Weiterlesen und Weiterhören – Technologien für die Verlagsbranche Teil 2

Weiterlesen und Weiterhören – Technologien für die Verlagsbranche Teil 2

Teil 2

Technologien für die Verlagsbranche

Weiterlesen und Weiterhören

Mit cleveren Anwendungen versuchen Start-Ups das Weiterlesen und Weiterhören von Inhalten als Geschäftsmodell zu etablieren. Einen Überblick über die Idee dahinter finden Sie hier.

Geräte wie Smartphones, E-Book-Reader und Laptops sind heute gängige Konsumgeräte für Verlagsprodukte. Natürlich bleiben auch Bücher und Zeitungen weiterhin beliebte Medien für das geschriebene Wort. Egal welches Medium präferiert wird, nicht in jeder Situation hat der potentielle Leser eines zur Hand. Das Interesse am angefangenen Buch bleibt, auch wenn das Medium, auf dem der Lesespaß begonnen hat, zur Zeit nicht greifbar ist.

Um diesem Dilemma Herr zu werden, sind Anwendungen gefragt, die das medienübergreifende Lesen und Hören möglich machen. Der Leser muss flexibel zwischen verschiedenen Geräten wählen und wechseln können.. Zu Hause auf dem Sofa das geliebte Buch als besonders schwere Sammlerausgabe – unterwegs das E-Book. Die Bedürfnisse ein echtes Buch zu besitzen und gleichzeitig die Vorteile des digitalen Konsums zu nutzen, lassen sich durch eine “Weiterlese-Funktion” ideal kombinieren.

Die großen Anbieter wie Amazon oder Apple bieten bei Kindle, iBooks oder Tolino bereits die Synchronisation der E-Books von einem Gerät zum nächsten an. Hat ein Nutzer zum Beispiel auf seinem Kindle ein E-Book angefangen zu lesen, kann er es auch über die Kindle-App auf seinem Smartphone ohne zusätzliches “Seitensuchen” weiterlesen. Ebenso hinzugefügte Notizen und Anstreichungen werden synchronisiert und sind so auf allen Geräten identisch.

Auch diverse Start-Ups beschäftigen sich aktuell mit dem medienunabhängigen Konsum von Büchern.

Die Grundidee ist, dass  für eine Anwendung aus dem physischen Buch die letzte gelesene Seite mit der Kamera des Mobile-Device abfotografiert werden muss. Die Anwendung stellt dann einen Teil des Buches zum weiteren Konsum auf dem Gerät zur Verfügung. Leser können so zum Beispiel das Buch zuhause lassen und unterwegs einfach weiterlesen oder weiterhören.

Das Start-Up Papego stellt Lesern ein Teil des Buches auf mobilen Geräten zur Verfügung, nachdem die letzte Seite, bis zu der man gelesen hat, mit der Handykamara abfotografiert hat.

Für den vollständigen Medientransfer vom Lesen zum Hören hat das Start-Up CHAI eine Lösung gefunden. In einer mobilen App liegt das gelesene Buch als Audiodatei vor. So kann zum Beispiel beim Autofahren oder beim Joggen die Geschichte weiter gehört werden.

In all diesen Ideen steckt noch viel Potential. Digitales und analoges Konsumieren von Verlagsinhalten kann verstärkt miteinander verstrickt werden. Die Usability von E-Books kann und sollte weiter verbessert werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die eben vorgestellten Start-Ups mit ihren Ideen am Markt platzieren können und welche Anwendungen noch aus diesen Technologien gezogen werden können. In jedem Fall werden die üblichen Lesegewohnheiten um weitere spannende Möglichkeiten erweitert.

Weiterlesen:

Technologien für die Verlagsbranche Teil 1 – Die Blockchain: Jeder redet von ihr, fast niemand versteht sie: Die Blockchain. In diesem Artikel gehen wir dem großen Tech-Hype auf den Grund.

Change Management

Change Management

So gestalten Sie den digitalen Wandel in Ihrem Verlag oder Medien-Unternehmen

Change Management

So wie sich die Technik und die Gesellschaft verändern, müssen sich auch Unternehmen ändern, sich anpassen und im Idealfall sogar dem Rest der Welt ein Stück voraus sein. Wie Sie diesen Wandel in Ihrem Unternehmen gestalten und fördern, erfahren Sie hier.

 

Unter Change Management (Veränderungsmanagement) versteht man alle Aufgaben, Maßnahmen und Tätigkeiten, die eine umfassende, bereichsübergreifende und inhaltlich weitreichende Veränderung zur Umsetzung neuer Strategien, Strukturen, Systeme, Prozesse oder Verhaltensweisen in einer Organisation bewirken sollen.

 

Innovationen und gesellschaftlicher Wandel

Gesellschaftlicher und technischer Wandel haben die Wirtschaftswelt schon seit jeher beeinflusst. Die Geschwindigkeit bei technischen Innovationen ist in den letzten Jahren exponentiell angestiegen. Die Digitalisierung der Gesellschaft schreitet unablässig voran. Trotz all dieser großen Veränderungen schwächelt aber gerade der deutsche Mittelstand in Sachen Innovationskraft. Zwar gilt Deutschland als ein geeigneter Standort für Innovationen, doch nimmt die Anzahl der innovativen Unternehmen ab. Vielleicht können deutsche Unternehmen bei den immer schneller eintretenden Veränderungen in Gesellschaft und Technik nicht mehr mithalten?

Ein Blick in die meist mittelständische Verlagsbranche bestätigt dieses Bild. Das Thema “digitale Innovation” beherrscht schon seit Jahren die Branchen-Medien und Veranstaltungen, doch ist die praktische Umsetzung noch lange nicht in allen Verlagshäusern und bei allen Dienstleistern angekommen. Allzu oft wird am altbewährten Geschäftsmodell “Buch auf Papier” festgehalten. Dieses Geschäftsmodell bröckelt aber mehr und mehr. Hinzu kommt, dass die sich verändernden rechtlichen Rahmenbedingung rund um das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz und die Rückforderungen der VG-Wort die Erlöse für die etablierten Geschäftsmodelle von Verlagen sinken lassen.

