Reuters Institute schon über die Hälfte der Medien weltweit KI in der Produktion ein, mit steigender Tendenz.

Gleichzeitig entstehen neue Formate: automatisierte Newsletter, personalisierte Newsfeeds, Chatbots zur Community-Moderation. Klingt futuristisch, ist aber oft schon Realität.

Transparenz spielt dabei eine große Rolle. Viele Verlage kennzeichnen klar, wenn ein Beitrag mit KI-Unterstützung entstanden ist. Das schafft Vertrauen und stärkt die Glaubwürdigkeit.

Fazit: Sichtbarkeit ist machbar

KI ist also nicht als Feind zu sehen, sondern als neue Realität, bei der Verlage viele Gestaltungsmöglichkeiten haben. Und Sichtbarkeit entsteht mittlerweile nicht mehr allein durch Inhalte oder SEO. Sondern durch Technik, Struktur und faire Regeln im Umgang mit Maschinen.

Was Sie jetzt konkret tun können:

  • Inhalte so strukturieren, dass sie maschinenlesbar sind 
  • Eigene Lizenzmodelle prüfen oder mitentwickeln 
  • Die Rolle als kuratierende Stimme stärken 
  • KI aktiv nutzen statt passiv beobachten 

Klingt nach Arbeit? Ist es vielleicht auch. Aber es ist eine Investition in langfristige Sichtbarkeit. Wer die Regeln des neuen Spiels kennt, hält sich auch im KI-Zeitalter gut über Wasser.

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KI im Verlagswesen

Chancen, Effizienz und Automatisierung durch Künstliche Intelligenz

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E-Rechnungspflicht für Verlage ab 2025

E-Rechnungspflicht für Verlage ab 2025

E-Rechnungspflicht für Verlage ab 2025

Was jetzt zu tun ist!

Ab dem Jahr 2025 gibt es eine Neuigkeit im B2B-Bereich: Die elektronische Rechnung wird zur Pflicht. Auch Verlage müssen dann umstellen. Das klingt erst mal nach zusätzlicher Arbeit, oder? Doch wer sich rechtzeitig vorbereitet, wird schnell merken: Die Umstellung bringt nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch spürbar effizientere Prozesse und deutlich weniger Papierkram. In diesem Artikel erfahren Sie, was genau auf Sie zukommt, wie Sie die Umstellung erfolgreich meistern und welche Vorteile eine digitale Buchhaltung speziell für Verlage bietet.

Was schreiben die neuen Regelungen vor?

Bereits ab dem 1. Januar 2025 müssen alle inländischen Unternehmen im B2B-Bereich in der Lage sein, elektronische Rechnungen empfangen zu können. Das gilt selbstverständlich auch für Verlage. Ob es um Anzeigenbuchungen, Abonnements oder Honorare für Autorinnen und Autoren geht: Die klassische PDF-Rechnung per E-Mail reicht dann nicht mehr aus. Was künftig zählt, ist ein strukturiertes, maschinenlesbares Format wie zum Beispiel die sogenannte XRechnung oder das ZUGFeRD-Format:

  • Die XRechnung funktioniert wie ein digitaler Werkzeugkasten für Buchhaltungssoftware. Sie enthält alle Informationen in einem standardisierten XML-Format, sodass Rechnungen automatisch von Programmen und Finanzbehörden verarbeitet werden können. Das spart nicht nur Zeit, sondern senkt auch die Fehlerquote.

  • Das Format ZUGFeRD (kurz für „Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland“) geht sogar noch einen Schritt weiter: Es kombiniert strukturierte Rechnungsdaten mit einer visuell lesbaren PDF-Datei. So kann die Rechnung sowohl von Maschinen verarbeitet als auch von Menschen gelesen werden. Man kann sich das Ganze ein bisschen wie einen Dolmetscher vorstellen, der beide Sprachen gleichzeitig spricht.

Die Umstellung auf die elektronische Rechnung ist gesetzlich klar geregelt. Grundlage ist § 14 des Umsatzsteuergesetzes. Dort steht, dass Rechnungen im B2B-Bereich künftig in einem strukturierten elektronischen Format übermittelt werden müssen. Eine einfache PDF-Datei reicht also nicht mehr aus. Die technischen Details und Übergangsfristen hingegen sind im Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 2. Oktober 2023 festgelegt.

Wichtig ist außerdem: Eine E-Rechnung gilt nur dann als gesetzeskonform, wenn sie der europäischen Norm EN 16931 entspricht. Diese Norm sorgt dafür, dass Rechnungen europaweit einheitlich strukturiert und maschinenlesbar sind. Genau darauf bauen auch die beiden gebräuchlichsten Formate auf – die XRechnung und das ZUGFeRD-Format.

