Technologien für die Verlagsbranche Teil 1 – Die Blockchain

Neue Reihe: Technologien für die Verlagsbranche

In dieser Themenreihe werden wir in regelmäßigen Abständen neue Technologien vorstellen und sie auf die Verwendbarkeit in der Verlagsbranche untersuchen. Abonnieren Sie unseren Newsletter, um keinen Artikel zu verpassen!

Jeder redet von ihr, fast niemand versteht sie: Die Blockchain. In diesem Artikel gehen wir dem großen Tech-Hype auf den Grund.

Lesezeit ca. 8 Minuten

Die Blockchain wird als die bedeutendste Technologie der nächsten Jahrzehnte gehandelt. Noch ist die Blockchain ein Buzzword und ein Trend, ähnlich wie “Internet” vor mehr als 20 Jahren. Man hat davon mal gehört, wenige nutzen es und die wahren Potentiale sind noch gar nicht ausgeschöpft. Aktuell wird die Blockchain vor allem in der Finanzwirtschaft eingesetzt, weil die Anwendung für digitale Währungen wie Bitcoin am offensichtlichsten ist. Die klassische althergebrachte Finanzindustrie wird durch die Blockchain zur Zeit durch virtuelle Währungen am stärksten bedroht. Natürlich ist das den Akteuren dort auch bewusst, so wundert es nicht, dass gerade dort viel investiert wird um am Ball zu bleiben.

In zwei bis vier Jahren werden marktfähige Anwendungen erwartet. Die Blockchain soll Mainstream werden und ganz neue Anwendungsgebiete abdecken. Einer der nächsten möglichen Einsatzbereiche für die Blockchain-Technologie ist die Verwaltung von geistigem Eigentum. Damit ist auch bald die Verlagsbranche im Visier der revolutionären Technologie.

Die Idee hinter der Blockchain

Das Internet hat Möglichkeiten geschaffen, schneller und einfacher zu kommunizieren, Informationen und Daten auszutauschen. Grundkonzept der digitalen Ökonomie war bisher der Austausch von Kopien der Originaldaten. Die jeweiligen Kopien können unendlich oft weiter kopiert werden. Diese Vorgehenspraxis hat viele neue Geschäftsmodelle geschaffen. Dabei war es nicht Möglich darzustellen, dass Endlichkeit und Ressourcenknappheit in der physischen Welt bestehen. Wenn endliche Dinge digital dargestellt wurden, dann waren dies bis jetzt Informationen über messbare Dinge in der physischen Welt. Bestes Beispiel dafür ist ein Onlinebanking-Konto, auf dem lediglich virtuell dargestellt wird wie viel “echtes” Geld der Kunde besitzt.

Dinge wie Vermögen, geistiges Eigentum, Aktien, Urheberrechte, Musikrechte, Kunst, Wählerstimmen, Immobilien und vieles mehr waren im Digitalen nicht als eigenständige, endliche Werte darstellbar. Die digitale Darstellung konnte entweder unendlich oft kopiert werden oder es gab noch keine digitale Entsprechung. Nicht-kopierbare Güter müssen bisher von Behörden, Banken, Multimedia-Konzerne, Verwertungsgesellschaften und ähnlichen Institutionen verwaltet werden, um sie greifbar und verwertbar zu machen.

Dieses Modell hat jedoch einige Schwächen:

  • Verwaltungs-Institutionen können gehackt werden.
  • Transaktionen, die über die Institutionen abgewickelt werden, verbrauchen Ressourcen wie Zeit und Geld.
  • Institutionen haben eine große Macht und Dominanz, entweder weil sie eine Monopolstellung innehaben (z.B. Verwertungsgesellschaften) oder weil die dort gehandelten Waren und Dienstleistungen systemrelevant sind (z.B. Banken).
  • Institutionen müssen für ihre Arbeit enorm viele Daten erheben. In der Kombination mit ihrer Machtstellung ergeben sich hier fragwürdige Datenschutzprobleme.

Um all diese Probleme zu bewältigen, ist für die digitale Unendlichkeit eine sichere, möglichst unhackbare, vertrauenswürdige Technologie gefragt. Hieran angesetzt kommt es zur Entwicklung der Blockchain. Ziel einer Blockchain ist die dezentrale Verwaltung von Vermögen. Zwischenhändler und Gatekeeper werden überflüssig.

Die Technologie

Um diese Ziele zu erreichen, müssen Transaktionen zwischen nur zwei Partnern durchgeführt werden können. Es handelt sich um sogenannte Peer-to-Peer-Verbindungen.  Vertrauen in die Sicherheit der Anwendung ist essentiell. Die beste und höchste Datenverschlüsselung ist notwendig.

Erste Ideen zur Umsetzung solcher Technologien entstanden Anfang der 90er Jahre. 2009 kam mit dem Bitcoin die erste funktionsfähige Krypto-Währung auf den Markt. Das Prinzip der Blockchain-Technologie konnte anhand dieser erstmals im Markt angewendet werden.

Heute sind Daten auf zentralen Datenbanken gespeichert, welche durch Firewalls geschützt werden – zumindest wird dies versucht. Ein Hacker könnte zentrale Daten jedoch ändern, sobald er einmal Zugriff auf eine zentrale Datenbank hat.

In der Blockchain gibt es eine solche zentrale Datenbank nicht. Die Daten liegen weltweit auf Millionen von Computern und werden laufend aktualisiert. Sollte einer der Rechner gehackt werden, schlagen alle anderen Rechner im Netzwerk Alarm. Hacken wird somit nahezu unmöglich.

Der Ablauf einer Blockchain-Transaktion lässt sich sehr gut am Beispiel der Bitcoin darstellen. Grundgerüst ist ein riesiges Netzwerk von Millionen Computern, auf welchen die Bitcoin-Transaktionen verwaltet werden. Jede mit Bitcoins getätigte Transaktion wird gleichzeitig an das gesamte Netzwerk geschickt. Die Legalität dieser Transaktion wird vom Netzwerk bestätigt. Nur wenn die Mehrheit der Netzwerkrechner bestätigt, dass diese Transaktion legitim ist, wird sie freigegeben und gilt damit für immer als gesichert.

Sogenannte Miner, Computerzentren mit riesiger Rechenleistung, erstellen Blocks mit allen Transaktionen der letzten zehn Minuten weltweit. Die Rechenzentren wetteifern um die Erstvalidierung eines Blocks. Dafür wird der Betreiber des Miner-Rechenzentrums mit Bitcoins belohnt. Anschließend werden die Blocks miteinander verkettet. Die Blockchain ist entstanden. Jeder Block hat einen Zeitstempel, der auf allen vorherigen Blocks basiert – eine Art digitales Wachssiegel. Sollte nun jemand versuchen, eine Transaktionen zu manipulieren und einen solchen Block zu hacken, müsste man alle vorherigen Blocks auf allen Rechnern hacken. Das ist unendlich schwer und bei dem Bitcoin bis jetzt noch nie geschafft wurden. Jedoch wurden bereits Anbieter von Bitcoins gehackt. Diese Anbieter sind die Schnittstelle zur realen Währung über die Geld umgetauscht und bei denen Geld gelagert werden kann.

Anwendungsgebiete

Das Potential der Blockchain ist noch nicht vollkommen erkannt, doch einige Anwendungsgebiete sind heute schon offensichtlich.

Krypto-Währungen wie Bitcoin oder Etherium sind aktuell ein wahrer Boom und bereits im Einsatz. Handel und Bezahlwege der Währungen werden durch Blockchain-Systeme ermöglicht. An dieser Stelle kann auch die Verlagsbranche mit den Innovationen arbeiten. Es ist heute problemlos einrichtbar und umsetzbar, in Webshops oder im stationären Handel mit Krypto-Währungen zu bezahlen.

Zahlungen und Abrechnungen können durch die Blockchain zu einer einzigen Tätigkeit verbunden werden. Frühere, sehr umfangreiche Verwaltungsprozesse werden unnötig. So sind vor allem Banken, Verwertungsgesellschaften, Finanz-Intermediäre und Clearingstellen durch die bedroht. Intermediäre und Verwalter werden durch die Sicherheit der Blockchain ersetzt.

Aber auch Verlage könnten zu den großen Verlierern der Blockchain-Ära gehören. Der Verlag wird als Verwalter von Rechten langfristig ersetzt werden. Musikverlage wird dies vermutlich noch vor den Buchverlagen treffen. Die Rolle als Entdecker, Marketer, Vernetzer und Aufbereiter von Medieninhalten wird so in Zukunft für Verlage noch wichtiger werden.

Es werden immer Unternehmen an den Schnittstellen zur nicht-digitalen Welt benötigt. Hier können sich gerade Verlage und sonstige Medien-Unternehmen gut für die Zukunft aufstellen.

Besonders  große Plattformanbieter wie Amazon werden durch die Blockchain gefährdet. Deren bisherige Mittlerfunktion wird an Bedeutung verlieren.

Die Blockchain ist eine große Chance für eine neue Markt-Disruption. Es ist gut möglich, dass wieder kleinteiliger gewirtschaftet werden muss und die Internet-Riesen von heute zu Zwergen werden. Eine schöne Aussicht für die meist mittelständische Verlags- und Medienbranche.

Auch Sharing-Companys wie Uber und Airbnb, die in den letzten Jahren einen Boom erlebt haben, müssen sich warm anziehen. Bisher fungierten sie als Dienstleister für Anbieter, die Güter teilen wollen. Sie selber teilen jedoch nicht. Durch eine entsprechende Blockchain-Anwendung kann der Kontakt und der Vertragsschluss zwischen Anbieter und Nutzer übernommen werden. Auch ein Bewertungssystem ließe sich umsetzen.

Letztendlich könnte die Blockchain sogar zur Lösung des Problems der sozialen Ungerechtigkeit beitragen, so der Digitalexperte Don Tapscott. Vielleicht ließe sich der Wohlstand vor-verteilen, noch bevor manipulierbare Steuern im Nachhinein erhoben werden. So könnte das Steuersystem mit Hilfe der Blockchain revolutioniert werden. Die Steuerskandale rund um Paradise Papers, Cum-Ex-Geschäfte usw. sprechen dafür das Steuersystem von heute zu hinterfragen.

Die Blockchain in der Verlagsbranche

Als eine der ersten Initiativen der Medienbranche hat das Content Blockchain Project unter dem Namen ISCC (International Standard Content Code) eine digitale Standardnummer entwickelt. Diese Standardnummer wird aus den Metadaten und dem Inhalt eines digitalen Produktes generiert. Es ist keine Institution mehr nötig, die Kennzeichnungen wie ISBN oder ISRC vergibt. Das besondere ist hierbei, dass auch Rechte- und Lizenzinformationen integriert sind, die den Handel und die Nutzer über die erlaubte Verwendung informieren.

Der Einsatz zur Verwaltung von Rechten ist offensichtlich. Die VG-Wort wäre bis auf wenige ausschließlich physische Bereiche überflüssig. Creative Commons und noch gänzlich neue, bis heute ungedachte Lizenzmodelle wären einfacher und effektiver zu handhaben. Gerade diese flexible Handhabung von Lizenzen könnte für Verlage sehr relevant werden.