Organisation und Abläufe haben sich seit der Einführung von E-Mail, Word und Excel in den meisten Verlagen nicht mehr grundlegend verändert. Natürlich nutzt man auch Facebook, Twitter, Homepages und Webshops, doch diese Tools sind bereits seit einem guten Jahrzehnt nicht mehr als Innovationen einzustufen. Innovative Geschäftsmodelle, revolutionäre Technologien und neuartige Prozesse in der Unternehmensführung sind rar gesät in der Verlagsbranche.

Es wird Zeit, den digitalen Wandel wirklich anzunehmen, umzusetzen und damit Zukunftssicherheit für Ihr Unternehmen zu schaffen. Das Streben nach Veränderungen ist ein erheblicher Erfolgsfaktor in der gegenwärtigen, digitalen Wissensgesellschaft.

 

Veränderung: Wann und Wo?

Change Management ist vor allem sinnvoll bei großen Paradigmenwechseln – wie zur Zeit der gesamtgesellschaftliche Übergang in eine digitale Wissensgesellschaft.

Die hier dargestellten Grundlagen des Veränderungsmanagement sind auf alle Veränderungen innerhalb einer Organisation anwendbar. Es müssen nicht immer die großen Umbrüche sein. Selbst kleine Veränderungen profitieren davon, bewusst gesteuert zu werden.

Mögliche Szenarien für den Einsatz von Change Management können sein:

• eine Neu-Strukturierung Ihres Unternehmen
• Entwicklung neuer strategischer Geschäftsfelder
• Veränderung der Geschäftsprozesse
• Zusammenlegen von Abteilungen
• Fusion von Unternehmen (Mergers & Acquisitions)
• Führungskräfte coachen
• Teamentwicklung betreiben
• Integration neuer Kollegen in das Unternehmen
• u.v.m.

Change Management

 

Die Herausforderungen bei Veränderungen in Unternehmen

Die größte Herausforderung im Change Management ist die Änderung in den Köpfen. Diese muss in allen Berichtsebenen stattfinden – vom Geschäftsführer bis zum Praktikanten. Gerade im Bereich der Digitalisierung handeln Unternehmen gerne doppelmoralisch. Schnell wird erklärt, dass ein Unternehmen ab jetzt voll auf digitale Produkte setzt oder sich komplett digital aufstellen wolle. Im Unternehmen selbst wird aber weiter mit unhandlichen E-Mails kommuniziert, Daten werden mit Excel verwaltet oder Bücher weiterhin auf Papier gelesen. Dieses Verhalten ist den eigenen Ansprüchen gegenüber nicht authentisch. Zudem entwickeln sich ohne die praktische Erfahrung mit digitalen Medien und Softwarelösungen bei den Mitarbeitern weder ein Problembewusstsein noch eine Inspirationsgrundlage für die Lösung von Problemen.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Skepsis gegenüber Änderungen ist natürlich. Unsicherheiten, Gefahren, Ängste und Risiken sind menschliche Verhaltensmuster. Diese Neophobie ist bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt und löst unterschiedliche Widerstände aus. Hilfreich ist eine Unternehmenskultur, die nach dem Motto “Wir wollen uns stetig verbessern und sind bereit für Veränderungen” gelebt wird.

Personen, die von digitalen Veränderungen betroffen sein werden, sollten bereits früh in den Prozess der Änderungen einbezogen werden. So können Widerstände schneller überwunden werden. Dazu gehört vor allem die Kommunikation von langfristigen Strategien und frühestmögliche Information über kommende Projekte. Der Kommunikationswissenschaftler Watzlawick sagte zwar einmal “man kann nicht nicht kommunizieren” –  aber zu wenig kann man dies durchaus.

Vor allem Kritiker gilt es bei Veränderungen mit einzubeziehen. Einwände und Kritiken bringen oft wichtige Details, die bislang übersehen wurden, für die weitere Umsetzung ans Licht.

Bei Veränderungsprozessen nimmt vor allem das Mittelmanagement eine Schlüsselposition ein. Führungskräfte dort haben am meisten Mitarbeiterkontakt. Die Führungskräfte auf dieser Ebene sind die Meinungsführer eines Unternehmens. Alle Änderungen müssen über die Schwelle des Mittelmanagements gehen können, um im gesamten Unternehmen implementiert zu werden. In der Praxis formiert sich jedoch genau dort oft der größte Widerstand gegen Veränderungen. Erfolgreiche Change-Management-Strategien legen auf Mitarbeiter in dieser Ebene einen besonderen Fokus.

Ein weiterer Lösungsansatz ist die sogenannte transformationale Führung. Dieser Führungs-Stil will vor allem intrinsisch motivieren. Es geht um die Vermittlung attraktiver Visionen und die Kommunikation des gemeinsamen Weges zur Zielerreichung. Die Führungskräfte müssen als Vorbild auftreten und die individuelle Entwicklung der Mitarbeiter unterstützen. Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier.