Und wie sieht der Zeitplan für die Umstellung aus?

  • Ab dem 1. Januar 2025 müssen alle Unternehmen im B2B-Bereich in der Lage sein, elektronische Rechnungen empfangen zu können.

  • Ab Anfang 2027 dürfen Papierrechnungen oder einfache PDFs nur noch dann verschickt werden, wenn der Rechnungsempfänger dem ausdrücklich zustimmt. Ab diesem Zeitpunkt müssen außerdem große Unternehmen – also auch größere Verlage mit einem Jahresumsatz von mehr als 800.000 Euro – elektronische Rechnungen versenden.

  • Ab dem 1. Januar 2028 gilt die Versandpflicht dann für alle Unternehmen, ganz unabhängig von Größe oder Umsatz.

Auch auf europäischer Ebene geht die Entwicklung weiter. Die EU plant, elektronische Rechnungen ab dem Jahr 2030 im grenzüberschreitenden B2B-Verkehr verbindlich einzuführen.

Mehr Tempo, weniger Zettel – Wie digitale Rechnungen richtig entlasten

Digitale Rechnungen sind mehr als nur ein technisches Extra. Vielmehr bergen sie das Potenzial, den Verlagsalltag spürbar zu entlasten. Schluss mit dem Abtippen, Sortieren und Ablegen von Papierstapeln. Stattdessen können Rechnungen schnell und sicher automatisch verarbeitet werden. Das spart Nerven und senkt die Kosten pro Rechnung immerhin um bis zu 11 Euro. Druck, Porto und Archivierung fallen weg. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass digitale Rechnungen Zahlungseingänge beschleunigen. Kürzere Bearbeitungszeiten bedeuten schnellere Liquidität. Das bietet einen klaren Vorteil, gerade in margenschwachen Medienbranchen.

Auch die Datensicherheit steigt. Verschlüsselte Übertragungswege schützen sensible Informationen wirksam. Und für das Image ist ein digitaler Auftritt ebenfalls ein Pluspunkt: Ein moderner Verlag überzeugt schließlich auch durch moderne Prozesse.

Herausforderungen? Ja. Aber machbar mit Planung

Die Umstellung auf E-Rechnungen ist bestimmt kein Selbstläufer, aber mit der richtigen Vorbereitung auch kein Hexenwerk. Achten Sie bereits im Vorfeld auf folgendes: 

  • Ein PDF-Dokument gilt nicht als E-Rechnung. Nur strukturierte Formate wie XRechnung oder ZUGFeRD sind anerkannt.

  • Die Archivierung muss GoBD-konform erfolgen. Sie muss also vollständig, manipulationssicher und jederzeit verfügbar sein.

  • Ihre Buchhaltungssoftware muss in der Lage sein, E-Rechnungen korrekt zu empfangen und zu verarbeiten.

  • Schulungen helfen Ihrem Team, die neuen Prozesse zu verstehen und anzuwenden.

  • Starten Sie mit kleinen Pilotprojekten, zum Beispiel bei Anzeigen- oder Lizenzabrechnungen. So lassen sich mögliche Fehlerquellen frühzeitig erkennen.

Der Praxis-Check für Verlage

So stellen Sie Ihren Verlag Schritt für Schritt auf E-Rechnungen um:

  1. Analyse: Welche Rechnungen sind betroffen? Anzeigen, Abonnements, Honorare?
  2. Softwarecheck: Unterstützt Ihre Buchhaltungssoftware XRechnung oder ZUGFeRD 2.1.1?
  3. Sichere Übertragung: Nutzen Sie Protokolle wie TLS oder das PEPPOL-Netzwerk.
  4. Archivierung: Tools wie DocuWare, ELO oder d.velop ermöglichen eine revisionssichere Ablage.
  5. Schulungen: Frühzeitig eingesetzte Weiterbildungen schaffen Sicherheit und Akzeptanz.
  6. Zeitplan: Empfangspflicht ab 2025, Versandpflicht ab 2027 oder 2028 – je nach Unternehmensgröße.
  7. Softwarewahl: Cloud-Lösungen wie Lexware oder Sevdesk sind besonders für kleinere Verlage geeignet.

DSGVO bleibt Pflichtprogramm beim Umgang mit digitalen Rechnungen

Verlage verarbeiten oft personenbezogene Daten, zum Beispiel in Aborechnungen oder Honoraren. Deshalb gilt:

  • Rechnungsdaten müssen verschlüsselt übertragen werden.
  • Nur autorisierte Personen dürfen Zugriff erhalten.
  • Die digitale Archivierung muss GoBD- und DSGVO-konform sein. 

Zudem schreibt Art. 32 DSGVO geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten vor. Dazu gehören insbesondere Zugriffskontrollen, Protokollierung und Verschlüsselung. 