In jedem Fall ist mit der Blockchain eine spannende neue Technologie-Ära angebrochen und wir dürfen gespannt sein, welche Anwendungen auf dieser Grundlage entwickelt werden. Es gibt rechtliche, technische und ökologische Probleme zu lösen. Zumindest die Erstellung von Bitcoin-Blocks in den Rechenzentren ist sehr energieaufwendig. Auch wenn die Blockchain als quasi unhackbar gilt, könnten bisher nicht entwickelte Quantencomputer – Computer die nicht auf den Grundsätzen der klassischen Physik, sondern auf der Quantenmechanik basieren – dies schaffen.

Hinter der neuen Blockchain-Technologie stehen große Potentiale. Es lohnt sich auch für die Verlagsbranche, bereits heute mitzuentwickeln.

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Change Management

So gestalten Sie den digitalen Wandel in Ihrem Verlag oder Medien-Unternehmen

So wie sich die Technik und die Gesellschaft verändern, müssen sich auch Unternehmen ändern, sich anpassen und im Idealfall sogar dem Rest der Welt ein Stück voraus sein. Wie Sie diesen Wandel in Ihrem Unternehmen gestalten und fördern, erfahren Sie hier.

Lesezeit ca. 15 Minuten

Unter Change Management (Veränderungsmanagement) versteht man alle Aufgaben, Maßnahmen und Tätigkeiten, die eine umfassende, bereichsübergreifende und inhaltlich weitreichende Veränderung zur Umsetzung neuer Strategien, Strukturen, Systeme, Prozesse oder Verhaltensweisen in einer Organisation bewirken sollen.

Innovationen und gesellschaftlicher Wandel

Gesellschaftlicher und technischer Wandel haben die Wirtschaftswelt schon seit jeher beeinflusst. Die Geschwindigkeit bei technischen Innovationen ist in den letzten Jahren exponentiell angestiegen. Die Digitalisierung der Gesellschaft schreitet unablässig voran. Trotz all dieser großen Veränderungen schwächelt aber gerade der deutsche Mittelstand in Sachen Innovationskraft. Zwar gilt Deutschland als ein geeigneter Standort für Innovationen, doch nimmt die Anzahl der innovativen Unternehmen ab. Vielleicht können deutsche Unternehmen bei den immer schneller eintretenden Veränderungen in Gesellschaft und Technik nicht mehr mithalten?

Ein Blick in die meist mittelständische Verlagsbranche bestätigt dieses Bild. Das Thema “digitale Innovation” beherrscht schon seit Jahren die Branchen-Medien und Veranstaltungen, doch ist die praktische Umsetzung noch lange nicht in allen Verlagshäusern und bei allen Dienstleistern angekommen. Allzu oft wird am altbewährten Geschäftsmodell “Buch auf Papier” festgehalten. Dieses Geschäftsmodell bröckelt aber mehr und mehr. Hinzu kommt, dass die sich verändernden rechtlichen Rahmenbedingung rund um das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz und die Rückforderungen der VG-Wort die Erlöse für die etablierten Geschäftsmodelle von Verlagen sinken lassen.

Organisation und Abläufe haben sich seit der Einführung von E-Mail, Word und Excel in den meisten Verlagen nicht mehr grundlegend verändert. Natürlich nutzt man auch Facebook, Twitter, Homepages und Webshops, doch diese Tools sind bereits seit einem guten Jahrzehnt nicht mehr als Innovationen einzustufen. Innovative Geschäftsmodelle, revolutionäre Technologien und neuartige Prozesse in der Unternehmensführung sind rar gesät in der Verlagsbranche.

Es wird Zeit, den digitalen Wandel wirklich anzunehmen, umzusetzen und damit Zukunftssicherheit für Ihr Unternehmen zu schaffen. Das Streben nach Veränderungen ist ein erheblicher Erfolgsfaktor in der gegenwärtigen, digitalen Wissensgesellschaft.

Veränderung: Wann und Wo?

Change Management ist vor allem sinnvoll bei großen Paradigmenwechseln – wie zur Zeit der gesamtgesellschaftliche Übergang in eine digitale Wissensgesellschaft.

Die hier dargestellten Grundlagen des Veränderungsmanagement sind auf alle Veränderungen innerhalb einer Organisation anwendbar. Es müssen nicht immer die großen Umbrüche sein. Selbst kleine Veränderungen profitieren davon, bewusst gesteuert zu werden.

Mögliche Szenarien für den Einsatz von Change Management können sein:

• eine Neu-Strukturierung Ihres Unternehmen
• Entwicklung neuer strategischer Geschäftsfelder
• Veränderung der Geschäftsprozesse
• Zusammenlegen von Abteilungen
• Fusion von Unternehmen (Mergers & Acquisitions)
• Führungskräfte coachen
• Teamentwicklung betreiben
• Integration neuer Kollegen in das Unternehmen
• u.v.m.

Die Herausforderungen bei Veränderungen in Unternehmen

Die größte Herausforderung im Change Management ist die Änderung in den Köpfen. Diese muss in allen Berichtsebenen stattfinden – vom Geschäftsführer bis zum Praktikanten. Gerade im Bereich der Digitalisierung handeln Unternehmen gerne doppelmoralisch. Schnell wird erklärt, dass ein Unternehmen ab jetzt voll auf digitale Produkte setzt oder sich komplett digital aufstellen wolle. Im Unternehmen selbst wird aber weiter mit unhandlichen E-Mails kommuniziert, Daten werden mit Excel verwaltet oder Bücher weiterhin auf Papier gelesen. Dieses Verhalten ist den eigenen Ansprüchen gegenüber nicht authentisch. Zudem entwickeln sich ohne die praktische Erfahrung mit digitalen Medien und Softwarelösungen bei den Mitarbeitern weder ein Problembewusstsein noch eine Inspirationsgrundlage für die Lösung von Problemen.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Skepsis gegenüber Änderungen ist natürlich. Unsicherheiten, Gefahren, Ängste und Risiken sind menschliche Verhaltensmuster. Diese Neophobie ist bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt und löst unterschiedliche Widerstände aus. Hilfreich ist eine Unternehmenskultur, die nach dem Motto “Wir wollen uns stetig verbessern und sind bereit für Veränderungen” gelebt wird.

Personen, die von digitalen Veränderungen betroffen sein werden, sollten bereits früh in den Prozess der Änderungen einbezogen werden. So können Widerstände schneller überwunden werden. Dazu gehört vor allem die Kommunikation von langfristigen Strategien und frühestmögliche Information über kommende Projekte. Der Kommunikationswissenschaftler Watzlawick sagte zwar einmal “man kann nicht nicht kommunizieren” –  aber zu wenig kann man dies durchaus.

Vor allem Kritiker gilt es bei Veränderungen mit einzubeziehen. Einwände und Kritiken bringen oft wichtige Details, die bislang übersehen wurden, für die weitere Umsetzung ans Licht.

Bei Veränderungsprozessen nimmt vor allem das Mittelmanagement eine Schlüsselposition ein. Führungskräfte dort haben am meisten Mitarbeiterkontakt. Die Führungskräfte auf dieser Ebene sind die Meinungsführer eines Unternehmens. Alle Änderungen müssen über die Schwelle des Mittelmanagements gehen können, um im gesamten Unternehmen implementiert zu werden. In der Praxis formiert sich jedoch genau dort oft der größte Widerstand gegen Veränderungen. Erfolgreiche Change-Management-Strategien legen auf Mitarbeiter in dieser Ebene einen besonderen Fokus.

Ein weiterer Lösungsansatz ist die sogenannte transformationale Führung. Dieser Führungs-Stil will vor allem intrinsisch motivieren. Es geht um die Vermittlung attraktiver Visionen und die Kommunikation des gemeinsamen Weges zur Zielerreichung. Die Führungskräfte müssen als Vorbild auftreten und die individuelle Entwicklung der Mitarbeiter unterstützen. Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier.

Konflikt zwischen Projekt- und Tagesgeschäft

Eine weitere Herausforderung für Veränderungen ist der unvermeidbare Konflikt zwischen Projekt- und Tagesgeschäft. Wenn Ihr Personal neben den üblichen Aufgaben zusätzlich in Projekten für den Prozess des Change Managements arbeitet, werden sonstige Aufgaben zurücktreten müssen. Um diesen Konflikt zu lösen, gibt es verschiedene Ansätze. Zum einen könnte zeitweise neues Personal eingestellt werden, das sich um das etablierte Tagesgeschäft kümmert, damit die feste Belegschaft die neuen Projekte umsetzen kann. Dagegen sprechen die zusätzlichen Kosten und das negative Image von befristeten Anstellungen. Besser erscheint eine Lösung, in der erfolgsrelevante Mitarbeiter, die direkt Umsätze generieren, ihre Aufgaben weiter wahrnehmen. Hierzu gehören beispielsweise Vertriebsmitarbeiter und Verkäufer. Mitarbeiter, die hingegen unterstützend tätig sind wie Führungspersonal, Lektoren und Marketer können ohne, dass dies direkt Umsatzeinbußen mit sich bringt, zeitweise ihre Hauptaufgabe verlassen. Die Idealsituation wäre natürlich eine Abteilung, die sich ausschließlich mit Innovationen und Change Management beschäftigt. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Unternehmens wäre mit einem solchen Team garantiert. Jedoch werden vor allem mittelständische Unternehmen für eine solche Abteilung nicht immer die erforderlichen Mittel aufwenden können.

Eine Kompromisslösung ist es, bei jedem Mitarbeiter Ressourcen für Innovationen und Veränderungen einzuplanen. Jeder Mitarbeiter wird zum ständigen Wandel geschult und motiviert. Dies beeinflusst nicht nur die Unternehmenskultur zum regelmäßigen Wandel, sondern schafft auch eine kontinuierliche Weiterentwicklung.

Am Ball bleiben

Eine weitere Herausforderung für Wechselprozesse ist das Durchhaltevermögen. Schnell verlaufen einmal angestoßene Projekte und Prozesse wieder im Sand. Andere Projekte werden plötzlich wichtiger oder das Tagesgeschäft holt Ihre Mitarbeiter trotz der eben erwähnten Maßnahmen wieder ein. Veränderungsprozesse werden oft als weniger wichtig eingestuft und verschwinden aus den To-Do-Listen. Um am Ball zu bleiben und die Motivation zu halten, sind kurzfristige Ziele gefragt. Diese können schnell und mit Nachdruck umgesetzt werden.

Die Infrastruktur für Veränderungen

Letztendlich muss eine Infrastruktur im Unternehmen vorhanden sein, die Veränderungen positiv unterstützt. Investitionen in diese Infrastruktur sind Investitionen in die Zukunft eines Unternehmens.