 

Konflikt zwischen Projekt- und Tagesgeschäft

Eine weitere Herausforderung für Veränderungen ist der unvermeidbare Konflikt zwischen Projekt- und Tagesgeschäft. Wenn Ihr Personal neben den üblichen Aufgaben zusätzlich in Projekten für den Prozess des Change Managements arbeitet, werden sonstige Aufgaben zurücktreten müssen. Um diesen Konflikt zu lösen, gibt es verschiedene Ansätze. Zum einen könnte zeitweise neues Personal eingestellt werden, das sich um das etablierte Tagesgeschäft kümmert, damit die feste Belegschaft die neuen Projekte umsetzen kann. Dagegen sprechen die zusätzlichen Kosten und das negative Image von befristeten Anstellungen. Besser erscheint eine Lösung, in der erfolgsrelevante Mitarbeiter, die direkt Umsätze generieren, ihre Aufgaben weiter wahrnehmen. Hierzu gehören beispielsweise Vertriebsmitarbeiter und Verkäufer. Mitarbeiter, die hingegen unterstützend tätig sind wie Führungspersonal, Lektoren und Marketer können ohne, dass dies direkt Umsatzeinbußen mit sich bringt, zeitweise ihre Hauptaufgabe verlassen. Die Idealsituation wäre natürlich eine Abteilung, die sich ausschließlich mit Innovationen und Change Management beschäftigt. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Unternehmens wäre mit einem solchen Team garantiert. Jedoch werden vor allem mittelständische Unternehmen für eine solche Abteilung nicht immer die erforderlichen Mittel aufwenden können.

Eine Kompromisslösung ist es, bei jedem Mitarbeiter Ressourcen für Innovationen und Veränderungen einzuplanen. Jeder Mitarbeiter wird zum ständigen Wandel geschult und motiviert. Dies beeinflusst nicht nur die Unternehmenskultur zum regelmäßigen Wandel, sondern schafft auch eine kontinuierliche Weiterentwicklung.

 

Am Ball bleiben

Eine weitere Herausforderung für Wechselprozesse ist das Durchhaltevermögen. Schnell verlaufen einmal angestoßene Projekte und Prozesse wieder im Sand. Andere Projekte werden plötzlich wichtiger oder das Tagesgeschäft holt Ihre Mitarbeiter trotz der eben erwähnten Maßnahmen wieder ein. Veränderungsprozesse werden oft als weniger wichtig eingestuft und verschwinden aus den To-Do-Listen. Um am Ball zu bleiben und die Motivation zu halten, sind kurzfristige Ziele gefragt. Diese können schnell und mit Nachdruck umgesetzt werden.

 

Die Infrastruktur für Veränderungen

Letztendlich muss eine Infrastruktur im Unternehmen vorhanden sein, die Veränderungen positiv unterstützt. Investitionen in diese Infrastruktur sind Investitionen in die Zukunft eines Unternehmens.

Um im digitalen Wandel mitzuhalten, muss immer auf Endgeräte auf dem neuesten Stand der Technik als Testgeräte zurückgegriffen werden können. Zur Projektorganisation und Kommunikation muss leistungsfähige Software vorhanden sein. Mit E-Mails und Excel werden Ihre Mitarbeiter hier schnell an Ihre Grenzen stoßen. Räumlichkeiten, Testumgebungen und ausreichende Budgets sollten vorhanden sein. Personell muss Ihr Unternehmen (neben der oben erwähnten Problematik um das Tagesgeschäft) in den Kategorien Quantität und Qualität auch bereit sein für den digitalen Wandel. Mitarbeiter mit den richtigen Kompetenzen im IT-Bereich sind unerlässlich. Bei den Verantwortlichen sind vor allem Kompetenzen wie Konfliktmanagement, Projektmanagement, Coaching oder Kommunikationstechniken gefragt. Die Teams, die einzelne Projekte voranbringen sollen, bestehen im Idealfall aus einem Querschnitt aller zukünftigen Stakeholder.

 

Die Phasen der Veränderung

 

 

Die drei im Folgenden beschriebenen Phasen stellen den üblichen Ablauf von Veränderungen in Organisationen dar. Klare Zeiträume für die einzelnen Phasen sind schwer im Voraus zu bestimmen, da Change Management gerade von seiner Flexibilität lebt. Es ist agil und anpassbar, sodass starre Konzepte den Veränderungsprozess nicht hindern.

1) Auftauphase

Alles beginnt mit der Einsicht, dass die aktuellen Erwartungen nicht mehr der Realität entsprechen. Das können einbrechende Umsätze im eigenen Unternehmen oder der Branche sein.

Auch ein Blick in andere Branchen kann diese Einsicht schaffen. Die Musikbranche zum Beispiel hat sich nach einer kräftigen Berg und Talfahrt schon lange vor der Verlagsbranche mit dem digitalen Wandel arrangiert. Nachdem um die Jahrtausendwende die Umsätze von Tonträgern zusammengebrochen sind, hat die Musikindustrie, nach unzähligen Versuchen neue Geschäftsmodelle an den Markt zu bringen und veraltete Geschäftsmodelle (CD´s) um Teufel komm raus zu verteidigen, mit dem Streaming einen neuen erfolgreichen Wachstumsmarkt geschaffen.

Die Games-Industrie hat den Sprung ins Digitale schon in der DNA gehabt und war immer offen für neue digitale Geschäftsmodelle – von Freeware über digitale Vertriebsplattformen bis hin zu In-Game-Verkäufen. Welche dieser Entwicklungen stehen der Verlagsbranche erst noch bevor?

Mit der Einsicht wird in dieser Phase bestenfalls altes Verhalten in Frage gestellt. So kann die Bereitschaft für Veränderungen entstehen. Es geht darum, Probleme zu erkennen und zu analysieren. Das Ziel dieser Phase besteht darin, die nach Veränderung strebenden Kräfte zu stärken und zu unterstützen und so ein Veränderungsbewusstsein zu schaffen.

Mitarbeiter, die selbstständig Änderungen fordern, sind in dieser Phase gefragt. Jene Mitarbeiter erkennen Sie daran, dass diese laufend neue Ideen haben und sich oft über den Status Quo beschweren. Genau diese Mitarbeiter bekommen die Verantwortung für die Recherche und Entwicklung erster Ideen übertragen. Sie werden Ihre Pioniere und Motivatoren sein. Ziel dieser Phase ist es, eine Vision und Strategie zu entwickeln.