Bei der Aufbewahrungspflicht ist außerdem sicherzustellen, dass personenbezogene Daten nur so lange gespeichert werden, wie es steuerrechtlich notwendig ist. Danach sind sie datenschutzkonform zu löschen. Für Dienstleister wie Cloud-Archivierungsanbieter ist zudem zwingend ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO abzuschließen, um die Verantwortlichkeiten klar zu regeln.

Geld vom Staat – So hilft der Fördertopf bei der Digitalisierung

Die gute Nachricht: Sie müssen die Umstellung nicht alleine stemmen. Es gibt Förderprogramme, die speziell kleine und mittlere Verlage bei der Digitalisierung unterstützen:

In vielen Bundesländern gibt es zusätzlich eigene Programme, wie zum Beispiel in Rheinland-Pfalz mit „BITT-Technologieberatung“ oder „DIGIBOOST“. Fragen Sie am besten bei Ihrer regionalen Wirtschaftsförderung oder Ihrem Steuerberater nach.

Warum die E-Rechnung mehr bringt als nur Bürokratie

Laut dem Bundesfinanzministerium kann die Einführung der E-Rechnung die Fehlerquote bei der Rechnungsverarbeitung erheblich senken und gleichzeitig Steuerbetrug erschweren. Zudem ist die Umstellung ein zentraler Baustein im europäischen Projekt „VAT in the Digital Age (ViDA)“, das eine modernere, effizientere und betrugssichere Mehrwertsteuererhebung in der EU schaffen soll.

Ein digitaler Rechnungsprozess stärkt außerde die Nachhaltigkeit, da Papierverbrauch und Versandlogistik reduziert werden – ein Aspekt, der im ESG-Kontext (Environmental, Social, Governance) zunehmend an Bedeutung gewinnt.

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Verantwortungsvoller Einsatz von KI im Verlagswesen

Ethik, Recht und Nachhaltigkeit

KI im Verlagswesen

Chancen, Effizienz und Automatisierung durch Künstliche Intelligenz

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Der EU AI Act und was Verlage jetzt wissen müssen

Der EU AI Act und was Verlage jetzt wissen müssen

Der EU AI Act und was Verlage jetzt wissen müssen

Pflicht zur KI-Schulung und Compliance ab 2025

Wie wir alle wissen, ist Künstliche Intelligenz (KI) längst kein Science-Fiction-Thema mehr, sondern hat bereits in vielen Redaktionen Einzug gehalten. Ab 2025 gilt mit dem EU AI Act nun ein neuer Rechtsrahmen, der auch für Verlage wichtige Pflichten mit sich bringt. Dazu gehören zum Beispiel die Schulung von Mitarbeitenden, die KI nutzen, und klare Regeln für den Umgang mit KI-Systemen. Wie Sie sich als Verlag optimal vorbereiten und die neuen Vorgaben sicher umsetzen, erfahren Sie hier.

Der EU AI Act: Europas Antwort auf die KI-Revolution

Der EU AI Act ist die weltweit erste umfassende Regulierung für Künstliche Intelligenz. Er wurde schon im Frühjahr 2024 vom Europäischen Parlament verabschiedet, und der Großteil der Vorschriften trat am 2. Februar 2025 in Kraft. Ziel des Gesetzes ist es, KI sicher, transparent und verantwortungsvoll einzusetzen, ohne dabei die Innovationskraft zu bremsen.
Der Ansatz ist risikobasiert. Das bedeutet: Je höher das Risiko einer KI-Anwendung für Nutzer oder Gesellschaft, desto strenger sind die Anforderungen. Viele KI-gestützte Werkzeuge, die Verlage heute nutzen, fallen in den Regelungsbereich – etwa GPT-basierte Texterstellung, automatische Transkriptionen oder personalisierte Inhalte.

Schulungen der Mitarbeitenden: Wissen ist Pflicht, keine Kür

Ab 2025 müssen Unternehmen ihre Mitarbeitenden schulen, wenn sie mit sogenannten Hochrisiko-KI-Systemen arbeiten. Artikel 4 des AI Act fordert, dass alle Betroffenen qualifiziert sind, um KI-Systeme sicher und korrekt zu bedienen.

Das betrifft nicht nur IT-Fachkräfte. Auch Redakteurinnen und Redakteure, Führungskräfte und Produktverantwortliche sollten die Funktionsweise von KI verstehen, die Risiken kennen und wissen, wie man sie verantwortungsvoll nutzt.