Um im digitalen Wandel mitzuhalten, muss immer auf Endgeräte auf dem neuesten Stand der Technik als Testgeräte zurückgegriffen werden können. Zur Projektorganisation und Kommunikation muss leistungsfähige Software vorhanden sein. Mit E-Mails und Excel werden Ihre Mitarbeiter hier schnell an Ihre Grenzen stoßen. Räumlichkeiten, Testumgebungen und ausreichende Budgets sollten vorhanden sein. Personell muss Ihr Unternehmen (neben der oben erwähnten Problematik um das Tagesgeschäft) in den Kategorien Quantität und Qualität auch bereit sein für den digitalen Wandel. Mitarbeiter mit den richtigen Kompetenzen im IT-Bereich sind unerlässlich. Bei den Verantwortlichen sind vor allem Kompetenzen wie Konfliktmanagement, Projektmanagement, Coaching oder Kommunikationstechniken gefragt. Die Teams, die einzelne Projekte voranbringen sollen, bestehen im Idealfall aus einem Querschnitt aller zukünftigen Stakeholder.

Die Phasen der Veränderung

Die drei im Folgenden beschriebenen Phasen stellen den üblichen Ablauf von Veränderungen in Organisationen dar. Klare Zeiträume für die einzelnen Phasen sind schwer im Voraus zu bestimmen, da Change Management gerade von seiner Flexibilität lebt. Es ist agil und anpassbar, sodass starre Konzepte den Veränderungsprozess nicht hindern.

1) Auftauphase

Alles beginnt mit der Einsicht, dass die aktuellen Erwartungen nicht mehr der Realität entsprechen. Das können einbrechende Umsätze im eigenen Unternehmen oder der Branche sein.

Auch ein Blick in andere Branchen kann diese Einsicht schaffen. Die Musikbranche zum Beispiel hat sich nach einer kräftigen Berg und Talfahrt schon lange vor der Verlagsbranche mit dem digitalen Wandel arrangiert. Nachdem um die Jahrtausendwende die Umsätze von Tonträgern zusammengebrochen sind, hat die Musikindustrie, nach unzähligen Versuchen neue Geschäftsmodelle an den Markt zu bringen und veraltete Geschäftsmodelle (CD´s) um Teufel komm raus zu verteidigen, mit dem Streaming einen neuen erfolgreichen Wachstumsmarkt geschaffen.

Die Games-Industrie hat den Sprung ins Digitale schon in der DNA gehabt und war immer offen für neue digitale Geschäftsmodelle – von Freeware über digitale Vertriebsplattformen bis hin zu In-Game-Verkäufen. Welche dieser Entwicklungen stehen der Verlagsbranche erst noch bevor?

Mit der Einsicht wird in dieser Phase bestenfalls altes Verhalten in Frage gestellt. So kann die Bereitschaft für Veränderungen entstehen. Es geht darum, Probleme zu erkennen und zu analysieren. Das Ziel dieser Phase besteht darin, die nach Veränderung strebenden Kräfte zu stärken und zu unterstützen und so ein Veränderungsbewusstsein zu schaffen.

Mitarbeiter, die selbstständig Änderungen fordern, sind in dieser Phase gefragt. Jene Mitarbeiter erkennen Sie daran, dass diese laufend neue Ideen haben und sich oft über den Status Quo beschweren. Genau diese Mitarbeiter bekommen die Verantwortung für die Recherche und Entwicklung erster Ideen übertragen. Sie werden Ihre Pioniere und Motivatoren sein. Ziel dieser Phase ist es, eine Vision und Strategie zu entwickeln.

Allen Mitarbeitern muss das Gefühl von Dringlichkeit vermittelt und die Vision muss kommuniziert werden. Das sind die ersten Schritte zur Motivation und zur Veränderung in den Köpfen.

2) Bewegungsphase

In dieser Phase wird der Status quo verlassen und konkrete Veränderungen werden angestoßen. Es wird ausprobiert, getestet und geforscht. Hier werden die in der Auftauphase ermittelten Visionen in Projekte aufgeschlüsselt. In ersten Projekten werden Lösungen gesucht. Diese müssen in den folgenden Projekten in die Tat umgesetzt werden. So kann getestet werden, ob sich die Lösungen in der Praxis behaupten. In dieser Phase ist es wichtig, flexibel zu bleiben und Projekte immer wieder anzupassen. Nach den ersten umgesetzten Maßnahmen müssen die Erfolge gemessen und bewertet werden. Sollte nicht der gewünschte Erfolg eintreten, muss nachgebessert werden mit neuen Projekten. Es wird nach dem Prinzip Try & Error verfahren.

Bevor es an die Umsetzung der einzelnen Projekte geht, gilt es nun, das gesamte Team zu motivieren und alle bestehenden Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Das Problembewusstsein wird geschärft, die Vorteile einer erfolgreichen Umsetzung werden dargestellt. Spätestens jetzt müssen alle Stakeholder eingebunden werden.

Während der Bearbeitung der Projekte müssen kurzfristige Erfolge für das gesamte Team sichtbar gemacht werden. Große Meilensteine sollten auch angemessen gefeiert werden.

Widerstände werden in dieser Phase durch Sicherheit im Prozess überwunden. Wenn die Mitarbeiter den roten Faden und eine konsequente Umsetzung der Projekte erkennen, sind sie motivierter und erleben rasch zusätzlich motivierende Erfolge.

3) Einfrierphase

Die abschließende Phase ist von der Implementierung der gefundenen Problemlösungen geprägt. In der Bewegungsphase wurde erforscht und ausprobiert, jetzt müssen die Lösungen konsequent umgesetzt werden. Stabilität soll hergestellt werden und Maßnahmen sollen nachhaltig implementiert werden. Es kommt zu einem vorläufigen Abschluss des Veränderungsprozesses. Nun sind Mitarbeiter gefragt, die geradlinig und bodenständig arbeiten, sodass die Neuerungen systematisch im Unternehmen verankert werden. Doch auch die Einfrierphase ist nicht von Dauer. Aus dieser Phase muss schnell wieder in eine Auftauphase übergegangen werden können. Veränderungen sollten dauerhaft angetrieben werden. Der Mut zu Veränderungen kann so in der Unternehmenskultur verankert werden. Der Prozess der Veränderung wird so selbst zum Gegenstand der Veränderung.

Dauerhafte Veränderung

Gerade in der digitalen Wissenschaftsgesellschaft werden die Pausen zwischen Veränderungsprozessen immer kürzer.  Unternehmen müssen am Ball bleiben, um nicht von der Konkurrenz oder von Substitutprodukten abgehängt zu werden. Gerade Letzteres ist in der Medienbranche die große Herausforderung. Im Ranking der Freizeitbeschäftigungen zählt das Lesen von Büchern zu den Verlierern. Internet, Computer und Musik haben dagegen deutlich zugelegt.

Unternehmen, die flexibel bleiben und immer bereit sind, sich zu verändern, sind von solchen Trends nicht negativ betroffen. Sie verfügen über Innovationskraft, können sich Medienformen anpassen und neue Geschäftsmodelle für ihre Inhalte finden. Auch die Effizienz und Rentabilität eines solchen Unternehmens steigt kontinuierlich, weil aktiv nach Verbesserungen in Punkto Workflows, Organisation usw. gesucht wird.

 

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Effektiver Arbeiten mit digitalen Tools – Das kennen Sie auch aus Ihrem Arbeitsalltag: Wieder mal haben Sie Stunden mit internen Absprachen, Meetings, Planung, Organisation und umständlicher Kommunikation verbracht aber die eigentliche Arbeit blieb mal wieder auf der Strecke. Schnell stellt man sich die Frage: Wie kann ich effektiver Arbeiten?

B2B E-Commerce

Warum ein Webshop gerade für das Unternehmergeschäft Sinn macht und wie Sie jetzt mit Ihrem Unternehmen einsteigen können.

Für Unternehmen, die Produkte für den Verbraucher verkaufen, ist ein eigener Webshop heute bereits Standard. Beim Geschäft zwischen Unternehmen wird jedoch in der Regel noch immer per Post, Telefon, E-Mail und über die Außendienst-Mitarbeiter gehandelt. Dass ein Webshop ein weiterer Vertriebskanal sein kann, ist im B2B Bereich vielen Entscheidern bisher nicht klar.

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Das wahre Potential hinter E-Commerce im B2B wird gerade erst offenbart. Das Wachstum der Umsätze für die nächsten Jahre wird auf jährlich 15 Prozent geschätzt. Vorrangig kleine und mittlere Unternehmen haben in Sachen E-Commerce heute enormen Nachholbedarf.

Auch ist die digitale Transformation der Gesellschaft und der Geschäftswelt noch lange nicht abgeschlossen. Der Handel zwischen Unternehmen wird im digitalen Bereich immer wichtiger werden. Zumindest sollte im Rahmen einer digitalen Unternehmens-Strategie auch der B2B Bereich auf den Einsatz im E-Commerce überprüft werden.

So alltäglich wie unser privater Konsum über Webshops auch geworden ist, erwartet man auch im Geschäftsbereich ein ähnliches Einkaufserlebnis und den selben Service. Die Anforderungen, die ein B2B Webshop liefern muss, umfassen jedoch deutlich mehr.

Doch Vorsicht – nicht jedes B2B-Produkt ist auch geeignet, um über eine E-Commerce Plattform vertrieben zu werden. Es kommt vor allem darauf an, wie viel persönliche Beratung, Service und Anpassungsaufwand das Produkt benötigt. Zusatzleistungen, Services, Erweiterungen und Ersatzteile über E-Commerce zu vertreiben macht vielleicht mehr Sinn als der Vertrieb des Hauptprodukts an sich. Die folgenden Ausführungen werden Ihnen dabei helfen, abzuschätzen, ob und wie E-Commerce für Ihr B2B Geschäft Sinn machen kann.

Was unterscheidet B2B E-Commerce von B2C E-Commerce?

Das Business-to-Business Geschäft lebt davon, dass für beide Seiten ein geschäftlicher Vorteil entsteht. Allein diese grundsätzliche Philosophie unterscheidet sich massiv vom Geschäft mit dem Endverbraucher. Doch im Detail betrachtet, gibt es eine Vielzahl weiterer Unterschiede:

Der Einkauf im B2B Bereich ist für die verantwortliche Person Teil der Arbeit und kein Privatvergnügen.. Entsprechend wird vom B2B E-Commerce erwartet, dass der die komplette Customer-Journey effektiv und zielgerichtet ohne Umwege zum Ziel kommt. Das heißt die Abwicklung des Geschäftes muss ohne allzu blumige Anpreisungen und Umwege zu den Produkten und zum Kaufabschluss führen.

Überhaupt funktioniert der Einkaufsprozess vollkommen anders. Mehrere Personen und verschiedene Abteilungen sind in diesen involviert. Der Bedarf, sprich die Vorauswahl möglicher Waren und das Festlegen der Parameter, werden von der Abteilung definiert, die mit der Ware direkt arbeitet. Die Beschaffung, also die finale Auswahl und Preisvergleiche, übernehmen in der Regel andere Kollegen. In die Bestellung, Preisverhandlung und die Abwicklung des Einkaufs sind erneut  andere Kollegen oder Abteilungen involviert. Entsprechend müssen Freigabeprozesse und die Verwaltung von mehreren Ansprechpartnern in eine B2B Webshop-Software integriert sein. Auch die Verwaltung von Lieferadressen muss komplexer sein, da zuverlässig an alle Standorte eines Unternehmen geliefert werden muss. Individuelle Angebote müssen angefordert und bereits getätigte Bestellungen müssen einfach wiederholt werden können. Letztendlich müssen Rabattregeln und Preislisten unmittelbar in der Software hinterlegt sein.