Allen Mitarbeitern muss das Gefühl von Dringlichkeit vermittelt und die Vision muss kommuniziert werden. Das sind die ersten Schritte zur Motivation und zur Veränderung in den Köpfen.

 

 

2) Bewegungsphase

In dieser Phase wird der Status quo verlassen und konkrete Veränderungen werden angestoßen. Es wird ausprobiert, getestet und geforscht. Hier werden die in der Auftauphase ermittelten Visionen in Projekte aufgeschlüsselt. In ersten Projekten werden Lösungen gesucht. Diese müssen in den folgenden Projekten in die Tat umgesetzt werden. So kann getestet werden, ob sich die Lösungen in der Praxis behaupten. In dieser Phase ist es wichtig, flexibel zu bleiben und Projekte immer wieder anzupassen. Nach den ersten umgesetzten Maßnahmen müssen die Erfolge gemessen und bewertet werden. Sollte nicht der gewünschte Erfolg eintreten, muss nachgebessert werden mit neuen Projekten. Es wird nach dem Prinzip Try & Error verfahren.

Bevor es an die Umsetzung der einzelnen Projekte geht, gilt es nun, das gesamte Team zu motivieren und alle bestehenden Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Das Problembewusstsein wird geschärft, die Vorteile einer erfolgreichen Umsetzung werden dargestellt. Spätestens jetzt müssen alle Stakeholder eingebunden werden.

Während der Bearbeitung der Projekte müssen kurzfristige Erfolge für das gesamte Team sichtbar gemacht werden. Große Meilensteine sollten auch angemessen gefeiert werden.

Widerstände werden in dieser Phase durch Sicherheit im Prozess überwunden. Wenn die Mitarbeiter den roten Faden und eine konsequente Umsetzung der Projekte erkennen, sind sie motivierter und erleben rasch zusätzlich motivierende Erfolge.

3) Einfrierphase

Die abschließende Phase ist von der Implementierung der gefundenen Problemlösungen geprägt. In der Bewegungsphase wurde erforscht und ausprobiert, jetzt müssen die Lösungen konsequent umgesetzt werden. Stabilität soll hergestellt werden und Maßnahmen sollen nachhaltig implementiert werden. Es kommt zu einem vorläufigen Abschluss des Veränderungsprozesses. Nun sind Mitarbeiter gefragt, die geradlinig und bodenständig arbeiten, sodass die Neuerungen systematisch im Unternehmen verankert werden. Doch auch die Einfrierphase ist nicht von Dauer. Aus dieser Phase muss schnell wieder in eine Auftauphase übergegangen werden können. Veränderungen sollten dauerhaft angetrieben werden. Der Mut zu Veränderungen kann so in der Unternehmenskultur verankert werden. Der Prozess der Veränderung wird so selbst zum Gegenstand der Veränderung.

Dauerhafte Veränderung

Gerade in der digitalen Wissenschaftsgesellschaft werden die Pausen zwischen Veränderungsprozessen immer kürzer.  Unternehmen müssen am Ball bleiben, um nicht von der Konkurrenz oder von Substitutprodukten abgehängt zu werden. Gerade Letzteres ist in der Medienbranche die große Herausforderung. Im Ranking der Freizeitbeschäftigungen zählt das Lesen von Büchern zu den Verlierern. Internet, Computer und Musik haben dagegen deutlich zugelegt.

Unternehmen, die flexibel bleiben und immer bereit sind, sich zu verändern, sind von solchen Trends nicht negativ betroffen. Sie verfügen über Innovationskraft, können sich Medienformen anpassen und neue Geschäftsmodelle für ihre Inhalte finden. Auch die Effizienz und Rentabilität eines solchen Unternehmens steigt kontinuierlich, weil aktiv nach Verbesserungen in Punkto Workflows, Organisation usw. gesucht wird.

 

Weiterlesen:

Millennials – Die digitale Zielgruppe erobern – Welche Nutzergruppen sind die digitalen Konsumenten für Verlagsprodukte? Wie lassen sich diese erreichen und wie können passende Geschäftsmodelle entwickelt werden?

Effektiver Arbeiten mit digitalen Tools – Das kennen Sie auch aus Ihrem Arbeitsalltag: Wieder mal haben Sie Stunden mit internen Absprachen, Meetings, Planung, Organisation und umständlicher Kommunikation verbracht aber die eigentliche Arbeit blieb mal wieder auf der Strecke. Schnell stellt man sich die Frage: Wie kann ich effektiver Arbeiten?

Content mobile first

Content mobile first

Wie könnten Buchverlage auf mobilen Geräten stattfinden? Ein Aufruf zum Umdenken und Hinterfragen von Geschäftsmodellen.

Content mobile first

 

Internetfähige Mobilgeräte hat heutzutage fast jeder. Offenes W-Lan wird dank der neuesten Gesetzesinitiativen auch bald in Deutschland sicher und legal genutzt werden können. 2016 nutzten 49 Millionen Menschen in Deutschland ein Smartphone. E-Books werden vor allem auf mobilen Geräten wie Tablets und E-Book-Readern gelesen. Im Oktober 2016 überholte erstmalig im weltweiten Vergleich die mobile Web Nutzung die Nutzung vom Desktop aus.

Für viele Innovationen aus der Tech-Branche gilt diesem Trend folgend die Philosophie, zuerst die mobile Anwendung an den Markt zu bringen. Desktopgeräte werden nach dieser „mobile first“-Strategie erst im zweiten Schritt bedient. Trotz der Dominanz mobiler Endgeräte, schöpft die Verlagsbranche das Potential des mobilen Marktes häufig nicht aus und arbeitet nach altbekannten Mustern und Strategien. Es gilt also Geschäftsmodelle neu zu denken und sie den Anforderungen einer mobilen und technisch versierten Gesellschaft anzupassen. Die Disruption der Verlagsbranche steht noch vor der Tür.