EU-Kommissarin Margrethe Vestager bringt es auf den Punkt. In einer Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 1. August 2024 meinte sie zur neuen KI-Regulierung: „KI hat das Potenzial, die Art und Weise, wie wir arbeiten und leben, zu verändern und verspricht enorme Vorteile für die Bürger, unsere Gesellschaft und die europäische Wirtschaft. Der europäische Technologieansatz stellt den Menschen in den Mittelpunkt und gewährleistet, dass die Rechte aller gewahrt bleiben.“

Viele Verlage richten deshalb interne Workshops ein, um Mitarbeitende gezielt im Umgang mit KI-Tools zu schulen.

KI im Redaktionsalltag: Kollege Algorithmus

Künstliche Intelligenz (KI) kann den journalistischen Alltag deutlich effizienter gestalten. Eine Analyse von Vogue Business zeigt, dass bis zu 30 Prozent typischer redaktioneller Aufgaben automatisiert werden können, von Recherche über Datenanalyse bis hin zur Textproduktion.

Ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von KI ist die Funke Mediengruppe. Sie nutzt KI-basierte Tools wie den „ad.creator“, um Audio-Werbespots und passende Display-Werbung automatisiert zu erstellen. Dieses Tool richtet sich insbesondere an kleinere Werbetreibende ohne eigene Marketingabteilung und ermöglicht die schnelle Produktion professioneller Werbemittel.

Darüber hinaus arbeitet die Funke Mediengruppe an der Personalisierung und automatisierten Gestaltung ihrer E-Paper-Ausgaben. Durch KI-gestützte Verfahren sollen Tageszeitungen individuell auf Leserinteressen zugeschnitten und effizienter produziert werden.

Wichtig jedoch ist: KI ersetzt nicht das journalistische Urteilsvermögen. Sie kann Fehler machen, verzerren oder Vorurteile reproduzieren. Deshalb sollten Verlage klare Regeln und Prozesse für die KI-Nutzung etablieren. Voraussichtlich wird es auch Pflicht, KI-generierte Inhalte zu kennzeichnen.

In fünf Schritten zur Compliance: So starten Verlage 2025

Damit Sie dem EU AI Act entspannt entgegenblicken, lohnt sich ein strukturierter Fahrplan:

  1. Bestandsaufnahme: Welche KI-Systeme nutzt Ihr Verlag bereits? Zum Beispiel GPT-3/4, Empfehlungsalgorithmen oder Transkriptionssoftware.

  2. Risikoanalyse: Der kostenlose EU AI Compliance Checker hilft bei der Klassifizierung Ihrer KI-Anwendungen.

  3. Verantwortlichkeiten klären: Wer ist für die Einhaltung der KI-Regeln im Verlag verantwortlich? Klare Zuständigkeiten sind unverzichtbar.

  4. Schulungsstrategie entwickeln: Maßgeschneiderte Trainings für verschiedene Teams, von der Redaktion bis zur Geschäftsleitung.

Dokumentation sicherstellen: Halten Sie alle Maßnahmen, Schulungsinhalte und Teilnehmenden fest. Das ist für interne Qualitätssicherung und mögliche Audits wichtig.

Transparenz schafft Vertrauen – bei Leserinnen und Lesern sowie Mitarbeitenden

KI kann viel, aber nicht alles. Wenn Verlage offenlegen, welche Inhalte mit KI-Unterstützung entstanden sind, stärken sie ihre Glaubwürdigkeit. Leserinnen und Leser erwarten Authentizität und können oft unterscheiden, ob ein Text von Menschen oder Maschinen stammt. Transparenz ist der Schlüssel, um Vertrauen langfristig zu sichern.

Fazit: Der EU AI Act als Chance für Verlage

Der EU AI Act bringt klare neue Pflichten für Verlage, fordert Transparenz und Schulungen. Gleichzeitig eröffnet er die Chance, KI sicher, produktiv und verantwortungsvoll zu nutzen. Wer frühzeitig seine Systeme kennt, Mitarbeitende schult und klare Prozesse etabliert, profitiert von effizienten Workflows und kann das Vertrauen seiner Leserinnen und Leser stärken.

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KI im Verlagswesen

Chancen, Effizienz und Automatisierung durch Künstliche Intelligenz

Verantwortungsvoller Einsatz von KI im Verlagswesen

Ethik, Recht und Nachhaltigkeit

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Verantwortungsvoller Einsatz von KI im Verlagswesen

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Verantwortungsvoller Einsatz von KI im Verlagswesen

Ethik, Recht und Nachhaltigkeit

Nachdem wir uns im ersten Artikel mit den Potenzialen und Chancen von Künstlicher Intelligenz (KI) im Verlagswesen beschäftigt haben, werfen wir nun einen Blick auf die Herausforderungen. Themen wie Datenschutz, Ethik und Nachhaltigkeit rücken dabei zunehmend in den Fokus. Denn ein verantwortungsvoller Umgang mit dieser Technologie ist mindestens genauso wichtig wie ihr praktischer Einsatz.