Aufgrund der meist größeren Komplexität der B2B Produkte sind in der Regel ausführliche Hilfestellungen nötig, um dem Einkäufer alle relevanten Informationen zur Verfügung zu stellen. Dies können umfangreiche Bedienungsanleitungen und technische Daten sein, aber auch Marketing-Material und Tipps zum Weiterverkauf der Ware. Zum Pool der Informationen gehören zudem verbindliche Lieferzeiten, individuelle Preise und Metadaten.

Zusätzliche Medien wie weiter verwendbare Produktbilder, Videos, Datenblätter & Beschreibungen etc, bieten sich ebenfalls an, diese in einer E-Commerce Plattform zur Verfügung zu stellen und so den Aufwand für das separate Versenden und Suchen nach den Materialien einzusparen.

Schnittstellen und Verknüpfungen zu anderen Systemen im Unternehmen wie der Warenwirtschaft, dem CRM (Kundenbeziehungsmanagement), dem PIM (Produktinformationsmanagement), dem Controlling, der Buchhaltung und anderen macht auch im B2C Bereich Sinn. Gerade im B2B Bereich liegen aufgrund der größeren Komplexität oft unqualifizierte und unverknüpfte Daten vor. B2B Geschäfte sind oft komplexer und die dort gehandelten Waren sind mit mehr Daten verbunden. So liegen hier in der Regel mehr unqualifizierte und unverknüpfte Daten vor. Auch müssen Webshop und Website heute ineinander verschmelzen. Informationen und die Möglichkeit zum Einkaufen müssen Hand in Hand gehen, um alle Verkaufs-Chancen abzugreifen und gleichzeitig exzellenten Kundenservice zu bieten.

Eine nahtlose Integration des E-Commerce in bestehende Geschäfts-IT und das Etablieren von standardisierten Prozessen ist so deutlich komplexer und aufwendiger. Bei erfolgter Umsetzung ist die Steigerung von Effektivität und Wirtschaftlichkeit aber deutlich größer, da aufgrund der Vernetzung und Automatisierung die Komplexität umso mehr verringert wird.

Die Vorteile eines B2B Webshops

Die Ausweitung des B2B Geschäfts auf den digitalen Handel bringt eine Vielzahl von Vorteilen mit sich. Jeder neue Vertriebsweg bedeutet neue Chancen Produkte und Leistungen zu verkaufen.

Neue Kunden können über Marketingmaßnahmen im Internet direkt auf Ihren Webshop gezogen werden. Bestandskunden wissen den vereinfachten Bestellvorgang zu schätzen und werden durch von intelligenten Algorithmen ermittelte Zusatzverkäufe angesprochen. Durch die Automatisierung des Bestellvorganges werden Kapazitäten im Vertrieb gespart. Die Anzahl der Handelsvertreter kann verringert und deren Arbeit optimiert werden.

Mit E-Commerce den internationalen B2B Markt erobern

Der internationale Markt ist für die meisten Unternehmen eine besondere Chance. Durch internationale Handelsabkommen, Freihandelszonen und international ausgerichtete Logistikpartner ist der internationale Handel einfacher denn je. Dennoch stellt die Internationalisierung Unternehmen weiterhin vor große Herausforderungen. Andere Sprachen, Währungen, Maßangaben, ein anderes Recht und vollkommen andere Wettbewerbssituationen machen die internationale Ausweitung des Vertriebs weiterhin zu einem komplexen und teuren Unterfangen. Mit einer cleveren E-Commerce-Lösung lassen sich eine Vielzahl der eben erwähnten Probleme lösen. Wenn der Vertrieb im Ausland primär über einen Webshop abgewickelt wird, müssen keine großen Vertriebsabteilungen und Dependancen im Ausland aufgebaut werden. Die Verwaltung des Webshops kann von der heimischen Zentrale aus geschehen und das sogar in unterschiedlichen Sprachen. Währungen und Maßeinheiten können automatisiert umgerechnet werden.

Von dieser digitalen Vereinfachung profitiert vor allem der Mittelstand, der bis heute nicht über Mittel für die Etablierung einer großen internationalen Vertriebsstruktur verfügte.

Ihr Weg zum erfolgreichen B2B E-Commerce

Die Implementierung eines B2B Webshops ist in jedem Fall ein umfangreiches Projekt, das nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf. Um ein solches Projekt voran zu bringen, muss E-Commerce zum Vorstandsthema werden. Die Verantwortlichen müssen große Handlungs-Kompetenzen haben, denn Entscheidungen für B2B E-Commerce werden sich in viele Bereiche Ihres Unternehmens erstrecken. Wie umfangreich das ganze Vorhaben letztendlich ist, hängt von Ihren Zielen und Ihrer Unternehmensgröße ab. Auch kleine Webshops machen im B2B Bereich Sinn. Selbst bei überschaubaren Projekten und einer Inanspruchnahme weniger Ressourcen, wäre es schädlich, das Thema E-Commerce stiefmütterlich zu behandeln.  Ohne umfangreiche Handlungsmacht kann nur ein halbgares Ergebnis erzielt werden. Zudem ist es ungemein wichtig, dass in der Führungsebene Ihres Unternehmens das unverzichtbare Wissen über modernen und digitalen Handel in der Praxis verinnerlicht wird.

Nicht selten stellt sich bei der Implementierung eines B2B Webshops die Verbindung mit dem Vertrieb als problematisch dar, sehen Vertriebler den Webshop doch oft als Konkurrenz im eigenen Haus. Um dieses Problem zu lösen, macht es Sinn, den Webshop in den Vertrieb zu integrieren und von Anfang an die Kollegen vom Vertrieb mit in das Projekt einzubinden.

Nachdem die internen Verantwortlichkeiten geklärt sind, gilt es einen Partner vor allem für die technische Umsetzung zu finden. Die eigene IT-Abteilung verfügt selten über die ähnlich umfangreiche Kompetenzen wie eine auf B2B Webshops spezialisierte Agentur. Diese können dank Erfahrungen aus einer Vielzahl von ähnlichen Projekten weit mehr als pure Programmierleistungen erbringen. Auch an dieser Stelle ist es sinnvoll, einen externen Partner bereits während der Konzeption mit ins Boot zu holen. Die technische Machbarkeit und vor allem die damit verbundenen Kosten kann die Agentur schon hier genau abschätzen. Das wertvolle Zusatzwissen des Partners aus bereits gemeisterten E-Commerce Projekten zahlt sich schon in der Planung und Konzeption aus.

Fragen zum Design und Usability sollten ebenfalls bereits in dieser Phase des Projektes mit dem Partner geklärt werden, sodass alle konzeptuellen Vorarbeiten vor der tatsächlichen technischen Umsetzung erledigt sind. Zur Umsetzung gehören das Programmieren von individuellen Erweiterungen und Modulen sowie das Verknüpfen mit den anderen Systemen Ihres Unternehmens.

Nach Fertigstellung und Livegang Ihres B2B Webshops ist es sinnvoll, den Partner weiterhin als Supportpartner und für Schulungen zu erhalten. Immer wieder gilt es, Anpassungen am Webshop zu machen, Software-Updates zu installieren oder schlicht neue Kollegen umfangreich einzuweisen.

Eine neue Chance wartet

B2B E-Commerce stellt einen weiteren Vertriebskanal dar, der hocheffektive Ergebnisse erzielen kann und gleichzeitig Ihr Unternehmen ein Stück digitaler und damit zukunftssicherer macht.

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Der optimale Start für Ihr Webshop Projekt – eCommerce Teil 1 Worüber Sie sich Gedanken machen sollten, bevor Sie einen Dienstleister mit ins Boot holen. Ein Leitfaden für die Realisierung von einem Webshop Projekt.

Millennials – Die digitale Zielgruppe erobern

Welche Nutzergruppen sind die digitalen Konsumenten für Verlagsprodukte? Wie lassen sich diese erreichen und wie können passende Geschäftsmodelle entwickelt werden?

ca. 10 Minuten Lesezeit

Das Wachstum des E-Book-Marktes stagniert, die Steigerung des E-Book Anteils am Markt geht nur noch in kleinen Schritten voran. Eine wahre Marktdurchdringung bleibt bis jetzt aus. Entsprechend wurden viele Investitionen der Verlage im digitalen Bereich zurückgefahren.

Wenn bisher ein neues Medium auf den Markt kam, galt die Devise: Kopiere die Inhalte eines alten Mediums auf ein Neues – mit der Marktdurchdringung wird das Geschäftsmodell rentabel.

Bei uns in der Verlagsbranche war solch ein Medientausch zuletzt das Pressen von Büchern in Einsen und Nullen anstatt auf Papier. In der Musikbranche war dies der Wechsel von der Vinyl-Schallplatte auf die CD und dann auf die mp3. Hierbei sind Inhalte und Nutzung dieselben geblieben, lediglich das Medium änderte sich. Bis vor ein paar Jahren hat dieser durch technische Innovationen getriebene Medienwechsel auch noch gut funktioniert. Dieses Paradigma eines simplen Medientausches gilt heute nicht mehr. Die Musikindustrie musste diese unangenehme Erfahrung deutlich vor der Verlagsbranche machen – ohne Buchpreisbindung im Rücken, dafür aber mit einer deutlich progressiveren Zielgruppe im Visier. Aktuell setzt sich unlimitiertes Streaming von Musik durch. Der Umsatz mit Downloads, dem Pendant des E-Books, sinkt. Physische CD-Verkäufe sind längst in einer Krise. Bei der Vinyl geht es jedoch wieder Bergauf. In Schweden ist die Vinyl inzwischen nach dem Streaming der zweitstärkste Umsatzbringer des Tonträgermarktes. Eine kleine aber zahlungskräftige Nische von Sammlern, die hochwertige haptische Produkte in der Hand halten wollen, könnte die Gegenbewegung zur digitalen Kultur sein.

Der Massenmarkt jedoch wird unwiederbringlich digital. Ähnlich geht es der Filmindustrie mit Netflix und Co. Neue Medien schaffen neue Nutzer und Nutzungswelten, sodass andere Zielgruppen angesprochen werden und frühere Erkenntnisse zum Konsumverhalten obsolet erscheinen. Bei einer solchen Entwicklung spricht man gerne von der Disruption eines Wirtschaftszweiges. In der Verlagsbranche scheint dieser Wandel noch nicht umfassend präsent zu sein. Die digitale Zielgruppe ist aber längst weitergereist.

Millennials und Digital Natives sagen Bye Bye zum Buch

Millennials sind die zwischen 1980 und 1999, also die kurz vor dem Jahrtausendwechsel, dem Millennium, auf die Welt gestolperte Generation. Diese Generation ist wie selbstverständlich mit Computern, Handys, Facebook und Online-Dating aufgewachsen. Synonym neben dem Millennial-Begrif steht die Bezeichnung  Digital Native.