Weniger ist mehr – nicht nur für kleine Bildschirme

Nach wie vor herrscht vielerorts das Missverständnis, dass mobile Anwendungen einfach das skalierte Original sind. Es wird versucht, die Inhalte auf einen kleineren Bildschirm zu pressen. Doch dieses Konzept scheitert an den erprobten Maximen moderner Usabiltiy-Konzepte ebenso wie an den ästhetischen Anforderungen zeitgemäßen Designs für mobile Endgeräte.

Die Art und Weise wie mobil interagiert und konsumiert wird unterscheidet sich grundlegend von der Anwendung am festen Rechner mit großem Bildschirm. Die Aufmerksamkeitsspannen der Benutzer sind noch einmal deutlich kürzer als ohnehin schon im Internet. Bedienbarkeit und Navigation unterliegen durch kleinere Bildschirme, fehlender Tastatur oder den Möglichkeiten von Sprachsteuerung anderen Rahmenbedingungen.

Diese Veränderungen dürfen nicht als Hindernis sondern als Chance verstanden werden. Effiziente und auf die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppen ausgerichtete Bedienkonzepte  führen mobil häufig zu minimalistischen Anwendungen.

Eine „mobile first“ Philosophie ist also schon in der Konzeptionsphase ein Ansatz um geradliniger zu arbeiten und sich auf die essentiellen Funktionen zu fokussieren. Diesen Ansatz vom User Interface auf die Inhalte auszuweiten wird die Geschäftsmodelle der Verlagsbranche in Zukunft maßgeblich bestimmen.

Welche Inhalte werden mobil konsumiert?

Prinzipiell kann nahezu jeder Inhalt mobil konsumiert werden. Selbst Sach- und Fachliteratur, die hauptsächlich im Arbeits- und Forschungsumfeld von Bedeutung ist, muss heute mobil verfügbar und an Verwendungskontext angepasst sein.

Da auch der moderne Arbeitsmarkt mehr Mobilität und Flexibilität verlangt, müssen professionelle Inhalte und Anwendungen ebenfalls mobil funktionieren. Egal ob vom Home-Office gearbeitet wird oder die Mitarbeiter auf Geschäftsreisen unterwegs sind, das Ziel der Nutzer ist es, mobil genauso effizient wie an einem festen Arbeitsplatz zu arbeiten.

Bei der Auswahl und Aufbereitung der Inhalte gilt daher: Inhalte erhalten in der mobilen Anwendung im Gegensatz zum Desktop-Rechner oder auf dem Papier eine ganz andere Relevanz als ein gedrucktes Werk. Nachrichten und tagesaktuelle Informationen sind hier wichtiger als alte und bekannte Inhalte, auch wenn Sie neu aufgelegt wurden.

Warum nicht auch einzelne Kapitel aus einem Buch sofort nach Fertigstellung oder in regelmäßigen Abständen „mobile first“ veröffentlichen? Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

Wie werden Inhalte mobil aufbereitet?

Aufgrund der verkürzten Aufmerksamkeitsspanne, die digitalen Medienprodukten in der Regel zukommt, wird von Inhalten im mobilen Kontext erwartet, direkter und schneller auf den Punkt zu kommen.

Wie bereits weiter oben angeführt, stellt die kapitelweise, in regelmäßigen Abständen veröffentlichte mobile Publikation einen möglichen Ansatz dar. Autoren und Verlage sehen sich dabei einer neuen Herausforderung ausgesetzt. Viele kurze Kapitel müssen verfasst werden, die für sich funktionieren aber trotzdem das Interesse auf das Lesen in Fortsetzungen wecken.

Während in der alten statischen Welt der Inhalte der Autor der Schöpfer des großen Ganzen war, ist er in der neuen mobilen Welt der Schöpfer vieler kleiner Teile, die Teil für Teil zu einem konsistenten großen Ganzen wachsen.

mobile first – Marketing & Erfolgsmessung auf einem neuen Level

Mobile Anwendungen eignen sich sehr gut, um Nutzerdaten zu messen. Grundsätzlich kann man anhand GPS und weiterer Daten konkrete Rückschlüsse auf den Kontext der Nutzung ziehen. Gesammelte Daten lassen sich zum einen für das Marketing und zum anderen auch zur Erfolgsmessung von Produkten und Publikationen verwenden.

Folgende Fragen lassen sich mit dem geschickten Einsatz von Daten beantworten:

Sind die Leser wirklich an dem Thema interessiert?
Werden die Inhalte bis zum Ende gelesen?
Welche Zielgruppe ist an den Inhalten interessiert?
Wie und wann wird auf die Inhalte zugegriffen?

Mit einer Vielzahl von Daten werden Grundlagen geschaffen, auf denen weitere Themen evaluiert werden können. Außerdem liefern die Fragestellungen wertvolle Erkenntnisse für das Marketing um die richtigen Zielgruppen anzusprechen. Inhalte und Anwendungen mit einer “Mobil first” Philosophie zu entwickeln heißt folglich auch immer abzuwägen, welche Daten benötigt werden und wie diese am besten ausgewertet werden.

Crossmediale Reichweite

Reichweite, die an Werbekunden und Kooperationspartner vermarktet wird, kann ein Geschäftsmodell erweitern oder sogar ein eigenes neues Geschäftsmodell sein. Diese Reichweite ist heute deutlich wertiger, wenn sie “crossmedial” über verschiedene Kanäle nachgewiesen werden kann.