Qualität und Transparenz: Warum KI menschliche Kontrolle braucht

KI-generierte Inhalte wirken auf den ersten Blick oft überzeugend, sind jedoch nicht immer korrekt. Eine Untersuchung der Indiana University ergab, dass ChatGPT-generierte wissenschaftliche Texte in 70 Prozent der Fälle falsche Quellen enthielten. Gerade in Fach- und Bildungskontexten kann dies zu schwerwiegenden Fehlinformationen führen.

Damit Inhalte verlässlich bleiben, ist eine redaktionelle Prüfung unerlässlich. Diese Qualitätskontrolle ist nicht optional, sondern zentral für Glaubwürdigkeit und journalistische Standards. Laut einer IONOS-Umfrage wünschen sich 86 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen klare Regeln und transparente Prozesse im Umgang mit KI – insbesondere, wenn es um Nachvollziehbarkeit und Datenschutz geht.

Recht und Ethik: Klare Standards statt Grauzonen

Während KI immer stärker in redaktionelle Prozesse einzieht, entwickelt sich auch das rechtliche Umfeld rasant weiter. Der EU AI Act schafft einen risikobasierten Ansatz und verpflichtet Anbieter zu Transparenz, Sicherheit und Dokumentation. Für die Verlagswelt bedeutet das: Wer KI einsetzt, muss nachvollziehbar darlegen können, wie Inhalte entstehen und welche Daten dabei verwendet wurden.

Beim Urheberrecht herrscht jedoch noch große Unsicherheit. Das US Copyright Office stellt klar, dass KI-generierte Werke ohne menschliche Mitwirkung nicht urheberrechtlich geschützt sind. Für Verlage stellt sich daher die Frage, wie solche Inhalte rechtlich abgesichert und kommerziell genutzt werden dürfen. Deshalb ist es sinnvoll, frühzeitig eigene Richtlinien zu entwickeln und Prozesse entsprechend anzupassen.

Ein zentrales Thema dabei ist der sogenannte „Bias“: Eine Studie der University of California Santa Barbara zeigt, dass KI-Systeme auf Basis unausgewogener Trainingsdaten systematische Verzerrungen erzeugen können. Das kann zu diskriminierenden Darstellungen führen oder Zielgruppen unbeabsichtigt ausschließen.

Verlage sollten daher darauf achten, dass Trainingsdaten vielfältig und repräsentativ sind. Orientierung bieten die Ethics Guidelines for Trustworthy AI der EU-Kommission, die Kriterien wie Fairness und Transparenz definieren.

Auch das Whitepaper „Responsible AI“ von PwC empfiehlt ein integriertes Governance-Modell, das Verantwortlichkeiten für KI-Einsatz in Compliance, IT, Recht und Redaktion verankert. Eine zentrale Rolle spielt zudem die Schulung der Mitarbeitenden: Nur wer versteht, wie KI funktioniert, kann sie verantwortungsvoll nutzen. Der Datenschutzberater NRW empfiehlt daher gezielte Fortbildungen im Umgang mit KI-Tools.

Nachhaltigkeit: Auch KI hat eine Umweltbilanz

Große Sprachmodelle wie GPT-4 verbrauchen erhebliche Mengen Energie. Eine Studie von Strubell et. al (2019) schätzt, dass das Training eines einzigen großen KI-Modells bis zu 284 Tonnen CO₂ verursachen kann. Das ist vergleichbar mit dem CO₂-Ausstoß eines Autos über zwei Jahrzehnte! Auch wenn diese Zahl zunächst abstrakt klingt, zeigt sie deutlich: Der technische Fortschritt hat seinen Preis. Verlage sollten deshalb bei der Auswahl von KI-Diensten auch deren Energieeffizienz berücksichtigen. Das Booklet der Plattform Lernende Systeme schlägt konkrete Maßnahmen vor:

  • Nutzung von CO₂-neutraler Cloud-Infrastruktur wie Microsoft Azure oder Google Cloud
  • Wahl energieeffizienter Rechenzentren mit smarter Kühlung
  • Einsatz ressourcenschonender Open-Source-Modelle, zum Beispiel kleinere Sprachmodelle mit geringem Energieverbrauch

Durch diese Ansätze lässt sich der ökologische Fußabdruck der KI-Anwendung reduzieren, ohne auf Innovation zu verzichten.

Transparenz und Kontrolle: Warum KI-Erkennung wichtig ist

Ein zentrales Anliegen vieler Verlage ist die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) hebt hervor: 87 Prozent der Verlage sehen generative KI als zukunftsrelevant, fordern aber gleichzeitig klare Transparenzstandards.