Jene Generation scheint für den Verlagsmarkt eine schwierige Zielgruppe zu sein. Zu vielfältig sind die Konkurrenzangebote von Netflix, Steam, Spiegel Online und Co auf dem Unterhaltungsmarkt, der um die Aufmerksamkeit der jungen Zielgruppe buhlt. Das althergebrachte Buch hat es schwer dagegen anzukommen. Dabei ist es egal, ob das Buch auf toten Bäumen gedruckt wurde oder auf dem Tablett flimmert – es gibt für die Millennials heute interessantere Möglichkeiten sich unterhalten zu lassen, seine Zeit zu verbringen und Informationen zu konsumieren. Aber auch junge Leute lesen doch noch Bücher, möchte sich jetzt sicher der ein oder andere Leser dieser Zeilen mokieren. Das ist natürlich nicht zu leugnen, Fans vom geschriebenen Wort gibt es in jeder Altersstufe. Doch ist der Markt für Millennials, die digitale Verlagsprodukte konsumieren, nahezu gesättigt. Wer in der Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen kein E-Book liest, der wird dies auch in Zukunft nicht tun. Neue Geschäftsmodelle sind gefragt!

Die Millennials in Daten

Um Geschäftsmodelle für die digitale Zielgruppe zu entwickeln, muss man sie und ihre Lebenswelten verstehen und kennen. Laut Statistik sind Millennials täglich 2,8 Stunden online, also aktiv mit dem Internet verbunden. Das sind wöchentlich circa  20 Stunden. Die meiste Zeit davon wird übrigens an mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets verbracht. 63 Prozent der Millennials sind täglich in Sozialen Netzwerken unterwegs. Vier von fünf Millennials kaufen im Netz ein, nutzen dabei allerdings selten Shopping-Apps. Bei den Millennials sitzt das Geld wesentlich lockerer als bei den Vorgängergenerationen. Es wird weniger gespart und mehr ausgegeben. Die Generation konsumiert gerne und vielfältig. Hochpreisige Produkte werden insbesondere konsumiert, wenn damit Zeit gespart werden kann oder diese eine hohen Marken- und Imagewert besitzen. Mehr als drei Viertel gibt lieber Geld für spannende temporäre Erlebnisse aus, als für dauerhafte Besitztümer. Der Zugang zu Produkten und Dienstleistungen ist deutlich wichtiger als der physische Besitz. Streaming-Angebote wie Spotify und Netflix  bieten zu diesem Konsumverhalten das richtige Geschäftsmodell.

Wichtiger als Zahlen aus der Marktforschung ist jedoch das Bewusstsein über die Lebenswelt der jungen Generation. Lassen Sie sich deshalb doch einfach mal Snapchat von Ihren Kindern erklären – Dieses Gespräch wird Sie näher an die Zielgruppe bringen als jede Marktstudie. Und an Ihre Kinder sowieso.

Welche Technologien sind gefragt?

“Mobile First!” ist der Schlachtruf, um die Zielgruppe der Millennials zu erobern. Anwendungen müssen primär mobil existieren und funktionieren. Die stationäre Desktop-Anwendung ist eine Funktionserweiterung und sammelt die Late-Adopter der Generation 40+ ein. Ob eigene App oder mobile Browser-Anwendung hängt von vielen Faktoren ab. Die eigene App ist nicht automatisch das geeignete Produkt. Jedes Geschäftsmodell fordert eine Einzelfallentscheidung.

Ohne das Buzzword “Big Data” geht heute auch nicht mehr viel, schon gar nicht wenn Anwendungen für eine so vielschichtige und gleichzeitig so digitale Zielgruppe wie die Millennials geschaffen werden sollen. Der richtige Einsatz von Daten ist bei digitalen Geschäftsmodellen unerlässlich. Die Hemmschwelle zur Preisgabe persönlicher Daten ist in der Generation der Millennials niedrig. Ein modernes Geschäftsmodell muss Daten sammeln und auswerten können. Neben komplexen Datenbankstrukturen ist das Know-How und die Empathie gefragt, um diese Daten zur Verbesserung des Geschäftsmodells zu nutzen.

Ein spannendes Geschäftsmodell für Millennials – Aber wie?

Nachdem Sie nun die Millennials kennen gelernt haben, ist Ihre Kreativität gefragt. Bevor Sie sich daran machen, spannende Geschäftsmodelle zu entwickeln, gilt es vorab einige Fragen zu beantworten:

  • Welche bestehenden Produkte Ihres Verlages bieten Potential für eine Vermarktung zugeschnitten auf die Millennials?
  • Welche neuen und attraktiven Inhalte  können Ihre Autoren liefern? Und nein, All-Age Belletristik ist hier nicht das Ende der Fahnenstange!
  • Wo liegt das Potenzial Ihres Verlages, um bei den Millennials zu punkten?
  • Haben Sie einen IT-Experten im Verlag, der Spezialist für mobile Anwendungen ist? Falls nein, wie können Sie einen solchen Spezialisten einstellen oder die Umsetzung outsourcen?
  • Mit welchen Agenturen und externen Dienstleistern wollen Sie das Projekt umsetzen und wie können diese Sie bereits während der Konzeption unterstützen?
  • Ist Ihre Marketingabteilung gut für Social-Media-Kampagnen ausgebildet?
  • Haben Ihre Kinder Ihnen Snapchat erklärt?

Ok, dann kann es losgehen!

Umso umfangreicher Sie diese Fragen beantworten können, desto mehr Ideen und Möglichkeiten für Geschäftsmodelle werden Ihnen in diesem Prozess einfallen. Sammeln Sie Ideen und stellen Sie diese der jungen Zielgruppe vor. Interviewen Sie Menschen aus der Millennials-Generation. Fragen Sie gezielt nach der Nutzung Ihrer Geschäftsmodelle. Hier lohnt es sich schon einmal in einen Prototypen zu investieren, anhand dem die Idee plausibler demonstriert werden kann. Das Feedback aus der Zielgruppe wird Ihnen wichtige Informationen und Daten (Stichwort “Big Data”!) liefern, um Ihre Ideen zu präzisieren. Ohne Feedbackschleifen werden Geschäftsmodelle gnadenlos scheitern. Ein Beispiel ist StudiVZ, das von Millennials selbst erfolgreich am Markt etabliert wurde und nach der Übernahme durch die alten Herren der Holtzbrinck Gruppe legendär abgestürzt ist. Die Wünsche und Bedürfnisse der Zielgruppe hat das Original Facebook besser erkannt und umgesetzt.

Daten sammeln, Feedback einholen und weiterentwickeln – das sollte nun Ihr Credo sein. Dieser Prozess muss ständig von neuem angestoßen werden, um Ihr Geschäftsmodell anhaltend auszubauen und zu verbessern.

Trauen Sie sich unausgereifte und kantige Ideen direkt am echten Markt zu testen. Nur so werden Sie die nötige Erfahrung mit den Digital Natives sammeln. Try and Error ist das gefragte Prinzip. Arbeiten Sie mit A/B-Tests und nutzen Sie jede Möglichkeit zur Evaluierung von Änderungen. Digitale Anwendungen reifen heute beim Nutzer.

Um all dies umzusetzen sind Unternehmenskulturen gefragt, die den ständigen Wandel unterstützen, Neugier und Wissenszuwachs fördern und vor allem Mitarbeiter aus der Generation der Millennials Willkommen heißen.

Seien Sie mutig, probieren Neues aus und verabschieden Sie sich von althergebrachten Strukturen und Paradigma der Verlagsbranche – die digitale Zielgruppe wird Ihnen gehören!

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Content mobile first

Wie könnten Buchverlage auf mobilen Geräten stattfinden? Ein Aufruf zum Umdenken und Hinterfragen von Geschäftsmodellen.

Ca. 8 Minuten Lesezeit

Internetfähige Mobilgeräte hat heutzutage fast jeder. Offenes W-Lan wird dank der neuesten Gesetzesinitiativen auch bald in Deutschland sicher und legal genutzt werden können. 2016 nutzten 49 Millionen Menschen in Deutschland ein Smartphone. E-Books werden vor allem auf mobilen Geräten wie Tablets und E-Book-Readern gelesen. Im Oktober 2016 überholte erstmalig im weltweiten Vergleich die mobile Web Nutzung die Nutzung vom Desktop aus.

Für viele Innovationen aus der Tech-Branche gilt diesem Trend folgend die Philosophie, zuerst die mobile Anwendung an den Markt zu bringen. Desktopgeräte werden nach dieser „mobile first“-Strategie erst im zweiten Schritt bedient. Trotz der Dominanz mobiler Endgeräte, schöpft die Verlagsbranche das Potential des mobilen Marktes häufig nicht aus und arbeitet nach altbekannten Mustern und Strategien. Es gilt also Geschäftsmodelle neu zu denken und sie den Anforderungen einer mobilen und technisch versierten Gesellschaft anzupassen. Die Disruption der Verlagsbranche steht noch vor der Tür.

Weniger ist mehr – nicht nur für kleine Bildschirme

Nach wie vor herrscht vielerorts das Missverständnis, dass mobile Anwendungen einfach das skalierte Original sind. Es wird versucht, die Inhalte auf einen kleineren Bildschirm zu pressen. Doch dieses Konzept scheitert an den erprobten Maximen moderner Usabiltiy-Konzepte ebenso wie an den ästhetischen Anforderungen zeitgemäßen Designs für mobile Endgeräte.

Die Art und Weise wie mobil interagiert und konsumiert wird unterscheidet sich grundlegend von der Anwendung am festen Rechner mit großem Bildschirm. Die Aufmerksamkeitsspannen der Benutzer sind noch einmal deutlich kürzer als ohnehin schon im Internet. Bedienbarkeit und Navigation unterliegen durch kleinere Bildschirme, fehlender Tastatur oder den Möglichkeiten von Sprachsteuerung anderen Rahmenbedingungen.

Diese Veränderungen dürfen nicht als Hindernis sondern als Chance verstanden werden. Effiziente und auf die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppen ausgerichtete Bedienkonzepte  führen mobil häufig zu minimalistischen Anwendungen.

Eine „mobile first“ Philosophie ist also schon in der Konzeptionsphase ein Ansatz um geradliniger zu arbeiten und sich auf die essentiellen Funktionen zu fokussieren. Diesen Ansatz vom User Interface auf die Inhalte auszuweiten wird die Geschäftsmodelle der Verlagsbranche in Zukunft maßgeblich bestimmen.

Welche Inhalte werden mobil konsumiert?

Prinzipiell kann nahezu jeder Inhalt mobil konsumiert werden. Selbst Sach- und Fachliteratur, die hauptsächlich im Arbeits- und Forschungsumfeld von Bedeutung ist, muss heute mobil verfügbar und an Verwendungskontext angepasst sein.

Da auch der moderne Arbeitsmarkt mehr Mobilität und Flexibilität verlangt, müssen professionelle Inhalte und Anwendungen ebenfalls mobil funktionieren. Egal ob vom Home-Office gearbeitet wird oder die Mitarbeiter auf Geschäftsreisen unterwegs sind, das Ziel der Nutzer ist es, mobil genauso effizient wie an einem festen Arbeitsplatz zu arbeiten.

Bei der Auswahl und Aufbereitung der Inhalte gilt daher: Inhalte erhalten in der mobilen Anwendung im Gegensatz zum Desktop-Rechner oder auf dem Papier eine ganz andere Relevanz als ein gedrucktes Werk. Nachrichten und tagesaktuelle Informationen sind hier wichtiger als alte und bekannte Inhalte, auch wenn Sie neu aufgelegt wurden.