Die Verknüpfung schafft Mehrwerte, die von den Werbekunden dankbar angenommen werden und gleichzeitig die eigenen Vermarktungswege und Berührungspunkte zum Endkunden erweitert. Die Summe an Empfängern kann durch eine mehrgleisige Strategie in eine höhere Kontaktqualität überführt werden. Wird die Werbebotschaft dann noch kontextbezogen angepasst, können dank der crossmedial optimierten Qualität- und Quantität der Werbemaßnahmen letztendlich deutlich bessere Konversionsraten erreicht werden.

Umdenken ist gefragt

Hat man als Content-Produzent zuerst die mobile Verwendung von Inhalten in den Vordergrund gestellt, entwickelt sich daraus eine neue Herangehensweise an die Konzeption und Produktion von Inhalten. Dieser Ansatz führt zu neuen Denkstrukturen, welche wiederum die Grundlage für Innovationen legen. Gleichzeitig eröffnet das Weiterdenken von Geschäftsmodellen auf Unternehmensebene neues strategisches Potenzial.

Was bedeutet das für Sie?

Ob eine “mobile first” Strategie für Ihr Verlagshaus vordergründig Sinn macht oder nicht, hängt von vielen individuellen Fragestellungen ab. Vielleicht sind es ja auch nur einzelne Produktbereiche, die sich dafür eignen. Bei der Beantwortung dieser Fragen kann Ihnen sicher auch ein technologisch versierter externer Partner mit dem Blick von außen weiter helfen.

In jedem Fall würde sich eine solche Strategie operativ auf alle Geschäftsbereiche niederschlagen: Vom Lektorat bzw. der Redaktion über die Programmleiter, das Marketing- und Vertriebsteam bis hin zur Verlagsleitung.
Unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Entwicklung und dem Nutzungsverhalten kommender Generationen, sind Sie gut beraten sich zumindest mit der Philosophie des “mobile first” Ansatzes zu beschäftigen und entsprechende Potenziale für Ihr Unternehmen zu erforschen.

Den Riesen bezwingen

Den Riesen bezwingen

Inspiration und Ideen: Wie Sie mit Ihrem Bücher-Webshop gegen Amazon bestehen können

Den Riesen bezwingen

Nach wie vor ist die Marktmacht von Amazon ungebrochen. Vor allem der Buchhandel hat mit dieser Marktdominanz von Amazon zu kämpfen. Verlage müssen den von Amazon aufgestellten Regeln und Konditionen folgen, um am Markt zu bestehen. Buchhändler stehen Amazon als direkte Konkurrenten gegenüber. Erfahren Sie hier wie sie trotzallem gegen Amazon bestehen können.

 

Um mit dem eigenen Bücher-Webshop gegen Amazon anzukommen, gilt es in Sachen Spezialisierung und Einzigartigkeit besser als Amazon zu sein. Neben Amazon kann nur die Nische existieren. Mit der Schaffung eines authentischen und individuellen Angebots in Verbindung mit einer einzigartigen User Experience wird der eigene Webshop erfolgreich sein. Individualität ist schließlich das Einzige, was Amazon nicht kann.

 

Die Pflicht: Was Sie mindestens so gut wie Amazon machen müssen

Wenn nach einem Buch gegoogelt wird, erscheint Amazon in den Suchergebnissen meist ganz oben. Damit Sie ebenfalls eine Chance haben, neben dem Platzhirsch auf Seite 1 zu erscheinen, ist eine ausgeklügelte und vor allem dauerhafte Suchmaschinenoptimierung (SEO) Pflicht. Auch was die Punkte Lieferbarkeit und Retouren angeht, müssen Sie in der Geschwindigkeit zumindest nah an den Service von Amazon herankommen. Wenn Sie ein eigenes Ladengeschäft betreiben bietet es sich an, auch hier Retouren abgeben zu können. Kunden aus der Umgebung Ihres Lagers könnten Sie sogar am selben Tag der Bestellung beliefern. Das kann Amazon noch nicht. Selbstverständlich muss Ihr Webshop auch für mobile Anwendungen optimiert sein sowie alle gängigen Bezahlmethoden zulassen.

 

Die Kür: Was Sie besser als Amazon können müssen

Persönlichkeit und Authentizität sind gefragt. Damit wird Amazon nie punkten können. Es geht also um Ihre Leidenschaft und Fachkenntnis, die Sie auch in ihrem Webshop darstellen müssen. Das kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise passieren:

  • Direkte Kommunikation mit dem Kunden: Bringen Sie die persönliche Kundenbindung aus dem Einzelhandel ins Netz. Geben Sie Ihren Kunden die Möglichkeit mit echten Menschen kommunizieren. Dies lässt sich durch eine Service-Hotline, Skype-Kontaktmöglichkeiten und eine Hilfe-Chat-Funktion umsetzen, welche direkt von jeder Seite ihres Webshops abrufbar ist.
  • Geben Sie ihrem Webshop ein Gesicht: Zeigen Sie Fotos von den Service-Mitarbeitern mit denen die Kunden in Kontakt stehen und stellen Sie Ihre Mitarbeiter persönlich vor.
  • Content Marketing: Geben Sie Ihren Kunden individuelle Inhalte, die einen echten Mehrwert liefern, wie z. B. Fachartikel, Blogposts, Interviews mit Autoren usw. Diese Inhalte lassen sich gut auf Social Media-Kanälen teilen und machen über geschicktes SEO weitere User auf Ihren Webshop aufmerksam.
  • E-Mail Marketing: Versenden Sie nicht einfach nur E-Mails mit Werbung, sondern liefern Sie auch hier Inhalte und Mehrwerte. Mit cleverem softwaregestütztem E-Mail Marketing können Sie automatische Reaktionen und Abläufe sowie Selektionen nach Interessengebieten Ihrer Kunden umsetzen und so die richtigen Inhalte an die richtigen Kunden senden.
  • Einzigartiger Service: Machen Sie Ihren Kunden kleine Geschenke um Ihre Wertschätzung zu zeigen – wenn es auch nur eine kleine Packung Gummibärchen in jeder Bestellung ist. Achtung beim Buchpreisbundungs-Gesetz: Es dürfen Waren von geringem Wert oder Waren, die im Hinblick auf den Wert des gekauften Buches wirtschaftlich nicht ins Gewicht fallen beigelegt werden. Die Grenze liegt bei zwei Prozent des Buchpreises.
  • Exklusive Verpackung: Bücher sind nach wie vor das beliebteste Weihnachtsgeschenk der Deutschen. Auch zu anderen Feierlichkeiten werden Bücher gerne verschenkt. Machen Sie die Verpackung Ihrer Webshop-Lieferung zu etwas Besonderem und bieten Sie exklusive Geschenkverpackungen und Grußkarten an. Sorgen Sie mit kreativen und/oder selbstgemachten Verpackungen für die richtige Geschenk-Atmosphäre. So schlagen Sie den uninspirierten 08/15 Amazon Geschenkverpackungs-Service um Längen.
  • Exklusive Produkte: Bieten Sie in Ihrem Online-Shop Produkte an, die nur dort exklusiv erhältlich sind. Das können limitierte Sonderauflagen oder auch exklusive Non-Book Artikel sein.