Tools wie Winston AI oder Originality.ai helfen dabei, Inhalte zu analysieren und den Einsatz von KI sichtbar zu machen. Diese Systeme erkennen zuverlässig, ob ein Text vollständig oder teilweise von einer KI stammt. So entsteht die nötige Sicherheit für Redaktion, Rechtsabteilungen und Leserschaft.

Herausforderungen im Alltag: Was Verlage konkret beachten sollten

Neben den ethischen und rechtlichen Fragen gibt es im Arbeitsalltag viele praktische Hürden, die nicht unterschätzt werden dürfen:

  • Die sogenannte Blackbox-Problematik erschwert die Kontrolle: Viele KI-Modelle liefern Ergebnisse, deren Entstehungsweg nicht nachvollziehbar ist. Für Redaktionen wird dadurch die Einhaltung von Standards und Richtlinien komplexer.

  • Verzerrungen (Bias) bleiben ein Dauerthema, insbesondere bei internationalem Publikum oder sensiblen Inhalten.

  • Trotz hoher Geschwindigkeit muss jedes KI-Ergebnis geprüft, eingeordnet und angepasst werden. Das ist aufwändig, aber unerlässlich.

Fazit: Verantwortung ist kein Nice-to-have

Richtig eingesetzt ist KI im Verlagswesen ein mächtiges Werkzeug – von der Texterstellung über Marketing bis zur Datenanalyse. Doch erst ein bewusster, verantwortungsvoller Umgang macht ihren Einsatz zukunftsfähig. Wer ethische Leitlinien etabliert, rechtlich vorbereitet ist und Nachhaltigkeit mitdenkt, schafft Vertrauen bei der Leserschaft, ebenso wie bei Partnern und Mitarbeitenden. Damit positionieren sich Verlage als reflektierte Akteure in einer sich schnell wandelnden, digitalen Welt.

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KI im Verlagswesen

Chancen, Effizienz und Automatisierung durch Künstliche Intelligenz

Marktforschung für Verlage

Wie Media Control & SPIEGEL-Bestseller den Buchmarkt optimieren

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KI im Verlagswesen

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KI im Verlagswesen

Chancen, Effizienz und Automatisierung durch Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) hat sich mittlerweile von einem Trendthema zu einer Schlüsseltechnologie entwickelt, die das Verlagswesen grundlegend verändert. Von der Content-Erstellung über die Marktanalyse bis hin zur Optimierung interner Prozesse – KI bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Verlage, die wettbewerbsfähig bleiben möchten, dürfen sich also intensiv mit den Potenzialen dieser Technologien auseinandersetzen.

Im Folgenden betrachten wir verschiedene Einsatzfelder wie Content-Erstellung, Marketingautomatisierung, API-Integration sowie E-Commerce, und schauen, was hierbei für Verlage mit Hilfe von KI-Tools möglich ist.

Wirtschaftliche Potenziale von KI im Verlagswesen

Studien gehen davon aus, dass durch den Einsatz von KI bis zu 50 Prozent Produktivitätssteigerung möglich sind und bis 2030 Milliardeneinsparungen realisiert werden können. Laut PwC könnte KI allein in der Verlags- und Kreativbranche weltweit über 300 Milliarden Dollar zur Wirtschaftsleistung beitragen.

Eine aktuelle MVFP-KPMG-Studie zeigt, dass 72 % der Verlage bereits in KI investieren oder Investitionen planen, vor allem in Content-Produktion, Datenanalyse und Automatisierung. Im Schnitt investieren deutsche Verlage für die KI-Nutzung immerhin rund 120.000 Euro. Dabei gelten steigender wirtschaftlicher Druck, höhere Kosten sowie die Erwartung an Effizienzgewinne als Haupttreiber für diese Entwicklung.

KI in der Content-Erstellung:

Vom Klappentext bis zum kompletten Buch

KI-Modelle wie GPT-4 oder T5 können auf Knopfdruck Artikel, Klappentexte oder sogar ganze Bücher generieren. Tools wie Sudowrite unterstützen Autorinnen und Autoren bei Handlung, Stil und Formulierungen. Auch bekannte Schriftstellern wie Jennifer Egan oder Stephen Marche haben bereits damit experimentiert, KI in ihren kreativen Prozessen einzusetzen. Das zeigt, dass KI längst nicht nur für automatisierte Texte gedacht ist, sondern auch für kreative Impulse genutzt werden kann. Ebenso haben die Botnik Studios schon Texte im Stil von Stephen King oder J.K. Rowling generiert, während Project MUSE KI nutzt, um stilistisch ähnliche wissenschaftliche Inhalte zu erstellen. Diese Technologien erlauben es Verlagen, schnell und kostengünstig Inhalte auf Basis bestehender Werke oder Metadaten zu entwickeln.