Warum nicht auch einzelne Kapitel aus einem Buch sofort nach Fertigstellung oder in regelmäßigen Abständen „mobile first“ veröffentlichen? Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

Wie werden Inhalte mobil aufbereitet?

Aufgrund der verkürzten Aufmerksamkeitsspanne, die digitalen Medienprodukten in der Regel zukommt, wird von Inhalten im mobilen Kontext erwartet, direkter und schneller auf den Punkt zu kommen.

Wie bereits weiter oben angeführt, stellt die kapitelweise, in regelmäßigen Abständen veröffentlichte mobile Publikation einen möglichen Ansatz dar. Autoren und Verlage sehen sich dabei einer neuen Herausforderung ausgesetzt. Viele kurze Kapitel müssen verfasst werden, die für sich funktionieren aber trotzdem das Interesse auf das Lesen in Fortsetzungen wecken.

Während in der alten statischen Welt der Inhalte der Autor der Schöpfer des großen Ganzen war, ist er in der neuen mobilen Welt der Schöpfer vieler kleiner Teile, die Teil für Teil zu einem konsistenten großen Ganzen wachsen.

mobile first – Marketing & Erfolgsmessung auf einem neuen Level

Mobile Anwendungen eignen sich sehr gut, um Nutzerdaten zu messen. Grundsätzlich kann man anhand GPS und weiterer Daten konkrete Rückschlüsse auf den Kontext der Nutzung ziehen. Gesammelte Daten lassen sich zum einen für das Marketing und zum anderen auch zur Erfolgsmessung von Produkten und Publikationen verwenden.

Folgende Fragen lassen sich mit dem geschickten Einsatz von Daten beantworten:

Sind die Leser wirklich an dem Thema interessiert?
Werden die Inhalte bis zum Ende gelesen?
Welche Zielgruppe ist an den Inhalten interessiert?
Wie und wann wird auf die Inhalte zugegriffen?

Mit einer Vielzahl von Daten werden Grundlagen geschaffen, auf denen weitere Themen evaluiert werden können. Außerdem liefern die Fragestellungen wertvolle Erkenntnisse für das Marketing um die richtigen Zielgruppen anzusprechen. Inhalte und Anwendungen mit einer “Mobil first” Philosophie zu entwickeln heißt folglich auch immer abzuwägen, welche Daten benötigt werden und wie diese am besten ausgewertet werden.

Crossmediale Reichweite

Reichweite, die an Werbekunden und Kooperationspartner vermarktet wird, kann ein Geschäftsmodell erweitern oder sogar ein eigenes neues Geschäftsmodell sein. Diese Reichweite ist heute deutlich wertiger, wenn sie “crossmedial” über verschiedene Kanäle nachgewiesen werden kann.

Die Verknüpfung schafft Mehrwerte, die von den Werbekunden dankbar angenommen werden und gleichzeitig die eigenen Vermarktungswege und Berührungspunkte zum Endkunden erweitert. Die Summe an Empfängern kann durch eine mehrgleisige Strategie in eine höhere Kontaktqualität überführt werden. Wird die Werbebotschaft dann noch kontextbezogen angepasst, können dank der crossmedial optimierten Qualität- und Quantität der Werbemaßnahmen letztendlich deutlich bessere Konversionsraten erreicht werden.

Umdenken ist gefragt

Hat man als Content-Produzent zuerst die mobile Verwendung von Inhalten in den Vordergrund gestellt, entwickelt sich daraus eine neue Herangehensweise an die Konzeption und Produktion von Inhalten. Dieser Ansatz führt zu neuen Denkstrukturen, welche wiederum die Grundlage für Innovationen legen. Gleichzeitig eröffnet das Weiterdenken von Geschäftsmodellen auf Unternehmensebene neues strategisches Potenzial.

Was bedeutet das für Sie?

Ob eine “mobile first” Strategie für Ihr Verlagshaus vordergründig Sinn macht oder nicht, hängt von vielen individuellen Fragestellungen ab. Vielleicht sind es ja auch nur einzelne Produktbereiche, die sich dafür eignen. Bei der Beantwortung dieser Fragen kann Ihnen sicher auch ein technologisch versierter externer Partner mit dem Blick von außen weiter helfen.

In jedem Fall würde sich eine solche Strategie operativ auf alle Geschäftsbereiche niederschlagen: Vom Lektorat bzw. der Redaktion über die Programmleiter, das Marketing- und Vertriebsteam bis hin zur Verlagsleitung.
Unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Entwicklung und dem Nutzungsverhalten kommender Generationen, sind Sie gut beraten sich zumindest mit der Philosophie des “mobile first” Ansatzes zu beschäftigen und entsprechende Potenziale für Ihr Unternehmen zu erforschen.

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Der optimale Start für Ihr Webshop Projekt – eCommerce Teil 1

Worüber Sie sich Gedanken machen sollten, bevor Sie einen Dienstleister mit ins Boot holen. Ein Leitfaden für die Realisierung von einem Webshop Projekt – Teil 1

Ca. 5 Minuten Lesezeit

Wir arbeiten zurzeit an einer Artikelreihe zum Themenschwerpunkt eCommerce. Der vorliegende ist ein erster Einstieg, auf den wir weiter aufbauen. Stück für Stück werden wir alle Bereiche erarbeiten, die wir aus der Praxis für ein Webshop Projekt gemeinsam mit unseren Kunden identifiziert haben. Die aus unserer Praxiserfahrung gewonnenen Erkenntnisse möchten wir gerne mit Ihnen teilen und freuen uns auf den Erfahrungsaustausch mit Ihnen.

Für Feedback, konstruktive Kritik oder auch konkrete Fragestellungen können Sie sich gerne per E-Mail oder Xing an mich werden.

Für wen ist der Artikel geeignet?

Der Artikel ist für Sie dann interessant, wenn sie eine Führungskraft oder ein Mitarbeiter eines Unternehmens sind, das schon ein oder mehrere Produkte hat und sich mit der Anschaffung eines eigenen Webshops beschäftigt, gerade im Begriff ist mit einem Projekt zu beginnen oder einen Neustart angehen will und offen für ein frisches Herangehen ist.

Was wird darin behandelt?

Nach wie vor besteht weitläufig der Glaube, ein schönes Design und eine möglichst allumfassende Software reichen aus, um einen erfolgreichen Webshop auf die Beine zu stellen. Vor allem in den Branchen, deren Kerngeschäft nicht im eCommerce liegt. Welche Herangehensweise erfolgversprechender und schlussendlich befriedigender für Sie ist, stelle ich hier vor.

Viel gehört, oft zitiert und immer schön zu lesen, schafft Hermann Hesses Gedicht “Stufen” auch hier die richtige Einstellung für den Einstieg in den eigenen Webshop:

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

(Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.)

Es lohnt sich durchaus diesen flammenden Appell gegen das Verweilen in Komfortzonen häufiger zu lesen. Daher sei allen der Link zum vollständigen Gedicht ans Herz gelegt.

Ihr Webshop Projekt: Ideen sollten nicht nur Ideen bleiben

Alle Ideen, seien sie noch so großartig, scheitern am ehesten an der Zielsetzung. Viele werden jetzt denken: “Moment. Das sollte wohl eher ‘an der Umsetzung’ heißen.” Aber selbst die Umsetzung scheitert eher an fehlenden oder widersprüchlichen Zielsetzungen als an einer per se schlechten Umsetzung.

Egal wie genial Ihre Idee sein mag, wenn Sie so starten müssen, sollten Sie Ihr Vorhaben noch einmal überdenken. Das gilt leider nicht nur für Webshops.

Webshop Projekt GooglesucheNicht, dass etwas gegen Google einzuwenden wäre. Aber die beste Suchmaschine der Welt kann Ihnen nicht helfen, wenn Sie ihr nicht die richtigen Fragen stellen oder sich nicht bewusst sind, welche Fragen Sie eigentlich stellen wollen. Dieses Prinzip gilt übrigens sowohl für Suchmaschinen als auch für Berater. Und machen wir uns nichts vor, “Wie erstelle ich einen erfolgreichen Webshop?” ist nicht die Frage, mit der Sie beginnen sollten.

Design – heiliger Gral oder Sackgasse?

Viele beginnen beim Design. Das gilt vor allem für die Branchen, die es bislang kaum bis gar nicht gewohnt waren, direkten Kundenkontakt zu pflegen. Also für diejenigen, die Marketing entgegen eigener Lippenbekenntnisse noch als Instrument sehen, die Menschen da draußen zu beschallen und möglichst auf die eigenen Produkte aufmerksam zu machen. Aber dann, wenn die Produkte erst einmal gekauft wurden, dann bitteschön wollen sie nichts mehr von ihren Kunden hören.

Manche werden dabei noch folgenden Gedanken im Ohr haben:

“If I had asked people what they wanted, they would have said faster horses.”

Dieses Bonmot wird Henry Ford zugeschrieben. Im Harvard Business Review gibt es für Interessierte einen kurzweiligen Artikel von Patrick Vlaskovits aus 2011, der in einer Schlußfolgerung mündet, die sich jeder Unternehmer zu Herzen nehmen sollte:

“The real lesson learned was not that that Ford’s failure was one of not listening to his customers, but of his refusal to continuously test his vision against reality, which led to the Ford Motor Company’s failure of continuous innovation, resulting in a catastrophic loss of market share from which it never recovered.”

Ziele zu setzen (in Fords Fall eine Vision) und diese mit der Realität abzugleichen, sollte zum Grundwerkzeug jedes Unternehmens gehören. Da wir in einem kapitalistischen System leben und abhängig sind von den Umsätzen und Gewinnen, die wir darin erwirtschaften, müssen alle Ziele über kurz oder lang eine wirtschaftliche Komponente abdecken.

Wer dennoch mit dem griffigsten Element, dem Design, beginnt, sollte sich spätestens dann ihrer Fragestellungen bewusst sein und diese selbstkritisch ausarbeiten. Eine Website oder ein Webshop sollte niemals (nur) dafür genutzt werden das eigene Gefühl von Ästhetik oder die eigene Eitelkeit zu befriedigen. Ein Webshop ist immer nur Mittel zum Zweck.

Themen für Ihre Ziele

Ziele müssen erreichbar sein oder zumindest nur knapp außerhalb des erreichbaren Horizonts liegen, um die Motivation, sie zu erreichen, hoch zu halten. Und Ziele müssen gegeneinander priorisiert werden.

Ein Webshop sollte nicht als Alibi angelegt werden, nur weil die Konkurrenz auch einen betreibt. In der Regel wissen wir nicht, wie gut oder schlecht der Webshop der Konkurrenz funktioniert – umso fahrlässiger wäre es, sich mit ungewissem Ausgang daran zu orientieren. Bleiben Sie daher bei Ihren eigenen Zielen und bleiben Sie realistisch.