Persönlichkeit vs. Generalist

Alles was die Persönlichkeit von Ihrem Unternehmen ausmacht, sollte folglich auch Ihr Webshop widerspiegeln. Nutzen Sie dazu Ihre Markenwerte, Ihre Mitarbeiter und auch Kunden als Testimonials. Sie sind sowohl der Experte in Ihrem Marktsegment als auch der Experte im Umgang mit Ihren Produkten und natürlich auch der Experte in der Lebenswelt Ihrer Zielgruppe. Amazon ist das nicht und wird das nie sein. Nutzen Sie also Ihr persönliches Potenzial und heben Sie sich so in Ihrer Nische vom Generalisten Amazon ab.

Der optimale Start für Ihr Webshop Projekt – eCommerce Teil 1

Der optimale Start für Ihr Webshop Projekt – eCommerce Teil 1

Der optimale Start für Ihr Webshop Projekt

eCommerce Teil 1

Worüber Sie sich Gedanken machen sollten, bevor Sie einen Dienstleister mit ins Boot holen. Ein Leitfaden für die Realisierung von einem Webshop Projekt – Teil 1

Wir arbeiten zurzeit an einer Artikelreihe zum Themenschwerpunkt eCommerce. Der vorliegende ist ein erster Einstieg, auf den wir weiter aufbauen. Stück für Stück werden wir alle Bereiche erarbeiten, die wir aus der Praxis für ein Webshop Projekt gemeinsam mit unseren Kunden identifiziert haben. Die aus unserer Praxiserfahrung gewonnenen Erkenntnisse möchten wir gerne mit Ihnen teilen und freuen uns auf den Erfahrungsaustausch mit Ihnen.

Für Feedback, konstruktive Kritik oder auch konkrete Fragestellungen können Sie sich gerne per E-Mail oder Xing an mich werden.

Für wen ist der Artikel geeignet?

Der Artikel ist für Sie dann interessant, wenn sie eine Führungskraft oder ein Mitarbeiter eines Unternehmens sind, das schon ein oder mehrere Produkte hat und sich mit der Anschaffung eines eigenen Webshops beschäftigt, gerade im Begriff ist mit einem Projekt zu beginnen oder einen Neustart angehen will und offen für ein frisches Herangehen ist.

Was wird darin behandelt?

Nach wie vor besteht weitläufig der Glaube, ein schönes Design und eine möglichst allumfassende Software reichen aus, um einen erfolgreichen Webshop auf die Beine zu stellen. Vor allem in den Branchen, deren Kerngeschäft nicht im eCommerce liegt. Welche Herangehensweise erfolgversprechender und schlussendlich befriedigender für Sie ist, stelle ich hier vor.

Viel gehört, oft zitiert und immer schön zu lesen, schafft Hermann Hesses Gedicht “Stufen” auch hier die richtige Einstellung für den Einstieg in den eigenen Webshop:

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

(Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.)

Es lohnt sich durchaus diesen flammenden Appell gegen das Verweilen in Komfortzonen häufiger zu lesen. Daher sei allen der Link zum vollständigen Gedicht ans Herz gelegt.

Ihr Webshop Projekt: Ideen sollten nicht nur Ideen bleiben

Alle Ideen, seien sie noch so großartig, scheitern am ehesten an der Zielsetzung. Viele werden jetzt denken: “Moment. Das sollte wohl eher ‘an der Umsetzung’ heißen.” Aber selbst die Umsetzung scheitert eher an fehlenden oder widersprüchlichen Zielsetzungen als an einer per se schlechten Umsetzung.

Egal wie genial Ihre Idee sein mag, wenn Sie so starten müssen, sollten Sie Ihr Vorhaben noch einmal überdenken. Das gilt leider nicht nur für Webshops.

Webshop Projekt GooglesucheNicht, dass etwas gegen Google einzuwenden wäre. Aber die beste Suchmaschine der Welt kann Ihnen nicht helfen, wenn Sie ihr nicht die richtigen Fragen stellen oder sich nicht bewusst sind, welche Fragen Sie eigentlich stellen wollen. Dieses Prinzip gilt übrigens sowohl für Suchmaschinen als auch für Berater. Und machen wir uns nichts vor, “Wie erstelle ich einen erfolgreichen Webshop?” ist nicht die Frage, mit der Sie beginnen sollten.

Design – heiliger Gral oder Sackgasse?