In der visuellen Content-Erstellung setzen Verlage Tools wie Midjourney oder DALL·E ein, um automatisiert Buchcover oder Social-Media-Grafiken zu erstellen. So entstehen Designentwürfe in Sekunden, die dann vom Kreativteam weiterentwickelt werden können.
Noch wirkungsvoller wird KI, wenn sie nicht nur generisch eingesetzt, sondern gezielt auf unternehmenseigene Inhalte trainiert wird – etwa auf den Backkatalog, Metadaten oder bisherige Verkaufszahlen. So entsteht Content, der passgenau auf Zielgruppen zugeschnitten ist.

Marktanalyse und Zielgruppenansprache durch KI

Daten sind das neue Gold – und KI hilft dabei, sie sinnvoll auszuwerten. Mit Plattformen wie Bookwire OS können Verlage in Echtzeit Verkaufszahlen analysieren, Trends erkennen und Inhalte darauf abstimmen. So lassen sich gezielte Entscheidungen über Themenwahl, Preisgestaltung und Ausspielkanäle treffen. Durch den Einsatz von Recommendation Engines können auf Basis von Nutzerdaten und Lesemustern personalisierte Buchempfehlungen ausgesprochen werden.

KI-gestützte Marktanalyse-Tools eröffnen Verlagen neue Perspektiven: Sie identifizieren Potenziale von Zielgruppen, erfassen regionale Lesevorlieben und erkennen, welche Genres oder Themen an Bedeutung gewinnen. So wird datenbasiertes Publizieren zur Realität.

Automatisiertes Marketing und internationale Skalierung

Tools wie Predis.ai generieren automatisch und abgestimmt auf die jeweilige Plattform Social-Media-Beiträge, Bilder und Hashtags. Das spart Zeit und steigert die Reichweite, insbesondere bei kleinen Marketing-Teams. Gerade für internationale Märkte ist KI ein echter Hebel: Viele Verlage nutzen DeepL zur maschinellen Übersetzung. In Kombination mit Grammarly, das Stil und Tonalität anpasst, entstehen hochwertige Inhalte in mehreren Sprachen. So bleibt der Markenauftritt auch über Sprachgrenzen hinweg konsistent.

Auch Werbeanzeigen lassen sich mithilfe von KI dynamisch optimieren: A/B-Tests können automatisiert durchgeführt werden, abhängig von Performance, Zielgruppe oder Kanal.

Integration in Workflows: API-gesteuert mit open.junixx.FM

Moderne Programme, wie unsere Verlagssoftware open.junixx.FM, ermöglichen die direkte Anbindung von KI-Modellen. So lassen sich über Prompts gesteuerte Vorschautexte, Social-Media-Beiträge oder Metadaten generieren. Auch Tools wie DALL·E oder Grammarly lassen sich direkt einbinden.

APIs – also Schnittstellen zwischen verschiedenen Softwarelösungen – dienen dabei als Brücke zwischen Verlagssoftware und KI-Anwendung. Diese nahtlose Integration sorgt für Skalierbarkeit, reduziert manuelle Zwischenschritte und schafft mehr Zeit für kreative Arbeit.

Ein innovatives Beispiel: Der Agent Generator von Postman erlaubt die Konfiguration KI-gestützter Assistenten, etwa für automatisierte Texterstellung, Trendanalysen oder die Pflege von Metadaten. So entsteht ein intelligenter Workflow, der nicht ersetzt, sondern erweitert.

Mit unserer Verlagssoftware open.junixx.FM lassen sich beispielsweise automatisch Social-Media-Texte auf Basis des Titelstamms erstellen oder aus Verkaufszahlen passende Marketingformulierungen generieren. Redaktionelle Prozesse werden so gezielt ergänzt, anstatt ersetzt.

Smarter E-Commerce durch KI

Im digitalen Vertrieb kommt KI sowohl im Frontend (z. B. Chatbots, Produktempfehlungen, mehrsprachige Inhalte) als auch im Backend (z. B. dynamische Preisgestaltung, Fehlererkennung) zum Einsatz. Sie hilft dabei, Nutzererlebnisse zu personalisieren und gleichzeitig effizienter zu gestalten.

Gerade auf digitalen Buchplattformen sorgt KI für mehr Orientierung: Semantische Suchfunktionen und kontextbasierte Filter helfen Nutzern, schneller das passende Buch zu finden. Das steigert nicht nur die Conversion Rate, sondern auch die Zufriedenheit der Leser.

Herausforderungen: Qualität, Ethik und Verantwortung

Trotz aller Vorteile birgt der Einsatz von KI auch Risiken. KI-generierte Texte enthalten häufiger faktische Fehler als menschlich verfasste. Das gilt besonders für Fach- oder Wissenschaftspublikationen, bei denen redaktionelle Kontrolle unerlässlich ist. Hinzu kommen rechtliche und ethische Fragen: Wem gehören KI-generierte Inhalte? Wie transparent muss ihr Einsatz gekennzeichnet sein? Und wo liegen die Grenzen, wenn Stile bekannter Autoren nachgeahmt werden?