Inhaltlich sollten Ihre Ziele zumindest folgende Themen abstecken:

  • Kunden (Zielgruppen)
  • Produkte (Qualität)
  • Prozesse (Service)
  • Alleinstellungsmerkmale (Konkurrenz)
  • Auffindbarkeit (Marketing)

In der Regel sollten Sie beim Kunden beginnen. Da wir davon ausgehen, dass Sie schon Produkte haben, nehmen wir ebenfalls an, dass Sie bereits eine konkrete Vorstellung von Ihren Kunden haben. Welche Ihrer Kunden wollen Sie mit dem Webshop erreichen und warum? Und was erwarten die Kunden von Ihnen?

Der beste Webshop der Welt mit allen Funktionen, die Sie sich wünschen und von denen Sie träumen, bringt nichts, wenn die Abläufe dahinter nicht stimmen. Wann und wie kommen die Produkte beim Kunden an? Entsprechen die Bilder im Webshop dem Benutzererlebnis? An wen kann sich der Kunde bei Fragen wenden? Was passiert samstags und sonntags? Was nach 18:00 und vor 9:00 Uhr?

Wenn Sie tolle Produkte haben und die Kunden ins Zentrum Ihres Service-Gedanken gerückt wurden, haben Sie einen sehr großen Part schon einmal geschafft. Ähnlich wie es auf Ihre Produkte zutrifft, braucht aber auch Ihr Shop ein Alleinstellungsmerkmal. Der Grund, warum Sie überhaupt mit einem Webshop an den Start gehen wollen. Auch wenn es schmerzt, müssen Sie sich die Frage stellen, was kann ich besser als Amazon, Ebay & Co. und warum lohnt es sich für die Kunden und mich einen eigenen Webshop zu haben.

Und bevor Sie mit der Planung der konkreten Funktionen des Shops beginnen , sollten Sie noch ein paar Nächte darüber schlafen und folgende Fragen wälzen: Wo und wie finden Sie Ihre Kunden heute? Wie findet man Sie in ein paar Jahren? Nur dann werden Sie in der Lage sein, zielführende zu planen und nachhaltige Entscheidungen zu treffen.

Wie Sie sehen, sind eine Reihe von Punkten entscheidend, bevor Sie sich der Frage stellen können, welche Funktionen die Software Ihres Webshops zur Verfügung stellen soll, und ob eine Lösung von der Stange, eine customized Lizenz- oder Open Source Software, ein Framework oder eine Individuallösung am besten zu Ihnen passt.

Aus all diesen Fragestellungen erwachsen Ziele und Maßnahmen, die Sie für sich definieren müssen, um Ihre Erwartungshaltung laufend mit der Realität abgleichen zu können und nicht am Ende aufgrund falscher Vorstellungen eine Enttäuschung zu erleben. Der beste Einstieg für Sie:  Notieren Sie sich zunächst Fragen, die Ihnen zu den oben genannten Themen in den Sinn kommen, und priorisieren Sie diese für sich.

Beim nächsten Mal: Wie Ihre Ziele Gestalt annehmen

Im nächsten Artikel werde ich eine Methode vorstellen, die Ihnen dabei hilft Ziele zu erarbeiten und zu überprüfen. Die Herangehensweise ist nicht ganz trivial, aber wenn Sie sie erst einmal verinnerlicht haben, hilft sie Ihnen weit über den Bedarf eines Webshops hinaus.

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Datenschutz für Verlage – Anwalt Michael Vogelbacher steht Rede und Antwort

Das Thema Datenschutz für Verlage birgt viele rechtliche Fallstricke. Mangelnder Datenschutz kann mit empfindlichen Geldstrafen belegt sein. Gerade auch in Verlagen wird mit sensiblen Daten gearbeitet. Haben Sie für Ihren Verlag alle Verantwortlichkeiten im Blick?

Ca. 5 Minuten Lesezeit

Michael Vogelbacher bietet mit Advokat Pro ein externes Justiziariat und externe Datenschutzbeauftragte für Unternehmen an. Auch wir von juni.com nutzen Advokat Pro für unsere Rechtsberatung. Zum Thema Datensicherheit und Datenschutz für Verlage haben wir Herrn Vogelbacher ein paar Fragen gestellt.

Datenschutz für Verlage: Advokat Pro

ELEPHANT PARK: Welche Vereinbarungen müssen mit einem IT-Admin getroffen werden?

MICHAEL VOGELBACHER: Das kommt darauf an, wie wir Juristen sagen. Ist der IT ADMIN im Unternehmen angestellt, ist er auf das Datengeheimnis nach § 5 Datenschutzgesetz zu verpflichten, wie jeder andere Mitarbeiter auch. Hier gibt es ab 25.5.2018 eine Änderung mit der neuen EU DSGVO. Nach der neuen EU DSGVO gilt das nicht mehr, jedoch gibt Art. 29 vor, dass Daten nur auf Weisung des Verantwortlichen verarbeitet werden dürfen. Ist er extern, muss mit ihm eine sogenannte Auftragsdatenverarbeitungsvereinbarung geschlossen werden. Zukünftig heißt diese nur noch Auftragsvereinbarung.

ELEPHANT PARK: Wie ist die Zusammenarbeit mit einer Web-Agentur betroffen?

MICHAEL VOGELBACHER: Zum einen muss auch hier eine Auftragsdatenverarbeitungsvereinbarung geschlossen werden. Zum anderen sind natürlich die Datenschutzbestimmungen aus dem BDSG, aber auch die sonstigen Bestimmungen, allen voran 13, 15 TMG und 7 UWG zu berücksichtigen. Letztlich muss geprüft werden, was inhaltlich auf der Site umgesetzt werden soll. Danach bestimmt sich auch die nötige Datenschutzvereinbarung. Wichtig: Jede Website, auch die private Website braucht eine Datenschutzerklärung, denn allein durch den Aufruf der Website werden personen-bezogene Daten verarbeitet. Dies deshalb, weil eine Entscheidung des EUGH nun auch die dynamischen IP Adressen als personen-bezogene Daten im Sinne des Datenschutzes anerkennt.

ELEPHANT PARK: Was muss datenschutzrechtlich bei Newsletter-Adressen berücksichtigt werden?

MICHAEL VOGELBACHER: Hier gilt der Grundsatz vom Verbot mit Erlaubnisvorbehalt (§ 4 I BDSG) D.h. Wenn es keine Erlaubnisnorm gibt, die die Verarbeitung gestattet, darf eine Verarbeitung nur mit Einwilligung des Betroffenen erfolgen. Beim Newsletter kommt zusätzlich 7 II Nr. 3 UWG ins Spiel, der den Tatbestand der belästigenden Werbung bei elektronischer Post umfasst. Zudem ist natürlich bei der Abfrage von Daten das Prinzip der Datensparsamkeit / § 3a BDSG zu beachten, wonach nur die Daten abgefragt werden dürfen, die zur Umsetzung des Zwecks notwendig sind. Und selbstverständlich muss auch in der Datenschutzerklärung das Thema Newsletter aufgenommen werden.

ELEPHANT PARK: Wann müssen Daten von Kunden und Geschäftspartnern gelöscht werden?

MICHAEL VOGELBACHER: Auch hier gilt natürlich der Erlaubnisvorbehaltsgrundsatz. Die Frage ist aber abhängig auch von anderen Vorschriften, die teilweise eine Aufbewahrungsfrist vorsehen. So z.B. das Handelsgesetzbuch zusammen mit der Abgabenordnung, das 10 Jahre bei Eingangs- und Ausgangsrechnungen vorsieht. Nach § 28 Abs. 1 Nr. 1 BDSG muss das Erheben, Speichern und Verändern von Daten eines Betroffenen erforderlich sein. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn Sie einen Vertrag mit dem Kunden schließen, dann müssen Sie auch wissen wohin Sie die Ware schicken müssen. § 35 BDSG normiert dann, ab wann die Daten zu berichtigen oder zu löschen sind. Wenn der Vertrag abgeschlossen und auch keine weiteren nachvertraglichen Ansprüche geltend gemacht werden können, sind die Daten zu löschen.  Die EU DSGVO hat die Betroffenenrechte in den §§ 12-23 noch weiter ausgestaltet. Zukünftig wird man ein Löschkonzept brauchen, denn die Strafen, die einen ereilen können, wenn man einem Löschverlangen nicht nachkommt liegen bei 4 % des Jahresumsatz oder 20 Mio € für das Unternehmen, je nachdem was günstiger für das Unternehmen ist.

Effektiver Arbeiten mit digitalen Tools

Das kennen Sie auch aus Ihrem Arbeitsalltag: Wieder mal haben Sie Stunden mit internen Absprachen, Meetings, Planung, Organisation und umständlicher Kommunikation verbracht aber die eigentliche Arbeit blieb mal wieder auf der Strecke. Schnell stellt man sich die Frage: Wie kann ich effektiver Arbeiten?

Ca. 10 Minuten Lesezeit

Im digitalen Zeitalter gibt es zum Glück hilfreiche Software-Tools, die Ihnen den Arbeitsalltag vereinfachen können, so dass Sie mehr Zeit und Energie für andere Tätigkeiten haben und so wichtige Arbeiten mit mehr Ruhe selbst erledigen können.

Hier stellen wir Ihnen unsere Auswahl von Tools vor, die wir entweder selbst nutzen oder Ihnen gerne empfehlen wollen.

Effektiver Arbeiten in der Kommunikation

Chat-Messenger sind hervorragend, um die Kommunikation im Team zu verbessern. Vor allem kleinere Anliegen können so schnell geklärt werden, ohne durch die Abteilungen zu laufen, durch Telefonanrufe andere Kollegen zu stören oder weitere Meetings einberufen zu müssen. Wenn es darum geht Dateien oder Links zu teilen und gemeinsam darüber zu diskutieren sind digitale Messenger das perfekte Werkzeug.
Besonders in Teams mit mehreren Personen über mehrere Abteilungen hinweg oder bei sonstiger räumlicher Trennung gestaltet sich die Kommunikation im Team über Messenger besonders effektiv. Zu einzelnen Projekten und Themen lassen sich Kanäle einrichten, in denen die Projekt- und Teammitglieder gemeinsam themenbezogen kommunizieren können. So werden Sie nicht mehr durch lästige Mails in CC gestört, sondern erhalten nur die Nachrichten, die für Sie auch tatsächlich relevant sind. Moderne Messenger für den professionellen Bereich gehen aber weit über gute Chatfunktionen hinaus. Das Teilen von Dokumenten und die Hilfestellung für Kollegen sind im Arbeitsalltag genauso wichtig geworden.

Wir bei juni.com setzen dafür den Messenger Slack ein. Slack hat sich vor allem auf die Kommunikation im Team spezialisiert und ist deshalb für uns das perfekte Tool, um abteilungsübergreifend über gemeinsame Projekte zu kommunizieren. Auch auf Geschäftsreisen und für das Homeoffice hat sich Slack bei uns bewährt. Der Kommunikationsdienst bietet vielfältige Möglichkeiten, wie die Integration von zusätzlichen Apps, RSS-Feeds, einer Erinnerungsfunktion oder einem digitalen Butler, dem Slackbot. Dieser ist programmierbar und kann, ähnlich wie Apples Siri, hinterlegte Informationen als Antwort auf eine Frage (“Wie ist unser Wlan-Passwort”) ausgeben.