Viele beginnen beim Design. Das gilt vor allem für die Branchen, die es bislang kaum bis gar nicht gewohnt waren, direkten Kundenkontakt zu pflegen. Also für diejenigen, die Marketing entgegen eigener Lippenbekenntnisse noch als Instrument sehen, die Menschen da draußen zu beschallen und möglichst auf die eigenen Produkte aufmerksam zu machen. Aber dann, wenn die Produkte erst einmal gekauft wurden, dann bitteschön wollen sie nichts mehr von ihren Kunden hören.

Manche werden dabei noch folgenden Gedanken im Ohr haben:

“If I had asked people what they wanted, they would have said faster horses.”

Dieses Bonmot wird Henry Ford zugeschrieben. Im Harvard Business Review gibt es für Interessierte einen kurzweiligen Artikel von Patrick Vlaskovits aus 2011, der in einer Schlußfolgerung mündet, die sich jeder Unternehmer zu Herzen nehmen sollte:

“The real lesson learned was not that that Ford’s failure was one of not listening to his customers, but of his refusal to continuously test his vision against reality, which led to the Ford Motor Company’s failure of continuous innovation, resulting in a catastrophic loss of market share from which it never recovered.”

Ziele zu setzen (in Fords Fall eine Vision) und diese mit der Realität abzugleichen, sollte zum Grundwerkzeug jedes Unternehmens gehören. Da wir in einem kapitalistischen System leben und abhängig sind von den Umsätzen und Gewinnen, die wir darin erwirtschaften, müssen alle Ziele über kurz oder lang eine wirtschaftliche Komponente abdecken.

Wer dennoch mit dem griffigsten Element, dem Design, beginnt, sollte sich spätestens dann ihrer Fragestellungen bewusst sein und diese selbstkritisch ausarbeiten. Eine Website oder ein Webshop sollte niemals (nur) dafür genutzt werden das eigene Gefühl von Ästhetik oder die eigene Eitelkeit zu befriedigen. Ein Webshop ist immer nur Mittel zum Zweck.

Themen für Ihre Ziele

Ziele müssen erreichbar sein oder zumindest nur knapp außerhalb des erreichbaren Horizonts liegen, um die Motivation, sie zu erreichen, hoch zu halten. Und Ziele müssen gegeneinander priorisiert werden.

Ein Webshop sollte nicht als Alibi angelegt werden, nur weil die Konkurrenz auch einen betreibt. In der Regel wissen wir nicht, wie gut oder schlecht der Webshop der Konkurrenz funktioniert – umso fahrlässiger wäre es, sich mit ungewissem Ausgang daran zu orientieren. Bleiben Sie daher bei Ihren eigenen Zielen und bleiben Sie realistisch.

Inhaltlich sollten Ihre Ziele zumindest folgende Themen abstecken:

  • Kunden (Zielgruppen)
  • Produkte (Qualität)
  • Prozesse (Service)
  • Alleinstellungsmerkmale (Konkurrenz)
  • Auffindbarkeit (Marketing)

In der Regel sollten Sie beim Kunden beginnen. Da wir davon ausgehen, dass Sie schon Produkte haben, nehmen wir ebenfalls an, dass Sie bereits eine konkrete Vorstellung von Ihren Kunden haben. Welche Ihrer Kunden wollen Sie mit dem Webshop erreichen und warum? Und was erwarten die Kunden von Ihnen?

Der beste Webshop der Welt mit allen Funktionen, die Sie sich wünschen und von denen Sie träumen, bringt nichts, wenn die Abläufe dahinter nicht stimmen. Wann und wie kommen die Produkte beim Kunden an? Entsprechen die Bilder im Webshop dem Benutzererlebnis? An wen kann sich der Kunde bei Fragen wenden? Was passiert samstags und sonntags? Was nach 18:00 und vor 9:00 Uhr?

Wenn Sie tolle Produkte haben und die Kunden ins Zentrum Ihres Service-Gedanken gerückt wurden, haben Sie einen sehr großen Part schon einmal geschafft. Ähnlich wie es auf Ihre Produkte zutrifft, braucht aber auch Ihr Shop ein Alleinstellungsmerkmal. Der Grund, warum Sie überhaupt mit einem Webshop an den Start gehen wollen. Auch wenn es schmerzt, müssen Sie sich die Frage stellen, was kann ich besser als Amazon, Ebay & Co. und warum lohnt es sich für die Kunden und mich einen eigenen Webshop zu haben.

Und bevor Sie mit der Planung der konkreten Funktionen des Shops beginnen , sollten Sie noch ein paar Nächte darüber schlafen und folgende Fragen wälzen: Wo und wie finden Sie Ihre Kunden heute? Wie findet man Sie in ein paar Jahren? Nur dann werden Sie in der Lage sein, zielführende zu planen und nachhaltige Entscheidungen zu treffen.

Wie Sie sehen, sind eine Reihe von Punkten entscheidend, bevor Sie sich der Frage stellen können, welche Funktionen die Software Ihres Webshops zur Verfügung stellen soll, und ob eine Lösung von der Stange, eine customized Lizenz- oder Open Source Software, ein Framework oder eine Individuallösung am besten zu Ihnen passt.

Aus all diesen Fragestellungen erwachsen Ziele und Maßnahmen, die Sie für sich definieren müssen, um Ihre Erwartungshaltung laufend mit der Realität abgleichen zu können und nicht am Ende aufgrund falscher Vorstellungen eine Enttäuschung zu erleben. Der beste Einstieg für Sie:  Notieren Sie sich zunächst Fragen, die Ihnen zu den oben genannten Themen in den Sinn kommen, und priorisieren Sie diese für sich.

Beim nächsten Mal: Wie Ihre Ziele Gestalt annehmen

Im nächsten Artikel werde ich eine Methode vorstellen, die Ihnen dabei hilft Ziele zu erarbeiten und zu überprüfen. Die Herangehensweise ist nicht ganz trivial, aber wenn Sie sie erst einmal verinnerlicht haben, hilft sie Ihnen weit über den Bedarf eines Webshops hinaus.

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