Verlage sollten daher klare Leitlinien für den Einsatz von KI entwickeln. Diese sollten unter anderem Regeln für Quellenprüfung, Transparenzkennzeichnung und Autorenschutz enthalten. Nur so lassen sich Qualität und Fairness dauerhaft sichern. Auf diese Themen gehen wir im nächsten Artikel noch einmal ausführlicher ein.

Fazit: Wettbewerbsvorteil durch kluge KI-Nutzung

Der Einsatz von KI kann die Content-Produktion beschleunigen, Marketing automatisieren und Vertrieb personalisieren. Verlage, die diese Tools gezielt in ihre Workflows integrieren, verschaffen sich einen echten Wettbewerbsvorteil. Vorausgesetzt ist dabei natürlich, dass sie auf Qualität, Transparenz und ethische Rahmenbedingungen achten.

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Ethik, Recht und Nachhaltigkeit

Marktforschung für Verlage

Wie Media Control & SPIEGEL-Bestseller den Buchmarkt optimieren

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Marktforschung für Verlage

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Marktforschung für Verlage

Wie Media Control & SPIEGEL-Bestseller den Buchmarkt optimieren

Der Buchmarkt ist einem ständigen Wandel unterworfen. Umso wichtiger ist es für Verlage, Markttrends frühzeitig zu erkennen und ihre Verkaufszahlen gezielt auszuwerten. Die media control GmbH bietet hierfür eine Lösung: Mit ihrer Marktforschung liefert das Unternehmen wertvolle Analysen auf Basis von Verkaufsdaten aus rund 9.000 Verkaufsstellen in Deutschland. Dazu gehören Buchhandlungen, Kaufhäuser, Elektro- und Drogeriemärkte. Diese Daten werden wöchentlich aktualisiert und ermöglichen eine umfassende Marktübersicht.

Ein besonderer Vorteil für Verlage: Media Control erstellt die Bestsellerlisten von DER SPIEGEL, die als wichtigste in Deutschland gilt. Wer seine Verkaufszahlen effizient auswertet, kann fundierte Entscheidungen treffen, Verkaufsstrategien optimieren und Marketingkampagnen gezielt steuer

Wie können Verlage Media Control nutzen?

Bereits viele Verlage setzen auf die Datenanalysen von Media Control. Um eigene Verkaufszahlen in die Analysen einzubinden, sind folgende Schritte erforderlich:

  • Kontaktaufnahme mit Media Control zur Klärung der Teilnahmebedingungen.
  • Bereitstellung der Verkaufsdaten in einem kompatiblen Format.
  • Einrichtung einer Schnittstelle für eine automatisierte Datenübermittlung oder manuelle Übertragung der Daten.

Die Kosten werden individuell mit Media Control vereinbart und hängen vom Datenumfang, der Häufigkeit der Übermittlung sowie von technischen Anpassungen und zusätzlichen Analysen ab. Eine frühzeitige Planung erleichtert die Integration und maximiert den Nutzen der Marktforschung.

Automatisierte Verkaufsanalysen durch Schnittstellen

Um den Datenaustausch zwischen Verlagen und Media Control weiter zu optimieren, gibt es mittlerweile direkte Schnittstellen für Onlineshops und Verlagssoftware. Diese bieten zahlreiche Vorteile:

  • Automatische Titelmeldung: Verkaufszahlen fließen direkt in die SPIEGEL-Bestsellerliste ein.
  • Bestellauswertung: Daten aus Shops wie Magento oder WooCommerce werden automatisiert analysiert.
  • Erweiterte Marktanalyse: Optional können anonymisierte Käuferdaten wie Region oder Altersgruppe übermittelt werden.

Ein erfolgreiches Praxisbeispiel ist der Onlineshop loveletters-bookshop.de, der seine Verkaufsdaten nahtlos und automatisiert an Media Control übermittelt. Neu ist auch die direkte Anbindung der Verlagssoftware open.junixx.FM an Media Control. Dadurch lassen sich Verkaufszahlen noch einfacher in bestehende Workflows integrieren.

Fazit

Durch den Einsatz von Media Control erhalten Verlage eine detaillierte Markteinsicht und können ihre Verkaufsstrategien optimieren. Die automatisierte Anbindung von Shops und Verlagssoftware erleichtert die Datenauswertung und reduziert den manuellen Aufwand. Wer auf präzise Marktforschung setzt, kann sich in einem dynamischen Marktumfeld einen entscheidenden Vorteil sichern.

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Herausforderungen bei der Cybersicherheit für Verlage

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