Ein weiterer Messenger-Anbieter für das professionelle Umfeld ist HipChat. Aber auch Skype wird in den nächsten Monaten ein spezielles Modul für die professionelle Arbeitswelt herausbringen. Dieses Modul wird sicher auch mal einen Blick wert sein. Skype wird heute in seiner Endkunden-Variante auch schon oft im beruflichen Umfeld eingesetzt, obwohl ein professioneller Messenger deutlich mehr Funktionen bietet. Ganz neu am Markt ist unter dem Namen Facebook Workplace eine von Facebook erstellte Anwendung für die Geschäftswelt, die vor allem Konkurrenz zu Slack aufbaut. Daten und Benutzerkonten sind jedoch von Facebook losgelöst, Probleme mit Datensicherheit sollten also nicht bestehen. Ein weiterer Anbieter für Unternehmenskommunikation ist Yammer, der sich bis jetzt am deutschen Markt noch nicht weitreichend etabliert hat.

Effektiver Arbeiten bei der Urlaubsplanung

Auch die Planung von Abwesenheiten in ihrem Unternehmen lässt sich mit digitalen Services deutlich leichter und übersichtlicher gestalten. Wir bei juni.com nutzen dafür Timebutler. Dies ist, ähnlich wie der Dienst absence.io, ein browserbasiertes Tool zur Organisation von Abwesenheiten jeder Art im beruflichen Umfeld. Jeder Mitarbeiter erhält einen eigenen Zugang und kann seinen Urlaubsantrag direkt in eine Kalenderansicht eintragen. Der oder die Vorgesetzte erhält dann eine Komplettübersicht der Abwesenheiten seiner/ihrer Mitarbeiter oder des gesamten Teams. So können nicht nur Urlaubsanträge verwaltet und visuell dargestellt werden, sondern auch Abwesenheiten wie Krankheit, Weiterbildungen oder Sonderurlaube. Damit entfallen lästige Urlaubsanträge in Papierform und es vereinfacht die Koordination von Abwesenheiten, wodurch Sie enorm viel Zeit sparen.

effektiver Arbeiten: Timebuttler

Effektiver Arbeiten bei der Projektplanung

Jeder der schon einmal an einem Projekt gearbeitet hat kennt diese Probleme: Deadlines sind nicht im Team kommuniziert, der Fortschritt einzelner Teilprojekte ist nicht auf einen Blick ersichtlich und die Dokumentation ist irgendwo zwischendrin aus dem Fokus verschwunden. Nachdem das Projekt dann doch abgeschlossen wurde, ist kein umfangreiches Reporting möglich, aus welchem ersichtlich ist, wie viele Stunden tatsächlich für einen Arbeitsschritt aufgewendet wurden. Für eine komplexe Projektplanung gibt es eine Reihe umfangreicher Planungssoftware, welche die Lösung für moderne Aufgabenverwaltung und die Planung und Durchführung von Projekten versprechen.

Ticket-Systeme, oder auch „Issue-Tracking-Systeme“, wurden bis jetzt vor allem im IT- und Supportbereich zur Bearbeitung von Kundenanfragen genutzt, aber auch, um die Aufgaben der IT-Projekte unter Entwicklern zu verteilen und die Fortschritte zu erfassen. Wir bei juni.com nutzen diese Ticket-Funktionen aber nicht nur für unsere IT-Projekte, sondern auch in allen anderen Geschäftsbereichen und Abteilungen. Auch bei internen Projekten nutzen wir Tickets um einen Überblick über die aufgewendeten Arbeitsstunden zu erhalten und so ein effektives Controlling zu gewährleisten.

Umfangreiche Filter- und Exportmöglichkeiten bieten starke Reportings, welche einen umfassenden Überblick über aktuelle Projektstände, intern aufgewendete und gebuchte Zeiten oder über die Arbeitszeit der Mitarbeiter liefern.

Aus diesen Daten lassen sich wichtige Schlüsse, beispielsweise über den geplanten Arbeitsaufwand anhand der Daten ähnlicher Aufgaben schließen. Auch dienen die Tickets so als Zeiterfassungssystem für alle Mitarbeiter.

Effektiver Arbeiten: Easy Redmine
Projektplanungssoftware wie EasyRedmine oder Jira erleichtern die Umsetzung von Projekten und helfen, Aufgaben in kleine Teilschritte einzuteilen und stringent abzuarbeiten.

Das System unserer Wahl ist EasyRedmine. Die Software hat uns vor allem aufgrund der vielfältigen Erweiterungsmöglichkeiten überzeugt. Zum Beispiel nutzen wir die CRM Erweiterung, um einzelne Tickets im Vertrieb mit unseren Leads zu verknüpfen. Ebenfalls bietet die Software ideale Voraussetzungen für agiles Projektmanagement, z.B. mit der Einbindung eines Kanban-Boards. So werden Aufgaben visualisiert und Projektstände können noch schneller erfasst werden.

Effektiver Arbeiten bei der persönlichen Aufgabenplanung

So praktisch große Projektmanagement-Tools für die Planung großer Projekte sind, so ineffizient sind sie im Tracking von kleineren Arbeitspaketen oder Einzelaufgaben. Schnell verliert man dann den Überblick, vergisst den Kunden zu informieren oder diese eine wichtige Mail zu schreiben. Während man einzelne Meilensteine im Projekt sehr gut in der Projektmanagement Software herauslesen kann, eigenen sich To-Do-Listen besser für die persönliche Aufgabenplanung.

Wer sich hier nicht auf sein Notizbuch verlassen möchte und seine Notizen lieber digital sichert, findet eine große Auswahl an (auch kostenfreien) Tools. Platzhirsch für Windows und Mac ist hier sicherlich noch Wunderlist, welche auch im Browser funktioniert. Schon in der Free-Version sind alle nötigen Funktionen vorhanden und auch die Zuweisung von Aufgaben an Teamkollegen ist aktiviert. So lassen sich leicht Listen zu einem Projekt zusammenfassen und die Aufgaben nach Projektschritt sortieren. Bei juni.com nutzen wir Wunderlist in den einzelnen Teams als Ergänzung zu EasyRedmine. So z.B. um den Überblick aller Marketingaufgaben zu behalten, diese Kollegen zuzuweisen oder eine Aufgabe per Kommentarfunktion mit hilfreichem Input zu versehen. Ebenfalls lassen sich Dokumente oder Verlinkungen zu einer Aufgabe hinzufügen, so entfällt die zeitraubende Suche nach dem „PDF von letzter Woche“.

Für eher visuell orientierte Menschen und/oder agil arbeitende Teams, gibt es in der Aufgabenplanung das Tool Trello. Hier werden Projektlisten in Form von sogenannten „Boards“ und Aufgaben als „Karten“ angelegt. Diese kann man dann, je nach Fortschritt, von einem Board zum nächsten schieben, bis sie erledigt sind.

Effektiver Arbeiten: Wunderlist
Wunderlist ist weiterhin der Platzhirsch unter den To-Do-Listen. Es bietet auch in der kostenlosen Version umfangreiche Features zur persönlichen Aufgabenplanung.

Contentverwaltung/Dokumentenmanagement & Cloud Speicher

Üblicherweise sind gemeinsam genutzte Dateien auf hauseigenen Servern abgelegt. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass alle Mitarbeiter ihre Dateien auch tatsächlich dort speichern und nicht lokal auf ihrem PC oder Mac. Gerade bei unterschiedlicher Versionierung der Dokumente und verschiedenen Dateiformaten kann dies schnell unübersichtlich werden. Auch das gemeinsame Arbeiten an einem Dokument erweist sich als kompliziert, weil nicht alle Änderungen in Echtzeit gespeichert werden und für alle Mitarbeiter einsehbar sind.

Moderne Cloud-Systeme helfen hier Ordnung ins Datenchaos zu bringen und machen kollaboratives Arbeiten im Team möglich. Größter Vorteil hierbei: man kann von überall auf seine Dokumente zugreifen und ist nicht auf eine VPN-Verbindung zum Server angewiesen. Ebenfalls lassen sich verschiedene Dateiversionen besser voneinander unterscheiden und mit der Nutzung der Funktion „Versionen verwalten“ auch komplett vermeiden. So ist nämlich automatisch immer die aktuellste Version verfügbar.

Aus diesen Gründen setzen wir bei juni.com auch fast ausschließlich auf GoogleDrive als Ort für die zentrale Dateiablage. Vor allem die umfangreiche und schnelle Suchfunktion inkl. praktischen Suchparametern erleichtern die tägliche Arbeit enorm und sparen Zeit. Ebenfalls sind wir angetan von der automatischen Speicherung der Daten und der Möglichkeit der gemeinsamen Bearbeitung eines Dokuments. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich Word „unerwartet beendet“ hat und das fast fertig ausgearbeitete Konzept verloren war, da man in der letzten Stunde vergessen hatte zwischenzuspeichern.

Besonders die in Google Drive integrierte Text-, Tabellen- und Präsentations-Software macht Word, Excel und Powerpoint tatsächlich große Konkurrenz. Auch wenn letztgenannte heutzutage ebenfalls ein Cloudsystem enthalten, ist Google Drive für unsere Zwecke nach wie vor praktischer und benutzerfreundlicher.

Gerade zum gemeinsamen Erstellen von reinem Content sind Online-Dienste sehr gut geeignet. Natürlich mangelt es den Google-Pendants zu Word, Excel, PowerPoint und Co. an einigen wichtigen Funktionen der Windows-Vorbilder, jedoch sind sie im Zeitalter des digitalen Contents mit allen notwendigen Features ausgestattet.

Effektiver Arbeiten: Google Drive
Dokumente lassen sich heutzutage einfacher in der Cloud speichern und für Kollegen freigeben. So können Sie gemeinsam an einem Dokument arbeiten und von überall über den Browser auf dieses zugreifen.

Weitere Cloud Systeme fürs Dokumenten Management sind box, Dropbox und owncloud.

Fazit

Digitale Tools und Online-Dienste können den modernen Büroalltag deutlich erleichtern. Sie können effektiver arbeiten! Um das Potenzial voll auszuschöpfen, kommt es hier auf die passende Auswahl der Tools und deren sinnvolle Kombination an.

Programme sind immer nur so gut oder schlecht wie der User, der diese bedient. Daher muss jeder für sich einen eigenen Arbeitsmodus finden und digitale Helfer daran anpassen und sie in den Workflow integrieren. Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit der Auswahl an Tools und Diensten einen groben Überblick über die Fülle des aktuellen Angebots auf dem Markt geben und Sie dazu inspirieren, Ihren Arbeitsrhythmus aus einer neuen Perspektive zu sehen.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback und auf weitere Fragen zur digitalen Arbeitsweise, gerne in Form von Kommentaren zu diesem Beitrag oder in Form einer schnellen E-Mail an info@juni.com.

Vortragsunterlagen: Partnerprogramme für Autoren

Auf der Leipzigerbuchmesse 2017 haben wir einen Vortrag zum Thema Partnerprogramme für AutorenMit einem Affiliate-System die eigenen Autoren zum digitalen Vermittler machen gehalten.

Hier können Sie sich den Vortrag nochmals anschauen und das Handout downloaden.

Sollten Sie noch Fragen oder Interesse an der Umsetzung eines Affiliate Projektes für Ihren Verlag haben, kontaktieren Sie uns einfach.